Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis

Von Rufin von Aquileia

Zum Schreiben fühle ich mich, mein treuester Vater Laurentius, ebenso wenig geneigt als geeignet, wohl wissend, daß ein geringes und unbedeutendes Talent sich nicht ohne Gefahr dem Urtheile Vieler preisgibt. Doch da du mich – du erlaubst mir es zu sagen – in deinem Briefe so eindringlich ausforderst, und zwar bei Christus und seinen Sakramenten, die wir mit der höchsten Ehrfurcht empfangen, daß ich dir Einiges über den Glauben zusammenstellen solle nach der Überlieferung und dem Zusammenhange des Symbolum: so will ich, obgleich das Gewicht des Auftrages meinen Kräften zu schwer ist (kenne ich doch den sehr wichtigen Satz der Weisen, daß von Gott selbst Wahres reden gefährlich ist), wenn du mir das durch Deinen Wunsch auferlegte Werk durch Dein Gebet erleichtern willst, Einiges zu sagen versuchen, mehr aus pflichtschuldigem Gehorsam als meiner Fähigkeit vertrauend: und so möge denn diese meine Arbeit weniger für die Übungen der Vollkommenen als vielmehr für die Unterweisung der Kleinen in Christo, der Anfangenden geeignet erachtet werden.

Es ist mir nicht unbekannt geblieben, daß mehrere ausgezeichnete Schriftsteller über denselben Gegenstand Manches in frommer Gesinnung kurz geschrieben haben. Von dem Häretiker Photinus aber weiß ich, daß er in der Absicht geschrieben, nicht um seinen Lesern Zusammenhang und Bedeutung der einzelnen Sätze des Symbolum zu erklären, sondern um die einfachen und schlichten Aussprüche nach dem Sinne seiner falschen dogmatischen Anschauung zu verkehren, obgleich der heilige Geist es weislich gefügt hat, daß sich hier keine Zweideutigkeiten, kein Dunkel, keine Widersprüche finden; hier erfüllt sich wahrhaft die Prophezie [sic], welche sagt: „Denn er faßt zusammen und bringt in kurze Form das Wort in Billigkeit; ja ein abgekürztes Wort stellt der Herr aus über die Erde hin.“ Wir also wollen es versuchen, sowohl den apostolischen Worten ihren einfachen Sinn wiederzugeben und denselben zu erklären, als auch Dasjenige, was von unsern Vorgängern übersehen zu sein scheint, zu ergänzen. Doch damit die Bedeutung dieses „abgekürzten“ Wortes, wie wir es genannt haben, um so klarer hervortrete, wollen wir die ursprüngliche Veranlassung, aus welcher diese Überlieferung den Kirchen gegeben worden, zuvor erörtern.

