Drei vorläufige ascetische Unterweisungen

Von Basilius von Cäsarea (379)

Wie der Soldat auf die Befehle des Feldherrn, so soll der Christ auf die Verordnungen unsers Königs Christus hören; wie ein Soldat sich um keine weltlichen Verhältnisse, weder um Wohnung, Kleidung noch sonstige Geschäfte kümmert, sich allerlei Strapazen und Gefahren unterzieht, dann aber auch, ist Alles überstanden, reichlich belohnt wird, so soll der Streiter Christi auch im göttlichen Kriegsdienste verfahren. Er soll nicht fleischliche Kinder suchen, sondern geistige für den Himmel, gegen den bösen Feind kämpfen, Anderen darin beistehen, die Trugschlüsse der Glaubensfeinde zerstören und ihnen einen unerschütterlichen Muth entgegenstellen im Vertrauen auf den siegreichen König Christus, der seine Treuen nicht zugrunde gehen läßt. Den für ihn Gefallenen verleiht er die Herrlichkeit Gottes, die Gemeinschaft mit den Engeln, die Herrschaft über die Schöpfung, den auf der Welt muthig weiter Kämpfenden Ruhm und Ehre bei den Freunden. Zu den Streitern Christi gehört auch das weibliche Geschlecht; die größten Heldinen unter ihnen sind die Jungfrauen und Martyrinen. Wegen der Belohnungen, die der Streiter Christi warten, sollen die Eltern ihre Kinder dazu erziehen, um Fürsprecher bei Christus zu haben, nicht kleinmüthig werden, wenn sie ihre Kinder leiden sehen, und sie dem Herrn freudig darbringen, der sie ihnen gegeben hat.

Wenn die göttliche Stimme uns ermahnt, zu Christus zu kommen, so ermahnt sie uns auch, die Last des Reichthums mit den daraus entstehenden Sünden abzuwerfen und uns dem kreuztragenden Leben der Mönche anzuschliessen. Niemand thue Dieß aber ohne Selbstprüfung und gewöhne sich vorher an Mühsale, damit er sich nicht lächerlich mache, wenn er es unerträglich findet, zur Welt zurückkehrt und Andern Ärgerniß gibt. Auch spiegele sich ein Solcher nicht vor, er könne auch in der Welt Gott dienen. Denn wer in einem Leben von Geistessammlung den Feind nicht besiegen kann, wie wird er es in einem Leben können, welches überall Veranlassung zur Sünde gibt? Aber gesetzt, er könnte ein tugendhaftes Leben führen, so bleibt doch immer auf ihm der Vorwurf, Christus verlassen zu haben. Weil nicht für Alle der jungfräuliche Stand paßt, so hat Gott neben diesem den Ehestand eingeführt, der aber nach dem Beispiele Abrahams gehalten werden und zu jedem Opfer, das der Herr fordert, bereit sein muß, wie Job, David, Samuel, Petrus und die übrigen Apostel. Alle Mönche wie Verheirathete müssen dem Evangelium gehorsam sein. Die Verheiratheten bedürfen größerer Anstrengung und Wachsamkeit, um das Heil zu erlangen, weil sie mehr zur Sünde gereizt werden und den Angriffen des bösen Feindes ausgesetzt sind. Wer diesen harten Kampf nicht übernehmen will, muß ein Leben wählen, wo er weniger Angriffen ausgesetzt ist, oder sich unterrichten lassen, wie er ihn bestehen kann. Was ein Mitkämpfer Christi werden will, der schließe sich ohne Zagen den Mönchen an und lasse sich von seinen Verwandten nicht abhalten, da er statt jener mit Christus vereinigt wird. Er wähle sich einen tugendhaften, schriftkundigen, freigebigen und sanften Mann zum Führer und folge ihm mit voller Hingebung. Der Widersacher sucht uns oft zu bereden, uns keinem solchen Manne anzuvertrauen, sondern einem ehrgeizigen und nachsichtsvollen. Dieser gleicht aber einem blinden Führer, der sich und den er führt in’s Verderben stürzt. Auch wird nicht, wer nicht gesetzmäßig kämpft, gekrönt. Thue nichts wider den Willen eines guten Lehrers, den du dir gewählt hast. Was ohne sein Wissen und Wollen geschieht, ist gleichsam Diebstahl und Kirchenraub. Wer die Kunst nicht versteht, Schlangen zu beschwören, der bleibe davon, oder er setzt sich der Gefahr aus, von ihnen gebissen zu werden. Der echte Mönch sucht weder die Wahrheit zu verdrehen noch seinen Bruder in Folge eigener Weichlichkeit zu beargwöhnen noch sich auf eine Weise das Leben zu erleichtern; denn wer es thut, läuft Gefahr abzufallen. Der wahre Mönch hält sich für den Niedrigsten und Sündhaftesten und bemüht sich, der Diener Aller zu sein. Seine Ohren sind offen zum Hören, seine Hände bereit zur Arbeit, sein Mund schweigsam, sein Geist umsichtig, hört nicht aus eitles Gerede, dagegen aufmerksam auf die Lehren der göttlichen Schriften und die Reden heiliger Männer, ahmt den tugendhaften Vorgängern nach, ringt nach höheren Tugenden, ohne die niedrigeren zu versäumen, achtet kein Vergehen gering, richtet nicht über fremde Fehler und ist immer bußfertig. Er flieht vor eiteln Menschen, geht nicht aus. Das Verlassen der Zelle hat schon Manche in’s Verderben gestürzt und, wo das nicht, sie mit Unlust erfüllt, die früheren Werke wieder aufzunehmen. Wer durch Umstände genöthigt wird, die Zelle zu verlassen, der waffne sich mit der Furcht Gottes und der Liebe Christi und kehre nach Verrichtung des Geschäfts sofort zurück. Wer noch jung ist, fliehe den Umgang mit den Altersgenossen, Viele sind durch ihn zu Grunde gegangen. Er suche den Umgang der Alten. Auch esse er Nichts heimlich, damit es ihm nicht gehe wie Adam und er in das Laster der Schlemmerei verfalle, das leicht alle Sinne ergreift und wie kein anderes Laster den Menschen fesselt und ins Verderben bringt. Schlemmer und Fresser bekehren sich am seltensten, und es nisten sich alle Laster bei ihnen ein. Am schlimmsten sind die heimlichen Schlemmer. Beispiele von solchen, denen die Unenthaltsamkeit Schaden und Verderben gebracht, und von solchen, die durch Enhaltsamkeit groß und berühmt geworden. Ermahnung, sich vor dem heimlichen Essen zu hüten, vor eiteln Gesprächen, Neugierde, unanständigem Benehmen in Gegenwart Älterer vor Selbstüberhebung und Verachtung der Armen, Hervordrängen und vor zu frühem Verlassen des gemeinschaftlichen Gebets unter allerlei scheinbaren Vorwänden; auch soll man keine aufgetragene Arbeit von einem Anderen verrichten lassen, weil darin die Demuth geübt wird, die Mutter aller Tugenden. Nicht Alle, die in Zellen leben, werden selig, weil sie keine Gewalt gebrauchen d. h. nicht freudig die Beschwerden ertragen, den eigenen Willen nicht verleugnen und sich nicht das Joch Christi durch Fasten, Wachen, Gehorsam, Stillschweigen. Psalmgesänge u. s. f. erleichtern. Niemand soll sich wegen der Stelle, die er im Klerus einnimmt, überheben, sondern je höher Einer steht, desto demüthiger soll er sein. Demuth ist eine Nachahmung Christi, Stolz eine Nachahmung des Teufels. Niemand soll nach höheren Ämtern trachten, jeden Tag sich zu bessern streben und in der Zelle ausharren, um einst ins Paradies einzugehen.

