Martyrium des Hl. Polykarp

Märtyrerakten

Die Kirche Gottes zu Smyrna an die Kirche Gottes zu Philomelium und an alle Gemeinden der heiligen und katholischen Kirche allerorten. Erbarmung, Friede und Liebe Gottes des Vaters und unseres Herrn Jesus Christus mögen euch in Fülle zuteil werden.

Wir schreiben euch, Brüder, über das, was sich zugetragen hat mit den Märtyrern und besonders mit dem seligen Polykarp, der durch sein Zeugnis der Verfolgung gleichsam das Siegel aufgedrückt und ein Ende gemacht hat. Denn beinahe alles, was vorherging, geschah, damit uns der Herr noch einmal das Schauspiel des Martyriums, wie es im Evangelium erzählt ist, vor Augen führe. Denn er wartete, bis er ausgeliefert wurde, wie auch der Herr, damit auch wir seine Nachahmer werden, indem wir nicht nur unser eigenes Wohl, sondern auch das des Nächsten im Auge haben. Denn es ist ein Zeichen wahrer und starker Liebe, wenn man nicht nur sich selbst, sondern auch alle seine Brüder retten will.

Segensreich und ehrenvoll waren alle Martyrien, wenn sie nach Gottes Willen geschahen; denn, wenn wir gottesfürchtig sind, müssen wir Gott die Macht über alles zuschreiben. Wer nämlich sollte nicht ihren Edelsinn, ihre Ausdauer und ihre Liebe zum Herrn bewundern? Zerfleischt mit Geißeln derart, daß man bis auf die Adern und Blutgefäße in ihrem Innern den Bau ihres Leibes sehen konnte, hielten sie aus; selbst die Zuschauer wurden von Mitleid ergriffen und weinten; sie selbst aber erschwangen sich zu einer solchen Höhe der Seelenstärke, daß keiner von ihnen schrie oder stöhnte, und lieferten uns allen damit den Beweis, daß die edelmütigen Märtyrer Christi in der Stunde der Peinigung fern vom Fleische weilten, oder besser gesagt, daß der Herr bei ihnen stand und ihnen zuredete. Indem sie ihren Sinn auf Christi Gnade hinrichteten, verachteten sie die irdischen Martern und kauften sich so durch Leiden einer Stunde von ewiger Strafe los. Das Feuer der rohen Henker erschien ihnen als Kühlung; denn sie hatten nur den einen Gedanken, dem ewigen Feuer zu entrinnen, das nie erlischt, und sahen mit den Augen des Geistes auf die Güter, welche den Ausharrenden hinterlegt sind, die kein Ohr gehört, kein Auge gesehen hat und die in keines Menschen Herz gedrungen sind; ihnen aber wurden sie vom Herrn gezeigt, da sie ja nicht mehr Menschen, sondern bereits Engel waren. In gleicher Weise ertrugen sie auch, zu den wilden Tieren verurteilt, gräßliche Qualen; sie wurden über Muscheln gewälzt und auf allerlei andere Art mißhandelt; auf diese Weise wollte der Tyrann sie, wenn es möglich wäre, durch die lange Dauer der Peinigung zur Ableugnung bewegen.

Vieles ersann der Teufel gegen sie; aber, Gott sei Dank! gegen alle war er ohnmächtig. Denn der edle Germanikus stärkte ihre Schwäche durch seine Standhaftigkeit. Er kämpfte in hervorragender Weise mit den wilden Tieren. Als ihn der Prokonsul überreden wollte und sagte, er habe Mitleid mit seinem Alter, reizte er das Tier gewaltsamerweise gegen sich, damit er um so schneller von diesem gottlosen und ungerechten Leben befreit werde. Da geriet das ganze Volk in Entsetzen über den Heldenmut der gottliebenden und gottesfürchtigen Sekte der Christen und schrie: Weg mit den Gottlosen, man suche den Polykarp!

Einer aber, ein Phrygier, namens Quintus, der eben aus Phrygien hergekommen war, geriet in Angst beim Anblick der Bestien. Gerade er war es, der sich freiwillig dem Gerichte gestellt und auch einige andere dazu veranlaßt hatte. Ihn bewog der Prokonsul durch wiederholtes Zureden zu schwören und zu opfern. Darum, Brüder, loben wir nicht die, welche sich selbst darbieten; so lehrt auch nicht das Evangeliums.