Wie eine alte Tradition meldet, gab der Herr nach seiner Himmelfahrt den Aposteln, als sich durch die Herabkunft des heiligen Geistes auf Jeden von ihnen feurige Zungen niedergelassen hatten und sie in mancherlei verschiedenen Sprachen redeten, durch welche Gabe ihnen kein Volk mehr verschlossen, noch irgendwie durch die Fremdheit der Sprache unerreichbar und unzugänglich war, den Auftrag, einzeln zu den verschiedenen Nationen hinauszuziehen, um ihnen das Wort Gottes zu predigen. Im Begriffe nun, von einander zu scheiden, stellten sie sich vorher gemeinsam eine Norm ihrer zukünftigen Predigt auf, damit sie nicht etwa, wenn der Eine vom Andern getrennt wäre, denen, welche zum christlichen Glauben eingeladen werden sollten, Verschiedenes vortrügen. Indem so alle vereint und vom heiligen Geist erfüllt ihre gemeinsamen Überzeugungen zusammenstellten, setzten sie, wie wir sagten, jenes kurze Erkennungszeichen ihrer zukünftigen Predigt fest und fanden darin eine feste Regel, welche sie den Gläubigen zu geben beschloßen. Daß sie dieses aber Symbolum nannten, geschah aus vielen und sehr zutreffenden Gründen. Das Wort Symbolum bedeutet nämlich in der griechischen Sprache sowohl Zeichen als auch Sammlung, d. h. eine Einheit, welche von Mehreren zusammengetragen ist. Dieß eben haben die Apostel in jenen Sätzen gethan, indem sie einzeln ihre Überzeugungen zusammenstellten. Ein Merkmal aber oder Erkennungszeichen wird das Symbolum deßhalb genannt, weil in damaliger Zeit, wie der Apostel Paulus sagt, und wie in der Apostelgeschichte berichtet wird viele Juden umhergingen und sich fälschlich für Apostel Christi ausgaben; sie zogen aus Gewinnsucht oder um des Bauches willen zur Predigt aus, Christum zwar nennend, aber ohne ihn zu verkünden nach den ächten Grundlinien der Überlieferungen. Aus diesem Grunde wurde jenes Zeichen aufgestellt, damit an ihm Derjenige wohl erkannt werden könne, der wahrhaft nach den apostolischen Satzungen Christum predige. Wird doch auch, wie man sagt, bei Bürgerkriegen die Beobachtung gemacht, daß die einzelnen Führer ihren Soldaten bestimmte Symbole (Erkennungszeichen), die in der lateinischen Sprache mit signa oder indicia bezeichnet werden, geben, damit nicht bei gleicher Waffenrüstung, gleichem Ruf der Stimme, gleichem Verhalten und bei denselben Kriegseinrichtungen eine hinterlistige Täuschung stattfinden könne; der Zweck ist dieser, daß, wenn man zufällig auf eine zweifelhafte Persönlichkeit stößt, diese, nach dem Symbol gefragt, sofort sich ausweist als Freund oder Feind. Diese Tradition aber haben die Apostel deßhalb nicht zur Aufzeichnung auf Pergament oder Papier gegeben, sondern zur Aufbewahrung in den Herzen der Gläubigen, damit es sicher sei, daß Niemand dieselbe aus der Lesung, wozu ja zuweilen auch die Heiden Gelegenheit zu finden pflegen, sondern aus der Apostel mündlicher Predigt erlernt habe. So haben denn die Apostel, da sie im Begriffe standen, zur Predigt des Evangeliums von einander zu scheiden, wie wir es schon gesagt haben, jenes Zeichen ihres einmüthigen Glaubens gesetzt, – nicht wie die Söhne Noe’s, die, ebenfalls im Begriffe, von einander zu scheiden, einen Thurm aus Ziegelstein und Asphalt bauten, dessen Spitze bis zum Himmel reichen sollte: sondern sie erbauten Denkmäler des Glaubens, die wider das Antlitz des Feindes stehen sollten, aus lebendigen und kostbaren Steinen, welche sie vom Herrn empfangen hatten: ein Gebäude, geschützt vor dem Ansturm der Winde, gegen die vernichtende Gewalt der Blitze, wider die Erschütterungen brausender Wetter und Stürme. Mit Recht wurden daher Jene, welche zur Trennung genöthigt den Thurm des Hochmuthes erbauten, mit der Verwirrung der Sprache bestraft, so daß Keiner des nächsten Rede verstehen konnte. Diesen aber, die den Thurm des Glaubens bauten, wurde aller Sprachen Kenntniß und Verständniß gegeben, – jene Erscheinung ein Denkzeichen der Sünde, diese des Glaubens. Doch ist es an der Zeit, daß wir nun auch über jene kostbaren Edelsteine selbst Etwas sagen, unter welchen die erste Stelle einnimmt als Quelle und Ursprung der übrigen der Satz:

„Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater.“

Ehe ich aber beginne, über Sinn und Tragweite der einzelnen Sätze selbst zu reden, halte ich es nicht für unangemessen daran zu erinnern, daß sich in verschiedenen Kirchen einige Zusätze zu diesem Wortlaute vorfinden. In der römischen Kirche jedoch hat Solches nicht stattgefunden, ein Umstand, welchen ich glaube daher leiten zu müssen, daß auch nicht eine einzige Irrlehre von dort ihren Ursprung genommen hat: anderseits aber auch, weil daselbst die alte Sitte besteht. daß Diejenigen, welche das Sakrament der Taufe empfangen wollen, öffentlich, d. h. in Gegenwart des gläubigen Volkes das Symbolum laut hersagen; die Beifügung aber auch nur eines einzigen Wortes hören zu müssen, würden Diejenigen, welche schon früher den Glauben angenommen, nicht ertragen haben. An andern Orten aber – soviel ich die Sachlage überschaue – scheinen in Rücksicht auf gewisse Häretiker einige Zusätze gemacht worden zu sein und zwar solche, durch welche man den Sinn einer neuernden Lehre gänzlich auszuschließen glaubte. Wir indeß werden jenem Wortlaute folgen, wie wir ihn in der Kirche von Aquileja beim Empfange der Taufe überkommen haben. An erster Stelle steht nun das „Ich glaube,“ wie denn auch der Apostel Paulus an die Hebräer schreibt: „Denn der zu Gott hintreten will, muß zuerst vor allem Andern glauben, daß er ist, und daß er Diejenigen belohnt, die an ihn glauben“ Und der Prophet sagt: „Wenn ihr nicht glaubet, so werdet ihr keine Einsicht erlangen.“ Will man also zu einer wahren Einsicht den Zugang sich eröffnen, so muß man richtiger Weise zuerst vor allem Andern sich entschliessen, zu glauben. Begibt sich doch Keiner in’s Meer und vertraut sich der Tiefe des flüssigen Elementes an, ohne vorher zu glauben, daß er wieder glücklich an’s Land steigen werde: so wie der Landmann keinen Samen ausstreut noch die Saatkörner in die Erde wirft, ohne vorher zu glauben, daß Regen und Sonnenschein nicht fehlen werden, mit Hilfe derer die Erde Saaten in vervielfältigter Fruchtmenge hervorbringe, die dann der Hauch des Windes ernährt. Kurz, es läßt sich Nichts im Leben ausführen ohne vorhergehenden Entschluß zum Glauben. Was Wunder also, wenn wir, indem wir zu Gott hinzutreten wollen, uns vor Allem zum Glauben bekennen müssen, da ja nicht einmal das gewöhnliche Leben ohne Dieß bestehen kann! Dieses aber haben wir deßhalb beim Anfange unserer Auseinandersetzung vorausgeschickt, weil die Heiden uns den Einwurf zu machen pflegen, es beruhe unsere Religion, in Ermanglung von Vernunftgründen, auf der bloßen Überzeugung des Glaubens: eben deßhalb haben wir gezeigt, daß Nichts unternommen werden noch bestehen könne ohne den Einfluß eines vorhergehenden Glaubens. Sollen wir dem Gesagten noch Etwas hinzufügen, so werden z. B. Ehebündnisse geschlossen, weil man an eine künftige Nachkommenschaft glaubt; die Knaben werden dem Unterrichte in den Wissenschaften übergeben, weil man glaubt, daß sich das Wissen der Lehrer auf die Schüler übertragen läßt: Einer übernimmt die ehrenvolle Stelle eines Herrschers, indem er glaubt, daß Völker, Städte und bewaffnete Heere ihm Gehorsam zollen werden. Wenn nun Niemand an dergleichen Dinge herantritt, ohne an ihre zukünftige Verwirklichung zu glauben, gilt es dann nicht in einem viel höhern Maße von der Erkenntniß Gottes, daß man zu ihr nur durch den Glauben gelange? Doch sehen wir zu, was uns denn unser erster kurzer Artikel des Glaubensbekenntnisses vorstellt.