Die Eigenschaften eines echten Mönchs sind Armuth, Ordnung, Ruhe, Gleichartigkeit gegen Essen und Trinken, Schweigsamkeit, Schamhaftigkeit, Gehorsam, Arbeitsamkeit, Demuth, Friedfertigkeit; ein Mönch soll nicht schwören noch Geld auf Wucher leihen, sich vor Trunkenheit und weltlichen Geschäften hüten. Niemanden verleumden, gegen Niemanden Zorn und Haß hegen und niemals Böses mit Bösem vergelten. Auch soll der Mönch sich vor dem Umgange mit Weibern hüten, sich nach dem Besitze des ewigen Lebens sehnen, mit Furcht und Zittern an seinem Seelenheile arbeiten, Alles Gottes und Nichts der Menschen wegen thun und recht oft an den Tod, an Himmel und Hölle denken.

Erste Unterweisung: Das Leben des Christen gleicht einem Kriegsdienste.

Vortrefflich zwar sind des Königs Verordnungen für die Unterthanen, wichtiger aber und königlicher sind die Befehle an die Soldaten. Was nun immer für Befehle an die Soldaten ergehen mögen, wer nach der himmlischen und großen Würde Verlangen trägt und für immer bei Christus sein will, der halte sich daran, sobald er jenen erhabenen Ausspruch hört: „Wenn Jemand mir dient, folge er mir, und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.“ 1 Wo aber ist der König Christus? Natürlich im Himmel; dorthin mußt du, Soldat, deinen Lauf richten. Vergiß aller Ruhe auf Erden! Ein Soldat baut sich kein Haus, umgibt sich nicht mit Besitzungen und Äckern, noch mischt er sich in mancherlei Geld eintragende Handelsgeschäfte. „Keiner, welcher Kriegsdienste thut, verwickelt sich in die Geschäftigkeiten des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn zum Kriegsdienste erlesen hat.“ Ein Soldat hat seinen Unterhalt vom Könige, er braucht sich seinen Unterhalt nicht zu verschaffen noch sich darum zu kümmern. Auf des Königs Befehl steht ihm überall bei den Unterthanen das Haus offen. Er braucht sich um kein Haus zu bemühen; auf Straßen hat er sein Zelt, nothdürftig Speise, zum Trinken Wasser und soviel Schlaf, als die Lage erlaubt. Dazu viele Märsche und Nachtwachen, Strapazen in Hitze und Kälte, Kämpfe gegen Feinde, Gefahren bis aufs Äusserste, oft den Tod, wenn es sich trifft ; aber einen ruhmvollen Tod, Ehren und königliche Geschenke. Im Kriege ist sein Leben mühevoll, im Frieden glänzend. Hat er in rühmlichen Thaten sein Leben hingebracht, so erhält er für seine Tapferkeit einen Ehrenkranz, ein hoher Rang wird ihm verliehen, er wird Freund des Königs genannt, darf dem Könige zur Seite stehen, ihm die Hand geben, wird von der Hand des Königs ausgezeichnet, den Unterthanen vorgesetzt und kann für auswärtige Freunde, wie sie immer wollen, beim Könige vermitteln.

Wohlan nun, Soldat Christi, mach’ dir aus den einzigen Beispielen menschlicher Dinge eine Vorstellung in den ewigen Gütern. Bestimme dich für eine Lebensweise, die an kein Haus, keine Stadt, keinen Besitz gebunden ist. Sei frei und abgelöst von allen weltlichen Sorgen; weder das Verlangen nach einer Gattin noch die Sorge um ein Kind möge dich fesseln. Denn das verträgt sich nicht mit dem göttlichen Kriegsdienst. „Denn die Waffen in unserm Kriegsdienste sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott.“ Weder besiegt dich die Natur des Fleisches, noch ängstigt sie dich wider deinen Willen, noch macht sie dich aus einem Freien zu einem Gefangenen. Suche nicht auf Erden Kinder zu hinterlassen, sondern in den Himmel zu führen, nicht dich durch fleischliche Ehen binden zu lassen, sondern nach geistigen zu streben, über Seelen zu herrschen und geistig Kinder zu erzeugen. Ahme den himmlischen Bräutigam nach, vernichte die Angriffe der unsichtbaren Feinde, bekämpfe die Fürstenthümer und Gewalten und vertreibe sie zuerst aus deiner eigenen Seele, damit sie in dir keinen Besitz haben, dann aus denen, die zu dir ihre Zuflucht nehmen und dich zu ihrem Führer und Vorkämpfer aufstellen, um durch deine Reden geschützt zu werden. Zerstöre die Trugschlüsse, welche gegen den Glauben Christi ausgestellt werden, bekämpfe die gottlosen und boshaften Vernunftschlüsse durch die Lehre der Gottesfurcht. Denn es heißt: „Indem wir Vernunftschlüsse niederwerfen und jegliche Erhöhung, die sich erhebt wider die Erkenntniß Gottes.“ Und vertraue vor Allem auf die Hand des großen Königs, welche die Feinde schreckt und zur Umkehr nöthigt, sobald sie sich nur sehen läßt; will er aber, daß du durch Gefahren tüchtig werdest, und daß sein Heer mit dem feindlichen handgemein werde, dann sei gerüstet und laß dich von keiner Beschwerde besiegen, sei unerschütterlichen Geistes bei jeder Gefahr und ziehe bereitwillig von Land zu Land, von Meer zu Meer; ,,denn wenn sie euch verfolgen,“ heißt es, „fliehet von Stadt zu Stadt.“ Und wirst du vor Gericht gerufen und vor die Obrigkeit gestellt, und mußt du die Wuth der Völker erdulden, den schrecklichen Blick des Henkers sehen, seine rauhe Stimme hören, den furchtbaren Anblick der Marterwerkzeuge ertragen, die Martern dulden und bis zum Tode kämpfen, so verliere bei allem Diesem den Muth nicht, habe Christus vor Augen, welcher Dieses deinetwegen erduldet hat, wohl wissend, daß du um Christi willen Dieses leiden mußt und darin siegreich sein wirst. Denn du folgst dem siegreichen Könige, der will, daß du an seinem Siege Theil haben sollst. Denn wenn du stirbst, bist du nicht besiegt, sondern dann hast du erst vollständig gesiegt, weil du dir bis ans Ende die Wahrheit unverändert bewahrt und den Freimuth für die Wahrheit unerschüttert erhalten hast.