Der bewunderungswürdige Polykarp aber erschrak nicht, als er davon hörte, und wollte zunächst in der Stadt bleiben; aber die Mehrzahl beredete ihn zur Flucht. Da zog er sich auf ein Landgut zurück, das nahe bei der Stadt lag, und hielt sich dort mit einigen wenigen auf, ohne Tag und Nacht etwas anderes zu tun als zu beten für alle Menschen und für die Kirchen der ganzen Welt, wie er es gewohnt war. Und als er so betete, hatte er drei Tage vor seiner Gefangennahme ein Gesicht, er sah sein Kopfkissen von Feuer ergriffen; da wandte er sich an seine Umgebung und sprach prophetisch: „Ich muß lebendig verbrannt werden“.

Da man die Nachforschungen nach ihm eifrig fortsetzte, flüchtete er sich in ein anderes Landhaus, und sofort waren die, welche ihn suchten, ihm auf der Spur. Und als sie ihn nicht fanden, ergriffen sie zwei junge Sklaven, von denen einer auf der Folter bekannte. Es war nämlich unmöglich, daß er verborgen blieb, da die welche ihn verrieten, seine Hausgenossen waren. Der Irenarch, der denselben Namen Herodes trug, beeilte sich, ihn in die Rennbahn zu bringen, damit jener seine Bestimmung erreiche, indem er Christi Genosse wurde, seine Verräter aber die Strafe des Judas treffe.

Mit dem jungen Sklaven zogen nun an einem Freitage zur Stunde der Mahlzeit die Häscher mit einer Abteilung Reiterei in ihrer gewohnten Bewaffnung gegen ihn wie gegen einen Räuber los. Sie kamen zu später Stunde an und fanden ihn im oberen Stockwerke eines kleinen Hauses. Von dort hätte er wohl an eine andere Stelle fliehen können, aber er wollte es nicht und sagte: Der Wille Gottes geschehe! Als er von ihrer Anwesenheit hörte, stieg er hinab und sprach mit ihnen; sie aber waren betroffen über sein hohes Alter, seine Ruhe und darüber, daß sie sich eine solche Mühe gegeben hatten, einen so alten Mann aufzugreifen. Sofort gab er Auftrag, ihnen zur selben Stunde Speise und Trank vorzusetzen, soviel sie wollten; er bat sie aber auch, ihm noch eine Stunde zu ungestörtem Gebete zu gewähren. Als sie ihm diese zugestanden, betete er stehend, voll der Gnade Gottes, so, daß er zwei Stunden lang nicht fertig werden konnte und daß die Häscher staunten, mehrere es auch bereuten, gegen einen so gottgefälligen Greis ausgezogen zu sein.

Endlich schloß er sein Gebet, in welchem er aller gedacht hatte, die er jemals kennen gelernt hatte, Kleiner und Großer, Berühmter und Unberühmter und der ganzen katholischen Kirche auf dem weiten Erdenrund. Als nun die Zeit des Aufbruches kam, setzte man ihn auf einen Esel und brachte ihn so zur Stadt: es war an einem großen Sabbat. Der Irenarch Herodes und sein Vater Niketes kamen ihm entgegengefahren; sie nahmen ihn zu sich auf den Wagen und suchten ihn, während sie neben ihm saßen, zu überreden mit den Worten: „Was ist es denn Schlimmes, Herr Kaiser zu sagen, zu opfern und ähnliches zu tun und so sein Leben zu retten?“ Anfangs gab er ihnen keine Antwort; da sie ihn aber nicht in Ruhe ließen, sagte er: „Ich bin nicht gewillt zu tun, was ihr mir ratet“. Als sie nun ihr Vorhaben gescheitert sahen, sprachen sie Drohworte gegen ihn aus und stießen ihn mit solcher Hast hinunter, daß er sich beim Absteigen vom Wagen das Schienbein verletzte. Doch er achtete nicht darauf, ging, als wäre ihm nichts geschehen, heiter mit schnellen Schritten weiter und wurde in die Rennbahn geführt; es war aber in der Rennbahn ein solcher Lärm, daß man nichts verstehen konnte.