„Ich glaube,“ so heißt es, „in Gott den allmächtigen Vater.“

Die orientalischen Kirchen haben fast alle Folgenden Wortlaut: „Ich glaube in einen Gott, den allmächtigen Vater.“ Und wiederum in dem folgenden Artikel. wo wir sagen: „und in Christus Jesus, seinen einzigen Sohn, unsern Herrn,“ haben jene: „und in unsern einen Herrn Jesus Christus, seinen einzigen Sohn:“ sie legen nämlich in ihrem Bekenntniß Gewicht auf die Einheit Gottes und die Einheit des Herrn, gestützt auf die Autorität des Apostels Paulus. Doch hierauf werden wir an einer spätern Stelle zu sprechen kommen: nunmehr wollen wir zusehen, was die Worte bedeuten: „in Gott, den allmächtigen Vater.“ Das Wort „Gott“ ist – soweit hier der menschliche Verstand in seinem Urtheile gehen darf – die eigentliche Benennung jener Natur oder Substanz, die über Alles geht. Das Wort „Vater“ ist die Bezeichnung eines tiefen und unaussprechlichen Geheimnisses. Bei dem Worte Gott hat man zu denken an eine anfangs- und endlose, einfache, gänzlich unvermischte, unsichtbare, körperlose, unaussprechliche, unmeßbare Substanz, in welcher Nichts zusammengefügt, Nichts erschaffen ist. Denn ohne Urheber ist der, welcher im vollen Sinne des Wortes der Urheber von Allem ist. Bei dem Worte Vater hat man zu denken an den Vater des Sohnes, und dieser Sohn ist dann das Abbild der oben benannten Substanz. Wie nämlich Niemand Herr genannt wird, der keinen Besitz oder keinen Knecht hat, worüber er Herr ist: und wie Niemand den Namen eines Lehrers führt, der keinen Schüler hat, – so kann auch in keiner Weise Jemand Vater genannt werden, ohne einen Sohn zu haben. Durch diese Bezeichnung Gottes als Vater also ist zugleich die Mitexistenz des Sohnes mit dem Vater angezeigt. Wie aber der Vater den Sohn gezeugt habe, mag von der Erörterung ausgeschlossen bleiben; denn mit zu großer Neugierde soll man nicht hinabsteigen in die Tiefe des Geheimnisses, um nicht etwa durch zu vielverlangende Durchforschung des unzugänglichen Lichtglanzes selbst den beschränkten Einblick zu verlieren, der den Sterblichen durch göttliches Gnadengeschenk gewährt ist. Wollte aber Jemand bei diesem Gegenstande die Forschung zu einem erschöpfenden Abschlusse zu bringen versuchen. dann möge er einmal zunächst mit Dem beginnen, was uns nahe liegt: hat er hier das Erforderliche geleistet, so steige er dann auf vom Irdischen zum Himmlischen, vom Sichtbaren zum Unsichtbaren; ein Solcher mag, wenn er es kann, zuerst erklären, wie der Verstand, der in ihm selbst ist, das Wort erzeugt. und welches das Wesen des Gedächtnisses ist: wie diese in ihrer Erscheinung und in ihren Akten verschiedenen Dinge dennoch eine gemeinsame Substanz oder Natur haben und, wenn sie auch aus der Seele hervorgehen, doch nimmer von ihr getrennt werden können. Bieten sich aber diese Dinge, obgleich sie in uns, in der Substanz unserer Seele sich finden, als eben so dunkel dar, wie das Unsichtbare dem körperlichen Auge, so wollen wir unsere Untersuchung auf einen näher liegenden Gegenstand hinlenken. Wie erzeugt die Quelle aus sich den Fluß, was macht diesen zum reissenden Strom? Wie reimt es sich, daß, obgleich Quelle und Fluß eines und untrennbar sind, doch unter Fluß nicht Quelle, unter Quelle nicht Fluß verstanden und das Eine nicht mit dem Namen des Andern bezeichnet werden darf? – Und doch schaut, wer den Fluß sieht, auch die Quelle. Hat man sich nun vorab in der Erklärung solcher Gegenstände versucht und nach Kräften derartige handgreifliche Dinge erörtert, – dann mag man zu Solchem übergehen, was über Jenes erhaben ist. Doch möge man nicht glauben, ich gäbe den Rath, sofort von der Erde über die Himmel hinaus vorzuschreiten, sondern vorerst möge man es sich gefallen lassen, sich zu dem dem Auge sichtbaren Firmamente hinaufführen zu lassen, um dort, wenn’s möglich ist, die Natur dieses sichtbaren Lichtes zu untersuchen, – wie jenes himmlische Feuer aus sich den Lichtglanz erzeuge, auch wie es die Dünste hervorbringe: und wie diese Dinge, obwohl sie eine Dreiheit in der Erscheinung ausmachen, doch nur eine Einheit sind dem Wesen nach. Und gesetzt, es gelänge auch, diese Dinge im Einzelnen zu durchdringen, so muß man wissen, daß dennoch das Geheimniß der göttlichen Zeugung von jener Zeugung um soviel verschieden und so hoch über sie erhaben ist. um wie viel der Schöpfer mächtiger ist als die Geschöpfe, der Künstler vorzüglicher als sein Werk, der Ewige höhern Adel besitzt als das aus dem Nichts Entstandene. Daß Gott der Vater seines einzigen Sohnes ist, ist somit Gegenstand des Glaubens , nicht der Forschung . Steht es doch auch einem Knechte nicht zu, Nachforschungen über die Herkunft seines Herrn anzustellen. Vom Himmel her hat der Vater Zeugniß gegeben, indem er sprach. „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe, ihn höret!“ Es sagt also der Vater. daß Jener sein Sohn sei, und er befiehlt ihn zu hören. Der Sohn hinwiederum sagt: „Wer mich sieht, sieht auch den Vater“ und: „Ich und der Vater sind Eins“ und: „Ich bin vom Vater ausgegangen und in diese Welt gekommen.“ Wer möchte sich zwischen diese Aussprüche des Vaters und des Sohnes als untersuchender Zwischenrichter drängen, um die Gottheit zu theilen, das Verbundene zu trennen, die Substanz zu zerreissen, den Geist zu zerschneiden, um zu leugnen, daß wahr sei, was die Wahrheit selbst sagt? Es ist also Gott wahrer Vater, und zwar in dem Sinne, wie er Vater der Wahrheit ist, nicht ausser sich den Sohn schaffend, sondern aus Dem, was er gelbst ist, ihn erzeugend, d. h. als der Weise die Weisheit, als der Gerechte die Gerechtigkeit, als der Ewige den Ewigen, als der Unsterbliche den Unsterblichen, als der Unsichtbare den Unsichtbaren, – wie ja auch das Licht den Glanz, der Verstand das Wort erzeugt.