Zudem wirst du vom Tode zum ewigen Leben gehen, von der Schmach bei den Menschen zur Herrlichkeit Gottes, von den Drangsalen und Qualen dieser Welt zu der ewigen Ruhe mit den Engeln. Die Erde hat dich nicht als Bürger aufgenommen, aber der Himmel wird dich aufnehmen. Die Welt hat dich verfolgt, die Engel aber werden dich forttragen und zu Christus hinstellen. Auch wirst du Freund genannt werden und das sehr angenehme Lob hören: Wohlan, guter und getreuer Knecht, tapferer Soldat, Nachfolger des Herrn, Begleiter des Königs, ich will dich mit meinen Geschenken belohnen, ich will deine Worte hören, weil auch du die meinigen gehört hast. Erflehest du der bedrängten Brüder Erlösung, so wirst du für die Glaubensgenossen und Jünger der heiligen Liebe von dem Könige die Mittheilung der Güter erlangen, wirst frohlocken mit den ewigen Chören, unter den Engeln eine Krone tragen, unter dem Könige über die Schöpfung herrschen und in dem Chor der Seligen ewig selig sein. Will dich Gott aber nach den Kämpfen noch auf der Welt lassen, um noch mehr verschiedene Kämpfe zu bestehen und Viele von den unsichtbaren und sichtbaren Feinden zu erretten, so wird dein Ruhm auch auf Erden groß und wirst du von deinen Freunden geehrt sein, die an dir einen Beschützer, Helfer und guten Vermittler gefunden haben. Diese werden dich wie einen tapfern Soldaten unterhalten, dich wie einen edeln Helden ehren, dich begrüßen und mit Freude aufnehmen, wie sie einen Engel Gottes aufnehmen, nach dem Ausdrucke des Paulus, wie Jesum Christum. Dieses und Ähnliches sind Beispiele des göttlichen Kriegsdienstes. Diese Rede gilt aber nicht allein für die Männer, denn auch das weibliche Geschlecht thut bei Christus Kriegsdienst, es ist wegen seiner Seelenstärke dazu erwählt und nicht wegen seiner Körperschwäche davon zurückgewiesen; auch haben sich viele Frauen gleich den Männern ausgezeichnet. Einige haben sogar einen größeren Ruhm erlangt. Zu diesen gehören, die den jungfräulichen Reigen bilden, zu diesen, die durch die Kämpfe für den Glauben durch die Besiegung der Marter hervorleuchten. Auch sind nicht allein Männer dem Herrn während seines irdischen Wandels nachgefolgt, sondern auch Frauen, und wurde von beiden der Dienst bei dem Heilande versehen. Da nun so große und so herrliche Belohnungen für den Kriegsdienst Christi ausgesetzt sind, so sollen sowohl die Väter der Söhne als auch die Mütter der Töchter darnach trachten. Zu diesen sollen sie ihre Sprößlinge hinführen, sich freuen über die ewigen Hoffnungen, an welchen sie mit ihren Kindern Theil nehmen, und beseelt von dem Verlangen sein, Beschützer und guter Fürsprecher bei Christus zu haben. Auch wollen wir nicht wegen der Kinder kleinmüthig werden und erschrecken, wenn Leiden über sie kommen, sondern uns freuen, daß sie verherrlicht werden. Wir wollen dem Herrn darbringen, was von ihm gegeben wurde, damit auch wir der Herrlichkeit unserer Kinder theilhaftig werden, indem wir uns mit ihnen hinführen und hinstellen. Auf Diejenigen, welche so muthig sind und so kämpfen, kann man treffend die Worte des Psalmisten anwenden: „Gesegnet seid ihr von dem Herrn, welcher Himmel und Erde gemacht hat.“  Auch wird man mit Moses für sie beten: „Segne, Herr, ihre Werke; brich den Hochmuth ihrer Gegner.“  Beweiset euch als muthige Männer, eilet muthig zu den ewigen Kränzen, in Christus Jesus unserm Herrn, dem die Ehre in Ewigkeit. Amen.

Über die Entsagung der Welt und die geistige Vollkommenheit.

 

 

„Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken,“ sagt die Stimme Gottes. Überdieß nun fordert sie uns auf, einerseits die Last des Reichthums durch Vertheilung an die Dürftigen abzuwerfen, anderseits aber die aus demselben hervorgegangene Menge von Sünden durch Wohlthun und Bekenntniß abzulegen und zum kreuztragenden Leben der Mönche hinzueilen. Wer sich nun vorgesetzt hat, Christus zu gehorchen, und zu dem armen und gesammelten Leben hineilt, der ist in Wahrheit bewundernswerth und glücklich. Allein ich möchte ihn ermahnen, Dieses nicht ohne Überlegung zu thun, und sich kein Leben ohne Anstrengung und keine Rettung ohne Kampf vorzumalen; im Gegentheile muß er sich vorher üben und bemühen in Ertragung leiblicher und geistiger Drangsale, damit er sich nicht in ungeahnte Kämpfe stürze und alsdann nicht im Stande, den auf ihn eindringenden Versuchungen zu widerstehen, wieder dahin laufe, woher er gekommen, mit Schande und Gelächter und zum Schaden seiner Seele zu dem frühern Leben zurückkehre. Vielen Ärgerniß gebe und bei Allen die Verstellung veranlasse, der Wandel in Christus sei unmöglich. Die Gefahr kennt ihr alle, die ihr die Evangelien leset, in denen die Stimme Gottes sagt: „Es wäre besser für ihn, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in das Meer geworfen würde, als daß er eines dieser Kleinen ärgerte.“ Denn nicht allein wird er als Fahnenflüchtiger, sondern auch wegen des Verderbens der von ihm Verführten dem Gerichte verfallen, obwohl er sich in seinen thörichten Gedanken einreden möchte, wenn er in der Welt lebe, könne er die Gottheit durch gute Werke versöhnen. Das ist aber für ihn eine Unmöglichkeit. Denn war er nicht im Stande in einem Leben, zu dem wegen der geistigen Sammlung die Sünde nicht leicht Zutritt hat, die Kämpfe mit dem Feinde zu bestehen, wie wird er dann in einem der Sünde vielfach ausgesetzten und von ihm selbst eingerichteten Leben etwas Tugendhaftes vollbringen können? Aber auch zugegeben, er richtete sein Leben gut ein, so wird er doch dem Vorwurfe, Christus verlassen zu haben, nicht entgehen, wie jene im Evangelium bezeichneten Schüler, von denen der göttliche Evangelist sagt: „Viele aber von den Jüngern traten zurück und wandelten fürder nicht mehr mit Jesus, indem sie sagten: Hart ist diese Rede, wer kann sie hören?“ Denn deßhalb hat auch der gütige, für unser Heil besorgte Gott das Leben der Menschen in zwei Lebensweisen geschieden: in den Ehestand und jungfräulichen Stand, damit, wer den Kampf der Jungfräulichkeit nicht zu bestehen vermag, sich mit einer Frau verbinde, wohl wissend, daß er werde Rechenschaft geben müssen über seine Enthaltsamkeit und Heiligkeit, sowie über die Ähnlichkeit mit jenen Heiligen, die im Ehestande gelebt und Kinder erzeugt haben. Ein Solcher war im alten Testamente Abraham, der aus Ehrfurcht gegen Gott ohne Betrübniß seinen eingebornen Sohn opferte und sich dessen rühmte, der auch die Thüre seines Zeltes offen hielt, um die Fremden aufzunehmen und zu beherbergen. Denn er hatte nicht gehört: „Verkaufe, was du hast, und gib es den Armen.“ Größeres noch als Dieses thaten Job und Andere, wie David und Samuel. In dem neuen Testamente war Petrus ein Solcher und die übrigen Apostel. Überhaupt werden von jedem Menschen die Früchte der Gottes- und Nächstenliebe gefordert und wird er für die Übertretung dieser wie aller Gebote büßen; wie da der Herr in den Evangelien mit klaren Worten sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht werth;“ und: „Wer nicht haßt seinen Vater und seine Mutter und sein Weib und seine Kinder, ja auch selbst seine eigene Seele, der kann mein Jünger nicht sein.“