Als Polykarp in die Rennbahn eintrat, erscholl eine Stimme vom Himmel: „Mut, Polykarp, halte dich männlich!“ Den Redenden sah niemand, die Stimme aber hörten alle, die von den Unsrigen anwesend waren. Wie schon gesagt wurde, war bei seinem Eintreten der Lärm groß, da man gehört hatte, daß Polykarp ergriffen worden war. Als er nun vorgeführt wurde, fragte ihn der Prokonsul, ob er Polykarp sei. Er bejahte das, worauf jener ihn bereden wollte zu verleugnen und sagte: „Bedenke dein hohes Alter“, und anderes derart, wie sie zu sprechen gewohnt sind: „Schwöre beim Glücke des Kaisers! Gehe in dich, sprich: „Weg mit den Gottlosen!“ Polykarp aber schaute mit finsterer Miene über die ganze Masse der in der Rennbahn versammelten heidnischen Scharen hin, streckte die Hand gegen sie aus seufzte sah den Himmel und sprach „Weg mit, den Gottlosen!“ Der Prokonsul aber drang noch mehr in ihn und sprach: „Schwöre und ich gebe dich frei, fluche Christo!“ Da entgegnete Polykarp: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König und Erlöser lästern?“

Als er aber aufs neue in ihn drang und sagte: „Schwöre beim Glücke des Kaisers“, antwortete er: „Wenn du dir mit dem Gedanken schmeichelst, ich würde, wie du es nennst, beim Glücke des Kaisers schwören, und dich stellst, als wüßtest du nicht, wer ich bin, so höre mein freimütiges Bekenntnis: Ich bin ein Christ. Willst du aber die Lehre des Christentums kennen lernen, so bestimme mir einen Termin zur Aussprache“. Der Prokonsul sagte: „Rede dem Volke zu!“ Polykarp antwortete: „Dich habe ich einer Erklärung für würdig gehalten; denn man hat uns gelehrt, den von Gott gesetzten Obrigkeiten und Gewalten die gebührende Ehre zu erweisen, wenn sie uns keinen Schaden bringt; jene aber halte ich nicht für wert, mich vor ihnen zu verteidigen.“

Da erklärte der Prokonsul: „Ich habe wilde Tiere, denen werde ich dich vorwerfen lassen, wenn du nicht anderen Sinnes wirst.“ Der aber entgegnete: „Laß sie kommen; denn unmöglich ist uns die Bekehrung vom Besseren zum Schlimmeren; ehrenvoll aber ist es, sich vom Schlechten zur Gerechtigkeit hinzuwenden.“ Jener aber fuhr fort: „Wenn du dir aus den Tieren nichts machst, lasse ich dich vom Feuer verzehren, sofern du deine Meinung nicht änderst.“ Darauf sagte Polykarp: „Du drohst mir mit einem Feuer, das nur eine Stunde brennt und nach kurzem erlischt; denn du kennst nicht das Feuer des zukünftigen Gerichtes und der ewigen Strafe, das auf die Gottlosen wartet. Doch was zögerst du? Hole herbei, was dir gefällt!“

Während Polykarp dieses und noch anderes sprach, war er voll Mut und Freude und sein Antlitz strahlte von Anmut, so daß er nicht nur nicht bestürzt über das ihm Angedrohte, die Fassung verlor, sondern daß vielmehr der Prokonsul staunte; dieser schickte seinen Herold und ließ mitten in der Rennbahn dreimal verkünden: „Polykarp hat sich als Christ bekannt“. Als der Herold das ausgerufen hatte, schrie die ganze Menge der Heiden und Juden, die in Smyrna wohnten, in unverhohlener Wut und mit lauter Stimme: „Dieser ist der Lehrer Asiens, der Vater der Christen, der Zerstörer unserer Götter, der durch seine Lehre viele bewegt, nicht zu opfern und anzubeten“. So schrien sie und verlangten von dem Asiarchen Philippus, er solle einen Löwen auf Polykarp loslassen. Der aber erklärte, das sei ihm nicht gestattet, weil die Tierhetzen beendigt seien. Da fanden sie es für gut, einstimmig zu schreien, Polykarp solle lebendig verbrannt werden. Es mußte ja auch das an seinem Kopfkissen ihm geoffenbarte Gesicht sich erfüllen; er hatte dieses beim Gebete brennen sehen und zu den Gläubigen, die bei ihm waren, hingewandt die prophetischen Worte gesprochen: „Ich muß lebendig verbrannt werden“.