Was aber unsere Bemerkung über den von den orientalischen Kirchen überlieferten Zusatz: „einen Gott, den allmächtigen Vater“ betrifft, so ist hier unter dem Worte ‚einer‘ nicht der Zahlbegriff, sondern der Begriff der Einzigkeit zu verstehen. Wenn Jemand z. B. sagt: ein Mensch, ein Pferd, dann nimmt er das Wort ‚ein‘ als Zahl, da es ja auch einen zweiten und dritten Menschen. ein zweites und drittes Pferd gibt. Wo aber ein Zweiter oder Dritter nicht gedacht werden kann, da ist ‚ein‘ nicht Zahlbegriff, sondern da drückt es vielmehr die Einzigkeit aus. Wenn wir nun, um ein Beispiel anzuführen, sagen: die eine Sonne, so ist hier das Wort eine in einer Verbindung gebraucht, daß eine zweite oder dritte Sonne nicht hinzugefügt werden kann; denn es gibt nur eine einzige Sonne. Um so eher wird das Wort Einer, wenn wir von Gott sagen, daß er Einer ist, nicht als Zahlbegriff, sondern als Bezeichnung der Einzigkeit gebraucht, d. h. Gott wird deßhalb Einer genannt, weil ein anderer Gott nicht existirt. Und in gleicher Weise ist es vom Herrn zu verstehen, daß er ein Herr Jesus Christus ist, durch den Gott der Vater Alles beherrscht. Deßhalb bezeichnet auch sofort unser Artikel Gott als den Allmächtigen. Und zwar wird er der Allmächtige deßhalb genannt, weil er die Macht über Alles besitzt. Es beherrscht aber der Vater Alles durch den Sohn, wie auch der Apostel sagt: „Denn durch ihn ist Alles erschaffen worden, die sichtbaren und unsichtbaren Dinge, seien es Throne oder Herrschaften, Fürstenthümer oder Mächte.“ und wiederum sagt er im Briefe an die Hebräer: „Denn durch ihn gründete er die Welt, und ihn setzte er ein zum Erben von Allem.“ Wenn nun also der Vater durch ihn die Welt begründete, und wenn durch ihn Alles erschaffen ist, und wenn er der Erbe von Allem ist, dann hält der Vater auch durch ihn die Macht über Alles. Denn wie das Licht vom Lichte, die Wahrheit von der Wahrheit, so ist er, der Allmächtige, geboren vom Allmächtigen, wie in der Apokalypse des Johannes von den Seraphim geschrieben steht: „Und sie hatten nicht Ruhe Tag und Nacht, indem sie riefen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth, der da war, der da ist und der da kommen wird als Allmächtiger.“ Allmächtig wird also Derjenige genannt, „Derjenige, der da kommen soll“; und wer anders ist Derjenige. der da kommen soll, als Christus, der Sohn Gottes? Dem bisherigen Wortlaute unseres Artikels wird nun noch zugefügt: den unsichtbaren und leidensunfähigen. Es ist hier zu bemerken, daß diese beiden Ausdrücke im Symbolum der römischen Kirche fehlen. Bei uns aber sind sie bekanntermaßen jener Irrlehre des Sabellius wegen zugefügt worden, welche deßhalb die patripassianische genannt wird, weil sie vom Vater selbst behauptet, sowohl daß er aus der Jungfrau geboren und sichtbar geworden sei, als daß er im Fleische gelitten habe. Um nun eine so lästerliche Auffassung vom Vater auszuschließen, scheinen unsere Vorfahren diese Zusätze gemacht und erklärt zu haben, daß der Vater unsichtbar und leidensunfähig sei. Es steht nämlich fest, daß der Sohn, nicht der Vater Fleisch geworden und aus dem Fleische geboren worden ist, und daß durch die Geburt aus dem Fleische der Sohn sichtbar und leidensfähig geworden ist. Was aber die unsterbliche Substanz der Gottheit betrifft, wie sie als eine und dieselbe dem Sohne und dem Vater gemeinsam ist, so wird in dieser Beziehung weder vom Vater noch vom Sohne noch vom heiligen Geiste geglaubt, daß sie sichtbar und leidensfähig seien. In Hinsicht aber des angenommenen Fleisches ist der Sohn sichtbar geworden und hat er gelitten im Fleische. Dieß hatte ja auch der Prophet vorhergesagt an jener Stelle, wo er spricht: „Dieser ist unser Gott, und nicht wird in Vergleich gestellt ein Anderer mit ihm. Er machte ausfindig jeglichen Weg der Führung und theilte denselben mit an Jakob, seinen Diener, und an Israel, den von ihm Geliebten. Darauf ward er auf Erden gesehen und ist er unter den Menschen gewandelt.“