Dir scheinen doch wohl auch die Evangelien für die Verheiratheten gegeben zu sein? Es steht ja bei dir fest, daß von uns Menschen ohne Ausnahme, mögen wir Mönche oder verheirathet sein, der Gehorsam gegen das Evangelium gefordert wird. Genug, wenn dem Verheiratheten seine Unenthaltsamkeit, seine Begierde nach dem weiblichen Geschlecht und sein Umgang mit demselben nachgesehen wird, die übrigen Gebote aber, die für Alle ohne Unterschied gegeben sind, werden nicht ohne Gefahr übertreten. Denn nicht allein sprach Christus, als er die Gebote seines Vaters verkündigte, zu denen, die in der Welt waren, sondern auch, wenn es sich traf, daß er besonders gefragt seinen Jüngern antwortete, bezeugte er: „Was ich aber euch sage, das sage ich Allen.“ Daher werde nur nicht saumselig, du, der du die Gesellschaft eines Weibes gewählt hast, als stände es dir frei, dich mit der Welt zu befassen. Denn du hast größere Anstrengung und Wachsamkeit nothwendig, um das Heil zu erlangen. Hast du dir doch mitten unter den Fallstricken und der Gewalt der aufrührerischen Mächte deine Wohnung gewählt, und die Reize der Sünden vor Augen, und werden bei Tag und bei Nacht alle deine Sinne zur Begierde nach ihnen aufgestachelt. Wisse also, daß du dem Kampf gegen den Abtrünnigen nicht entgehen, nicht den Sieg über ihn davon tragen wirst, ohne unter großen Anstrengungen die Lehren des Evangeliums zu beobachten. Denn wie willst du dich des Kampfes gegen den Feind erwehren, wenn du auf dem Kampfplatze weilst? Dieser Kampfplatz nun ist die ganze Erde unter dem Himmel, auf welcher, wie wir aus der Geschichte Jobs wissen, dieser sich wie ein wüthender Hund umhertreibt und umhergeht und sucht, wen er verschlinge. Willst du daher mit dem Gegner den Kampf nicht aufnehmen, so geh’ in eine andere Welt hinüber, in welcher er nicht ist; dort kannst du den Kampf mit ihm ausschlagen und in gefahrloser Muße die evangelischen Lehren beobachten. Ist Dieses aber nicht möglich, so spute dich, den Kampf gegen ihn zu lernen, und laß dich von den Schriften in der Kunst der Kämpfe unterrichten, damit du nicht aus Unwissenheit von ihm besiegt dem ewigen Feuer überliefert werdest. Dieses sei indessen im Vorübergeben für die Eheleute gesagt, die sich da sorglos über die Beobachtung der Gebote Christi hinwegsetzen. Du aber, der du nach himmlischen Grundsätzen leben und einen englischen Wandel führen und ein Mitstreiter der heiligen Schulen Christi werden möchtest, stähle dich für die Ertragung der Drangsale und tritt mannhaft in die Gesellschaft der Mönche ein, und zeige dich gleich im Anfange der Entsagung als Mann und laß dich nicht von der Neigung zu deinen fleischlichen Verwandten abhalten, sondern sei stark, da es sich ja darum handelt, das Sterbliche mit dem Unsterblichen zu vertauschen. Hast du aber einmal dem, was dir gehört, entsagt, so sei unbeugsam, da du ja überzeugt bist, es in den Himmel vorauszuschicken, indem du es in den Schooß der Armen niederlegst und es bei Gott mit großem Gewinne wieder findest. Daß du dich von den Freunden und Verwandten trennst, dich nicht betrüben, vereinigst du dich doch mit Christus, der für dich gekreuzigt wurde; läßt sich denn etwas Liebenswürdigeres denken als er? Hast du aber mit dem Beistande Gottes in dem ersten Kampfe deinen Feind besiegt, so wirf dich nicht wie ein werthloses Gefäß fort. Denn schon durch die Entsagung der irdischen Dinge hast du dich bei Christum in Ehre gesetzt; nur mußt du mit Verstand und Umsicht dich nach einem Manne umsehen, der dich in deinem Wandel, mit Sicherheit leitet und die zu Gott Wandelnden trefflich zu führen versteht, geschmückt mit Tugenden, dessen Werk Zeugniß von seiner Liebe zu Gott ablegen, der göttlichen Schriften kundig ist, gesammelt, nicht das Geld liebt, frei von weltlichen Geschäften, ruhig, gottesfürchtig, ein Freund der Armen, nicht jähzornig, nicht rachsüchtig, immer bereit zur Erbauung derer, die zu ihm kommen, nicht ruhmbegierig, ohne Stolz, Schmeichlern unzugänglich, nicht wankelmüthig und Nichts höher achtend als Gott. Und findest du einen solchen, so gib dich ihm hin, wirf all deinem Willen von dir, damit du als ein reines Gefäß befunden werdest und das Gute, das in dich gelegt wird, zu deinem Lobe und Ruhme bewahrst. Denn lässest du, einen Fehler, die früher in dir waren, zurück, dann wird Gute, welches in dich gelegt wird, in Essig verwandelt und du wie ein unbrauchbares Gefäß hinausgeworfen werden.

Jetzt kommt der zweite Kampf gegen den Gegner unsers Heils. Denn die Lehren guter Lehrer sind gut, die schlechter aber durchaus schlecht. Denn da unser Widersacher nicht im Stande war, uns zu überreden, in dem Gewühle und Verderben der Welt zu bleiben, so sucht er uns zu bereden, uns keines geordneten Lebens zu befleissigen oder uns keinem Manne anzuvertrauen, der uns alle unsere Sunden vor Augen stellt und zu bessern sucht, sondern einen von jenen Ehrgeizigen, der seine eigenen Fehler unter dem Vorwande der Nachsicht gegen Diejenigen, die mit ihm zusammenleben empfiehlt, um so uns unbemerkt wieder in tausend Fehler zu kürzen und in unsere eigenen Sünden-Fesseln zu werfen. Vertrauest du dich aber einem tugendreichen Manne an, so wirst du Erbe seiner Güter und bei Gott und Menschen überaus glücklich sein; suchst du aber, um deinen Leib zu schonen einen Lehrer, der dir deine Fehler nachsieht, oder um es richtiger zu sagen, der mit dir fällt, so hast du umsonst den Kampf der Entsagung unternommen; im Gegentheile du überlässest dich einem sündhaften Leben, folgst einem blinden Führer und stürzest dich in die Grube: „Denn wenn ein Blinder einen Blinden führt, so fallen beide in die Grube.“ „Denn es ist genug für den Schüler, wenn es ihm geht wie seinem Meister.“ Das ist Gottes Wort und wird nie vergehen. Du mußt dem Gesetze der Kämpfer gemäß wandeln; thust du es nicht, so wirst du nicht bekränzt, wie der Apostel sagt: „Denn wer im Wettkampf streitet, wird nicht gekrönt, wenn er nicht gesetzmäßig gestritten hat.“