Das wurde schneller ausgeführt, als es erzählt werden kann. Die Volksmassen trugen auf der Stelle aus den Werkstätten und Bädern Holz und Reisig zusammen; die größten Dienste leisteten dabei bereitwilligst die Juden, wie sie es gewohnt sind. Als der Holzstoß errichtet war, legte er alle seine Oberkleider ab, löste seinen Gürtel und versuchte, auch seine Schuhe auszuziehen. Das hatte er früher nicht getan, weil allezeit die Gläubigen wetteiferten, wer zuerst seinen Leib berühre; denn wegen seines guten Wandels war er schon vor seinem Martyrium mit aller Tugend geschmückt. Sofort nun wurde das Material, das für den Scheiterhaufen zubereitet war, um ihn herumgelegt; als man ihn auch annageln wollte, sagte er: „Laßt mich so; denn der mir verliehen hat, den Feuertod geduldig zu leiden, wird mir auch die Kraft geben, ohne die durch eure Nägel gebotene Sicherheit unbeweglich auf dem Scheiterhaufen auszuharren“.

Die nagelten ihn also nicht an, banden ihn aber fest. Er aber, die Hände auf dem Rücken festgebunden, wie ein ausgezeichneter Widder aus einer großen Herde zur Opfergabe, zum wohlgefälligen Brandopfer für Gott, auserlesen, blickte gen Himmel und sprach: „Herr, allmächtiger Gott, Vater deines geliebten und gebenedeiten Sohnes Jesus Christus, durch den wir Kenntnis von dir erlangt haben, Gott der Engel, der Mächte, der gesamten Schöpfung und der ganzen Schar der Gerechten, die vor deinem Angesichte leben! Ich preise dich, daß du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, teilzunehmen in der Gemeinschaft deiner Märtyrer an dem Kelche deines Christus zur Auferstehung ins ewige Leben nach Leib und Seele in der Unvergänglichkeit des Heiligen Geistes. Unter diesen möchte ich heute vor dir aufgenommen werden als ein fettes und wohlgefälliges Opfer, sowie du, untrüglicher und wahrhafter Gott, mich dazu vorbereitet, wie du es mir vorherverkündet und wie du es jetzt erfüllt hast. Deswegen lobe ich dich auch für alles, ich preise dich und verherrliche dich durch deinen ewigen und himmlischen Hohenpriester Jesus Christus, deinen geliebten Sohn, durch den dir mit ihm und dem Heiligen Geiste Ehre sei jetzt und in alle Ewigkeit. Amen“.

Als er das Amen ausgesprochen und sein Gebet vollendet hatte, zündeten die Heizer das Feuer an. Mächtig loderte die Flamme empor; da schauten wir, denen diese Gnade gegeben war, denen es auch vorbehalten war, das Geschehene den anderen zu verkünden, ein Wunder. Denn das Feuer wölbte sich wie ein vom Winde geschwelltes Segel und umwallte so den Leib des Märtyrers; dieser aber stand in der Mitte nicht wie bratendes Fleisch, sondern wie Brot, das gebacken wird, oder wie Gold und Silber, das im Ofen geläutert wird. Auch empfanden wir einen Wohlgeruch wie von duftendem Weihrauch oder von einem anderen kostbaren Rauchwerk.

Als endlich die Gottlosen sahen, daß sein Leib vom Feuer nicht könne verzehrt werden, befahlen sie dem Konfektor, hinzuzutreten und ihm den Dolch in die Brust zu stoßen. Als das geschah, kam eine solche Menge Blut hervor, daß das Feuer erlosch und das ganze Volk erstaunt war über den großen Unterschied der Ungläubigen und der Auserwählten. Einer von diesen ist der bewunderungswerte Blutzeuge Polykarp gewesen, der in unserer Zeit durch seine Lehre ein Apostel und Prophet geworden ist, der Bischof der katholischen Kirche zu Smyrna; denn jedes Wort, das aus seinem Munde kam, hat sich erfüllt und wird sich erfüllen.

Als aber der Nebenbuhler, der Verleumder und Böse, der Gegner der Gerechten, die Größe seines Martyriums, seinen von jeher unbefleckten Wandel und ihn selbst sah, wie er mit dem Kranze der Unvergänglichkeit geschmückt war und einen unbestrittenen Kampfpreis davontrug, da arbeitete er darauf hin, daß wir seine Überbleibsel nicht davontragen sollten, obschon viele dies zu tun und an seinem heiligen Leibe Anteil zu haben beehrten. Er veranlaßte also den Niketes, den Vater des Herodes und Bruder der Alke, den Prokonsul zu ersuchen, er möge seinen Leib nicht herausgeben, damit sie nicht – das sind seine Worte – den Gekreuzigten verlassen und diesen anzubeten anfangen. Das sagten sie auf Antrieb und Drängen der Juden, die auch achtgaben, als wir ihn aus dem Feuer nehmen wollten; sie begreifen nicht, daß wir Christus niemals verlassen werden, der für das Heil aller, die auf Erden gerettet werden, gelitten hat als ein Schuldloser für die Schuldigen, und daß wir auch keinen andern anbeten können. Denn ihn beten wir an, weil er der Sohn Gottes ist. Den Märtyrern aber erweisen wir als Schülern und Nachahmern des Herrn gebührende Liebe wegen ihrer unübertrefflichen Zuneigung zu ihrem König und Lehrer. Möchten doch auch wir ihre Genossen und Mitschüler werden!