Hast du nun aber mit der Gnade Gottes einen Lehrer guter Werke gefunden — du wirst ihn aber jedenfalls finden, wenn du ihn suchst —, so hüte dich, Etwas wider seine Ansicht zu thun. Denn Alles, was du ohne ihn thust, ist Diebstahl und Tempelraub, zum Tode führend, nicht zum Nutzen, auch wenn es dir gut zu sein scheint. Denn ist es gut, warum geschieht es heimlich und nicht öffentlich? Frage deinen Verstand, der dich arglistig zum Stehlen verführt; denn dadurch, daß er sich von dem Guten, das er gehört hat, entfernt, veranlaßt er dich zu bösen Handlungen. Denke nicht daran, die Zauberformeln der von wilden Thieren Gebissenen verbessern zu wollen, wenn du die Bezauberungskunst nicht verstehst; sonst möchtest du die Schlangen herbeiziehen und, wenn du von ihnen umwunden dich ihrer nicht entledigen kannst, unbarmherzig getödtet werden. Verlaß dich nicht auf den Adel des Fleisches, noch suche Ehre: „denn der fleischliche Mensch faßt nicht, was des Geistes ist.“ Suche Nichts von dem, was mit der Wahrheit in engem Zusammenhange steht, zu verdrehen, auch nicht durch deine Weichlichkeit die Kämpfenden in Versuchung zu führen, dir selbst aber eine Sündenlast aufzuladen, nicht durch ein weicheres Lager, nicht durch Kleider oder Schuhe oder einen andern Anzug, oder durch Verschiedenheit der Speisen, oder einen Tisch, wie er für die Zeit deiner Entsagung nicht gestattet ist, nicht durch Stehen oder Sitzen, nicht durch leichtere und reinlichere Handarbeit. Denn alle diese Dinge werden nicht allein, wenn du sie hast, sondern auch wenn du sie suchst, kein gutes Ende haben. Denn erkennst du darin nicht sofort eine Nachstellung des Teufels und entfernst sie aus deinem Herzen, so werden sie dich zum Abfall von dem Wandel in Christus veranlassen. Im Gegentheile stelle dir vor, du seiest der niedrigste und sündhafteste von allen Menschen, ein Fremdling, ein Bettler und nur aus Barmherzigkeit von denen aufgenommen, welche vor dir der Welt entsagt haben, beeile dich also der Allerletzte und der Diener Aller zu sein. Denn Dieses wird dir wahre Ehre und wahren Ruhm bringen, nicht Jenes. Halte deine Ohren offen zum Hören und deine Hände bereit das Gehörte auszuführen, deinen Mund im Schweigen, dein Herz in Umsicht. Achte nicht auf müßiges Gerede, sei aber klug und verständig bei Anhörung der heilsamen Lehren der göttlichen Schriften. Die Anhörung weltlicher Erzählungen sei dir eine bittere Kost, Honigseim dagegen seien dir die Vorträge heiliger Männer. Bemühe dich Jene nachzuahmen, die sich vor dir in den guten Sitten geübt haben, und warte nicht, bis du in jedem Einzelnen unterrichtet wirst. Ringe zu den höheren Tugenden zu gelangen, laß aber auch die geringeren nicht ausser Acht. Halte keinen Fehltritt für gering, selbst wenn kein Ärgerniß dadurch gegeben wird, sondern beeile dich, ihn durch Buße wieder gut zu machen, mögen auch noch so Viele kleine und größere Fehltritte machen und unbußfertig bleiben. Wirf dich nicht zum Richter über fremde Fehler auf; denn sie haben einend gerechten Richter, ,,der Jedem nach seinen Werken vergelten wird.“ Bleib du Herr des Deinigen und mache, so viel du kannst, deine Last leicht. Denn wer seine Last schwer macht, muß sie auch tragen. Buße ist Heil, Verkennung der Buße Tod.

Verbirg dich vor eiteln Menschen, zeige dich aber möglichst viel vor Gott. Vermeide, so viel an dir ist, alles Ausgehen und hüte dich, dein Herz auszuschütten. Denn bist du aus deiner Zelle gegangen, so hast du die Enthaltsamkeit verlassen, deine Augen auf die Welt gerichtet, eine Buhlerin getroffen, welche deine Ohren durch verführerische Worte, deine Augen durch ihr schönes Gesicht, deinen Geschmack durch leckerhafte Speisen bezauberte und dich so wie mit einer Angel an sich ziehen wird. Alsdann wird sie deine Glieder umfassen, dich an ihren Busen ziehen, deinen festen Vorsatz, in Enthaltsamkeit zu leben, erschüttern, dich so allmählich von dem Wege der Tugend abziehen und durch sich zu Grunde richten. Kannst du aber auch vielleicht mit Gottes Hilfe ihren Netzen entrinnen und kehrst zur Zelle zurück, so bist du nicht mehr Derselbe, sondern schlaff und kränklich und zu jedem Tugendwerke unaufgelegt, und es wird viel Zeit dazu gehören, bevor du in deinen früheren Zustand zurückkommst. Denn es werden dich die Gedanken ängstigen, welche von beiden Lebensweisen du wählen sollest, und erst nach vieler Anstrengung wirst du der Seele den Sieg verschaffen können. Trifft es sich daher, daß du Umstände halber die Zelle verlassen mußt, so waffne dich mit der Furcht Gottes wie mit einem Panzer, lege in deine Hand die Liebe Christi, bekämpfe die Angriffe der Lüste mit aller Enthaltsamkeit, kehre nach abgethanem Geschäfte sofort zurück, halte dich nicht auf, sondern begib dich in schnellem Fluge auf den Rückweg, wie jene unschuldige Taube, eile in die Arche zurück, die dich entsandt hat, in dem Munde die Barmherzigkeit Christi tragend, und überzeuge so deine Gedanken, daß an keinem andern Orte die heilsame Ruhe zu finden sei. Bist du noch jung, sei es an Körper oder an Einsicht, so fliehe den Umgang deiner Altersgenossen und laufe vor ihnen wie vor Feuer. Denn der Feind steckte durch sie Viele an und überlieferte sie dem ewigen Feuer, indem er sie unter dem Scheine geistiger Liebe in den schrecklichen Abgrund der fünf Städte stürzte, und Diejenigen, welche auf dem Meere bei allen Stürmen und Wettern erhalten geblieben waren, versenkte er, als sie sich im Hafen sicher wähnten, mit Schiff und Mannschaft in die Tiefe hinab. Setze dich nicht nahe bei einem Altersgenossen auf den Stuhl, und gehst du zu Bett, so laß deine Kleider nicht nahe zu den seinigen kommen, sondern nimm einen Älteren in die Mitte. Spricht er mit dir oder psalmodirt dir gegenüber, so antworte ihm, indem du niederblickst, damit du nicht etwa durch den Anblick seines Gesichts von dem feindlichen Seemann Samen sinnlicher Begierde empfangest und Früchte des Verderbens erntest. In einem Hause oder an einem Orte, wo Niemand ist, der eure Handlungen sieht, sollst du weder unter dem Vorwande der Betrachtung des göttlichen Wortes noch irgend eines noch so nothwendigen Geschäfts mit ihm zusammentreffen; denn keine Nothwendigkeit geht über die Seele, für welche Christus gestorben ist. Glaube nicht dem arglistigen Gedanken, der dir zuflüstert, darin sei kein Ärgerniß; daß darin eines sei, davon überzeuge dich durch die vielen Erfahrungen Derjenigen, welche gefallen sind und dir Dieß deutlich zeigen.

Glaube meinen Worten, die aus einem brüderlichen Herzen kommen. Gehe zu den Alten, die nicht leicht zugänglich sind und mit salbungsvollen Reden und Sprüchen die Jünglinge zu tugendhaften Handlungen ermahnen, keineswegs aber durch ihr Angesicht schaden. „Mit aller Wachsamkeit bewahre dein Herz.“ Denn wie dem Golde unabläßig bei Tage und bei Nacht von den Dieben nachgetrachtet und es unvermuthet und ohne dein Wissen geraubt wird, ebenso siehe zu, daß dich der Feind nicht durch die Sünde des ersten Vaters verführe und dich schnell aus dem Paradiese der Wonne verstoße. Denn Derjenige, welcher durch den verstohlenen Genuß jener Speise Adam des Lebens beraubte und auch Jesus zu verführen dachte, wird sich um so weniger abhalten lassen, auch für dich die erste Ursache der Übel bereit zu halten, weil er weiß daß es ein wirksames Gift ist. Denn das Laster der Schlemmerei pflegt seine Kraft nicht in der Menge der Speisen, sondern in der Begierde und im Kosten und Zuschmecken zu haben. Ist nun schon die Begierde, nur ein wenig kosten zu dürfen, stark genug, dich in das Laster der Schlemmerei zu stürzen, so wird der Feind leichtes Spiel haben dich dem Tode zu überliefern. Denn wie das Wasser in viele Gräben zertheilt seiner Natur gemäß bewirkt, daß Alles um die Gräben grünt, ebenso wird auch das Laster der Schlemmerei, theilt es sich deinem Herzen mit, alle deine Sinne durchsickern, einen Wald der Bosheit in dir pflanzen und deine Seele zu einem Aufenthaltsorte wilder Thiere machen. Ich habe Viele, die von Leidenschaften beherrscht wurden, sich bessern sehen; aber darunter habe ich keinen heimlichen Fresser oder Schlemmer gesehen, sondern entweder gingen sie, von dem müssigen Leben losgerissen, in der Welt zu Grunde, oder sie suchten sich vor den Mäßigen zu verbergen und schloßen sich in ihrem Wohlleben an den Teufel. Denn Solche sind Lügner, schwören viel, sind meineidig, zanksüchtig, Schläger, Schreier, leugnen, daß sie gegessen haben, knechtisch, weichlich tadelsüchtig. Grübler, lieben die Finsterniß und widersetzen sich absichtlich jeder tugendhaften Lebensweise. Denn um das Laster der Schwelgerei zu verbergen, fallen sie in eine Menge von Schlechtigkeiten. Dem Scheine nach gehören sie zu den Auserwählten, in der That aber zu den Verworfenen.

Dieses Laster hat Adam dem Tode überliefert, über die Welt Verderben gebracht ob seiner Bauchlust. Noe wird verlacht, Cham ist verflucht, Esau verliert seine Erstgeburt und verschwägert sich mit den Chananiten, Lot vergeht sich mit seinen Töchtern und wird sein eigener Schwiegervater und Schwiegersohn, der Vater wird Mann und der Großvater Vater und verspottet so nach beiden Seiten bin die Grenzen der Natur. Dieses Laster machte auch Israel zum Götzenanbeter und warf ihre Leichname in die Wüste hin. Dieses Laster hat auch einen Propheten, der von Gott abgeschickt worden war, einen gottlosen König zu strafen, zur Beute eines wilden Thieres gemacht, und der, an dem der König Jeroboam sich mit seiner ganzen Macht nicht rächen konnte, wurde von der Bauchlust gefangen und starb eines elenden Todes. Daniel dagegen, der Mann der Sehnsucht, beherrschte seinen Bauch und bemächtigte sich der Herrschaft der Chaldäer, stürzt die Götzen, erlegte den Drachen, bändigte die Löwen, sagte die Menschwerdung Gottes vorher und erklärte die verborgenen Geheimnisse. Die drei heiligen Jünglinge, welche sich über der Bauchlust erhaben zeigten, verachteten den Zorn des Königs und stiegen unerschrocken in jenen schrecklichen brennenden Ofen, den der König Nabuchodonosor hatte anzünden lassen. Sie zeigten, daß ein goldenes Bild vergebens zum Gott gemacht sei, und dieses, vom Satan lange zur Verspottung der Ehre Gottes ausgerichtet, nahmen sie als Beute hinweg und brachten es ihren Herrn. Selbst den gegen Gott höchst feindlichen König und sein ganzes Heer veranlaßten sie mit der ganzen Schöpfung Gott zu lobsingen. Und um es mit einem Worte zu sagen, zügelst du den Bauch, so wirst du das Paradies bewohnen; zügelst du ihn nicht, so wirst du ein Raub des Todes.