Als nun der Hauptmann den Widerstand der Juden sah, ließ er ihn mitten auf den Scheiterhaufen legen und, wie es bei ihnen Brauch ist, verbrennen. Auf diese Weise haben wir hinterher seine Gebeine bekommen, die wertvoller sind als kostbare Steine und schätzbarer als Gold, und haben sie an geeigneter Stätte beigesetzt. Dort werden wir uns mit der Gnade Gottes nach Möglichkeit in Jubel und Freude versammeln und den Geburtstag seines Martyriums feiern zum Andenken an die, welche bereits den Kampf bestanden haben, und zur Übung und Vorbereitung für die, welche ihm noch entgegengehen.

So viel über den seligen Polykarpus, der – die Philadelphier miteingerechnet – der zwölfte Blutzeuge zu Smyrna ist, allein aber von allen in höherem Ansehen steht, so daß sogar die Heiden allenthalben von ihm reden. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Lehrer, sondern auch ein hervorragender Blutzeuge, dessen Martyrium alle nachzuahmen begehren, da es nach Christi Evangelium geschah. Denn durch seine Standhaftigkeit hat er den ungerechten Statthalter besiegt und so die Krone der Unsterblichkeit erlangt; er verherrlicht, mit den Aposteln und allen Gerechten in Jubel vereinigt, Gott den Allvater und preist unsern Herrn Jesus Christus, den Heiland unserer Seelen, den Lenker unserer Leiber und den Hirten der katholischen Kirche auf dem weiten Erdkreise.

Ihr batet um eine eingehende Darstellung des Geschehenen; wir haben es euch aber in Gegenwärtigem nur der Hauptsache nach durch unsern Bruder Markion mitteilen lassen. Wenn ihr nun Kenntnis davon genommen habt, so sendet das Schreiben auch an die ferner wohnenden Brüder, damit auch sie den Herrn preisen, der unter seinen Dienern eine Auswahl trifft. Ihm, der mächtig ist, uns alle in seiner Gnade und Gabe einzuführen in sein ewiges Reich durch seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus, ihm sei Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit in alle Ewigkeit! Grüßet alle Heiligen! Euch grüßen die Hiesigen und Evaristus, der dies geschrieben hat, mit seinem ganzen Hause.

Der selige Polykarp litt den Martertod am zweiten des Monates Xanthikus, am 23. Februar, an einem großen Sabbat, um die achte Stunde. Er wurde ergriffen von Herodes unter dem Oberpriester Philippus von Tralles, unter dem Prokonsulat des Statius Quadratus, unter der ewig währenden Herrschaft unseres Herrn Jesus Christus. Ihm sei Ruhm, Ehre, Herrlichkeit und ewiger Thron von Geschlecht zu Geschlecht. Amen.

Wir sagen euch Lebewohl, Brüder, die ihr wandelt nach dem Worte des Evangeliums Jesu Christi; mit ihm sei Ehre Gott dem Vater und dem Heiligen Geiste zum Heile der auserwählten Heiligen! Sowie dafür Zeugnis abgelegt hat der selige Polykarp, nach dessen Fußstapfen wir im Reiche Jesu Christi befunden werden mögen.

Dieses hat Gajus abgeschrieben aus dem Exemplare des Irenäus, eines Schülers des Polykarp, der noch mit Irenäus verkehrt hatte. Ich Sokrates aber habe zu Korinth nach der Abschrift des Gajus eine andere gemacht. Gnade mit euch allen!

Ich Pionius hinwieder habe nach dem eben Beschriebenen Abschrift genommen, als ich es aufgefunden hatte. Ich fand es aber auf Grund einer Offenbarung des seligen Polykarp, wie ich im folgenden dartun werde. Ich habe die Bruchstücke, die der Zahn der Zeit beinahe vernichtet hatte, gesammelt, damit auch mich der Herr Jesus Christus mit seinen Auserwählten im Himmelreiche zusammenbringe, dem die Ehre sei mit dem Vater und dem Heiligen Geiste in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

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