Werde eine zuverläßige Schatzkammer der Tugend, und zum Schlüssel diene dir die Zunge deines geistigen Vaters. Sie öffne dir den Mund zum Empfange des Brodes und verschließe ihn. Nicht nimm die Schlange zum Rathgeber, die, anstatt gut zu rathen, dich als Beute fort führen will. Selbst bis auf das Zuschmecken mit der Zunge hüte dich vor dem heimlichen Essen. Denn wird dich der Feind im Kleinen stürzen können, so wird er dich im Kampfe niederwerfen und in Fesseln schlagen. Leihe deine Ohren nicht jedem Schwätzer, noch antworte jedem Plauderer in Reden, die dem Zwecke der Tugendübung nicht entsprechen. Höre gern gute Lehren und bewahre dein Herz durch die Betrachtung derselben. Hüte deine Ohren vor weltlichen Gesprächen, damit nicht der spritzende Koth deine Seele beflecke. Bemühe dich nicht zu hören, was Andere sagen, noch stecke deinen Kopf mitten unter die Sprechenden, damit du nicht selbst verlacht werdest und die Andern zu Verleumdern machest. Sei nicht neugierig und wolle nicht Alles sehen, damit du nicht das Gift der Leidenschaften in deinen Geist aufnehmest. Sieh auf nützliche, höre auf nützliche, rede auf nützliche, antworte auf nützliche Weise. Maße dir nicht an, in Gegenwart eines Höheren, als du bist, zu sitzen. Wirst du aber dazu genöthigt, so nimm nicht neben ihm Platz, sondern sieh dich da und dort um, und suche einen niedrigeren Sitz zu finden, damit dich Gott wegen deiner Demuth verherrliche. Wirst du gefragt, so antworte in geziemendem und bescheidenem Tone; wirst du nicht gefragt, so schweige still. Wird ein Anderer gefragt, so verschließe deinen Mund, damit nicht die Zunge, vom vorschnellen Herzen getrieben, herauseilt und Einen, der es mit dem asketischen Leben genau nimmt, beleidigt und dich in die Bande der Vorwürfe schlägt. Sitzest du, so lege nicht ein Bein über das andere, denn das ist ein Zeichen von Unachtsamkeit und einer überspannten Seele. Redest du mit einem Geringeren als du, oder wirst du von ihm gefragt so antworte ihm nicht träge und zögernd, als ob du deinen Bruder Gott zum Hohn verachtetest. Denn „wer den Armen verachtet, der schmäht den Schöpfer desselben,“ sagt das Sprüchwort. Ein ermunterndes Wort gehe deiner übrigen Rede vorher, welches deine Nächstenliebe bestätigt. Bringe es auch an in der Mitte und am Ende des Gesprächs und zwar mit heiterem Antlitz, damit du den, der mit dir redet, erfreuest. Über jede gute Handlung des Nächsten freue dich und preise Gott; denn dein sind seine guten Werke, wie auch die deinigen sein sind. Bei Zusammenkünften vermeide den ersten Platz und ersten Sitz, begib dich aber auf die letzte Stelle, damit du vielmehr hörest: ,,Freund, rücke weiter hinauf.“ Bei Tische zeige sich deine linke Hand nicht ungebührlich und laß sie der rechten nicht vorgreifen. Vielmehr sei sie unthätig, wenn nicht, so unterstütze sie die rechte. So oft du zum Gebete gerufen wirst, laß deinen Mund mitsprechen und wohne der Andacht bis zum letzten Gebete bei, die Abbrechung für einen großen Nachtheil haltend. Denn wenn du zur Erhaltung deines Körpers Speise zu dir nimmst, lässest du dich schwer losreissen und hältst dich am Tische, bis du vollkommen gesättigt bist und entfernst dich nicht leicht ohne dringende Noth; um wie viel mehr mußt du bei dem geistigen Mahle ausharren und deine Seele mit dem Gebete stärken! Denn so groß der Unterschied ist zwischen Himmel und Erde und den himmlischen und irdischen Dingen, so groß ist der Unterschied zwischen Seele und Körper.

Die Seele ist ein Sinnbild des Himmels, denn in ihr wohnt der Herr; das Fleisch aber ist von der Erde, aus welcher sterbliche Menschen und unvernünftige Thiere wohnen. Daher richte deine leiblichen Bedürfnisse nach den Gebetsstunden ein und sei bereit, keinem Gedanken Gehör [S. 29] zu geben, der dich von dem vorgeschriebenen Gebete abhält. Denn die bösen Geister pflegen uns während der Gebetsstunden unter einem schicklichen Grunde zum Abtreten anzureizen, um uns unter einem scheinbar guten Vorwande von dem heilsamen Gebete zu entfernen. Wende nicht vor und sage: Ach mein Kopf, ach mein Bauch, indem du andächtige Zeugen eines nicht vorhandenen Schmerzes anführst und der Ruhe wegen deine Kraft zu wachen abschwächst. Verrichte vielmehr verborgene Gebete, welche Gott im Verborgenen sieht, und welche er dir öffentlich belohnen wird. Schaffe dir durch einen sehr guten Lebenswandel einen überflüssigen Schatz, damit du am Tage der Noth einen verborgenen Reichthum findest. Bei deinen täglichen Beschäftigungen verbinde mit der körperlichen Arbeit auch ein ermunterndes Wort aus Liebe zu denen, welchen du dienst, damit dein Dienst angenehm werden weil mit Salz gewürzt. Die obliegenden Arbeiten laß keinen Andern verrichten, damit dir nicht auch der Lohn entrissen und einem Andern gegeben werde und ein Anderer von deinem Reichthume Ehre habe, während du erniedrigt wirst. Erfülle deine Dienstpflichten mit Anstand und Sorgfalt, als ob du Christus selbst dientest. „Denn verflucht,“ heißt es, „ist Jeder, welcher die Werke des Herrn nachläßig thut.“ Fürchte den Mißbrauch, der aus dem Zuviel und der Nachläßigkeit entsteht, und scheint der Dienst, welchen du unter Händen hast, gering, so wisse, daß Gott ihn sieht. Dienen ist ein wichtiges Werk, denn es erwirbt das Himmelreich. Denn es ist ein Netz der Tugenden, welches alle Gebote Gottes in sich schließt. Und an erster Stelle enthält es die Demuth, die Mutter aller Tugenden, die eine Menge Güter mit sich bringt. Dann enthält es: „Ich war hungrig und ihr gabet mir zu essen; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ein Fremdling und krank und im Gefängniß und ihr habt mich bedient.“ Dieses trifft besonders zu, wenn man seine Pflicht mit demüthigem Herzen, ohne Hoffart, Zorn und Murren erfüllt. Eifere denen nach, die rechtschaffen leben, und präge ihre Handlungen deinem Herzen ein. Wünsche einer der Wenigen zu werden; denn das Gute ist selten, darum sind auch Wenige, die ins Himmelreich kommen. Denke nicht, Alle, die in der Zelle seien, Gute und Schlechte würden selig. So ist es freilich nicht. Denn Viele widmen sich dem frommen und heiligen Leben, wollen aber das Joch desselben nicht tragen. Denn das Himmelreich gehört den Gewaltigen, und die Gewalt gebrauchen, reissen es an sich. So sagt das Evangelium; Gewalt nennt es die Beschwerden des Körpers, welche die Jünger Christi freiwillig auf sich nehmen, indem sie auf ihren eigenen Willen und die Ruhe des Körpers verzichten und alle Gebote Christi beobachten. Willst du daher das Reich Gottes an dich reissen, so brauche Gewalt und beuge deinen Nacken unter das Joch der Dienstbarkeit Christi, befestige sein Joch an deinem Halse, es drücke deinen Nacken, erleichtere es dir durch Übung der Tugenden, durch Fasten, Wachen, Gehorsam, Schweigen, Psalmgesang, Gebet, Thränen, Handarbeit, Ertragung jeder Trübsal, die von bösen Geistern oder Menschen über dich kommt.

Laß dich nicht mit der Zeit von einem hochmüthigen Gedanken verleiten, in den Bestrebungen nachzulassen, damit du nicht an der Ausgangsthür von Tugenden entblößt getroffen und ausserhalb der Pforten des Himmelreichs gefunden werdest. Die Stelle, die du im Klerus einnimmst, soll dich nicht stolz, sondern vielmehr demüthig machen. Denn ein Fortschritt im Leben ist ein Fortschritt in der Demuth, Hochmuth dagegen erzeugt Zurücksetzung und Schande. Je mehr es dir vergönnt ist, dich den höheren Stufen der priesterlichen Würden zu nahen, desto mehr demüthige dich, aus Furcht vor dem Beispiele der Söhne Aarons. Kenntniß der Frömmigkeit ist Kenntniß der Demuth und Sanftmuth. Demüthig sein heißt Christus nachahmen, aber stolz, frech und unverschämt sein, heißt den Teufel nachahmen. Werde ein Nachfolger Christi und nicht des Antichrist, Gottes und nicht des Feindes Gottes, des Herrn und nicht des Sklaven, des Barmherzigen und nicht des Unbarmherzigen, des Menschen-Freundes und nicht des Menschen-Hassers, der Genossen des Brautgemachs und nicht der Finsterniß. Trachte nicht darnach, den Brüdern zu befehlen, damit du dir nicht die Lasten fremder Sünden auf den Hals ladest. Betrachte das Werk eines jeden Tages und vergleiche es mit dem des vorhergehenden und strebe nach Besserung. Schreite fort in den Tugenden, damit du den Engeln gleich werdest. Verbringe in der Zelle nicht Tage, nicht Monate, sondern viele Jahre hindurch deinem Herrn lobsingend bei Tag und bei Nacht nach dem Beispiele der Cherubim. Fängst du so an, und vollendest du so, dann wirst du in kurzer Zeit den beschwerlichen Weg der Übung zurückgelegt haben und mit der Gnade Gottes in das Paradies eingehen und in reinem Glanze der Seele dich mit Christus freuen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Was einen Mönch ziert.

Vor Allem muß der Mönch haben ein Leben in Armuth Einsamkeit dem Leibe nach, gesetzte Haltung, gemäßigte Stimme, geordnete Rede, keine Sorge um Speise und Trank. Auch muß er mit Stillschweigen essen, vor Älteren schweigen, bei Weiseren zuhören, Seinesgleichen lieben, den Niedern liebevoll rathen, von den Schlechten, fleischlich Gesinnten und Händelsüchtigen sich entfernen, mehr denken, wenig reden, im Reden nicht anmaßend, im Umgänge zurückhaltend sein, nicht zum Lachen geneigt, schamhaft sein, die Augen niederschlagen, aber den Geist nach oben richten. Ferner muß er Gegenreden nicht widersprechen, folgsam sein, mit den Händen arbeiten, stets an die letzten Dinge denken, sich der Hoffnung freuen, in der Bedrängniß ausharren, unabläßig beten, bei Allem danken, gegen Alle demüthig sein, den Hochmuth hassen, nüchtern sein und das Herz vor bösen Gedanken bewahren, durch die Gebete sich Schätze für den Himmel sammeln, seine täglichen Gedanken und Handlungen erforschen, sich nicht in Händel und weitläufiges Gerede einlassen. Dann muß er sich um das Leben der Leichtsinnigen nicht kümmern, sondern das der heiligen Väter nachahmen, sich mit denen freuen, welche die Tugend pflegen und sie nicht beneiden, mit den leidenden leiden und ihnen weinen, sie herzlich bedauern, aber nicht verurtheilen, den die Sünde Aufgebenden nicht schmähen und sich nicht selbst rechtfertigen, vor Allem sich vor Gott und Menschen als Sünder bekennen. Die Unordentlichen muß er ermahnen, die Kleinmüthigen trösten, den Kranken beistehen, den Heiligen die Füße waschen, Gastfreundschaft und Bruderliebe üben, mit den Glaubensgenossen in Frieden leben, einen ketzerischen Menschen fliehen, die echten Bücher lesen, die unterschobenen überhaupt nicht anrühren, über den Vater, Sohn und heiligen Geist nicht grübeln, sondern eine unerschaffene und wesensgleiche Dreieinigkeit freimüthig bekennen und denken und den Fragenden antworten: Wir müssen getauft werden, wie uns überliefert worden, glauben, wie wir getauft worden sind, und Gott verherrlichen, wie wir glauben. Auch muß er sich in guten Werken und Reden üben, überhaupt nicht schwören, kein Geld auf Wucher geben, nicht mit Getreide, Wein und Öl Handel treiben, um zu gewinnen, sich von Rausch, Trunkenheit und weltlichen Sorgen fernhalten, im Umgange nicht hinterlistig sein, überhaupt über Niemand nachtheilig reden, nicht verleumden noch überhaupt Verleumdungen gerne anhören nicht sogleich das Nachtheilige von Jemand glauben, sich weder vom Zorne noch von Muthlosigkeit beherrschen lassen, nicht ohne Grund dem Nächsten zürnen, gegen Niemanden Zorn im Herzen haben, nicht Böses mit Bösem vergelten, lieber geschmäht werden als schmähen, geschlagen werden als schlagen, Unrecht leiden als Unrecht thun, beraubt werden als berauben.

Auch muß sich der Mönch vor Allem von den Umgange mit Weibern und vom Weintrinken enthalten, weil Wein und Weiber selbst Einsichtsvolle zum Abfalle bringen, nach Kräften die Gebote des Herrn erfüllen, darin nicht saumselig sein, sondern von ihm den Lohn und das Lob erwarten, sich nach dem Genusse des ewigen Lebens sehnen und den Ausspruch Davids immer vor Augen haben und sagen: „Ich sah den Herrn allzeit vor mir, weil er zu meiner Rechten ist, damit ich nicht wanke.“ Ferner soll er als Sohn Gottes Gott von ganzem Herzen, aus ganzem Vermögen, aus ganzem Gemüthe und aus allen Kräften lieben, als Diener aber ihn ehren und fürchten, auf ihn hören und mit Furcht und Zittern sein Heil wirken; dann im Geiste erglühen, mit der Rüstung des heiligen Geistes bekleidet sein, nicht laufen ohne Ziel, nicht kämpfen, um Luftstreiche zu thun, den Feind durch die Schwachheit des Fleisches und die Armuth des Geistes niederkämpfen, alle Befehle ausführen und sich einen unnützen Knecht nennen, dem heiligen glorreichen und furchtbaren Gott danken, Nichts aus Streitsucht und Eitelkeit thun, sondern Alles Gottes wegen und um ihm zu gefallen; „denn Gott zerstreut die Gebeine Derjenigen, welche den Menschen gefallen.“ Überhaupt muß er sich nicht rühmen und nicht sein eigenes Lob verkünden, noch dem gern zuhören, der ihn lobt, alle Dienste im Verborgenen verrichten und nicht, um sich vor den Menschen zu zeigen, sondern das Lob nur bei Gott suchen und an seine schreckliche und herrliche Ankunft denken, an das Scheiden von hinnen, an die den Gerechten hinterlegten Güter, zugleich aber auch an das Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. Neben Diesem allen muß er sich des Ausspruches des Apostels erinnern, „daß die beiden dieser Welt nicht zu vergleichen seien mit der zu künftigen Herrlichkeit, die an uns offenbar werden wird,“ und im Voraus mit David sagen: Diejenigen, welche seine Gebote beobachten, haben eine vielfache Vergeltung, reichen Lohn, Kronen der Gerechtigkeit, ewige Wohnungen, ein Leben ohne Ende, eine unaussprechliche Freude, einen unzerstörbaren Aufenthalt bei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, dem wahren Gott im Himmel, das Anschauen von Angesicht zu Angesicht, die Theilnahme an den Chören der Engel, Vätern, Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer und Bekenner, sowie Aller, die Gott von Anbeginn gefallen haben, bei denen auch wir gefunden zu werden uns bemühen sollen, durch die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dem die Ehre und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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