Es folgt nun: „Und an Christus Jesus, seinen einzigen Sohn, unsern Herrn.“

Jesus ist ein hebräisches Wort, das so viel heißt, als Erretter. Christus kommt von Chrisma, d. h. von der Salbung mit Chrisma. Wir lesen nämlich in den Büchern des Moses, daß Auses, der Sohn des Nave, nach seiner Erwählung zum Führer des Volkes anstatt mit dem bisherigen, mit dem veränderten Namen Jesus benannt worden sei, um anzudeuten, daß dieses der Name sei, welcher den Fürsten und Führern zukomme, denen nämlich. die den kommenden Geschlechtern das Heil brächten. Deßhalb wurde auch Jener Jesus genannt, der das auserwählte Volk, nachdem es aus Ägyptenland herausgeführt war und die Irrfahrten des Wüstenzuges überstanden hatte, hineingeleitete in das Land der Verheissung. So heißt auch Der Jesus, welcher das Volk aus der Finsterniß der Unwissenheit herausgeführt, von den Irrthümern der Welt zurückberufen und eingeführt hat in das Reich der Himmel. Auch der Name Christus ist ein hohepriesterlicher oder königlicher Name. Denn vormals wurden sowohl die Hohepriester als die Könige mit chrismatischer Salbung geweiht. Aber Jene, als sterbliche und vergängliche Menschen, empfingen die Salbung einer vergänglichen Materie: Dieser aber ist der Gesalbte durch die Salbung des heiligen Geistes, wie die Schrift es von ihm sagt: „Den der Vater gesalbt hat durch den heiligen Geist, welchen er vom Himmel sandte.“ Und Isaias hatte es vorherverkündet, indem er den Sohn sagen läßt: „Der Geist des Herrn ist auf mir, deßhalb, weil mich gesalbt hat der Herr und mich gesendet, frohe Botschaft zu bringen den Armen.“ Da wir nun die Bedeutung des Namens Jesus, dessen, der das Volk errettet, und Christus, der zum Hohepriester geworden in Ewigkeit, entwickelt haben, so müssen wir folgerichtig jetzt zusehen, wer Derjenige ist, dem jene beiden Namen beigelegt worden. „ An seinen einzigen Sohn,“ heißt es, „ unsern Herrn.“ Wir entnehmen aus diesen Worten, daß der Jesus, von dem wir gesprochen, und der Christus, dessen Namensbedeutung wir erklärt haben, der einzige Sohn Gottes und unser Herr ist. Um den Glauben auszuschließen, als ob diese der menschlichen Sprache entlehnten Worte irgend etwas Irdisches bezeichneten, unterläßt das Glaubensbekenntniß nicht, beizufügen, daß dieser der einzige Sohn Gottes und unser Herr sei. Als Einer wird er von dem Einen gezeugt, wie auch das Licht einen Glanz ausstrahlt und der Geist den einheitlichen Gedanken erzeugt: die unkörperliche Zeugung zerfließt nicht in eine Vielheit der gezeugten Objekte, noch kann da von einer Theilung die Rede sein, wo Derjenige, welcher geboren wird, in keiner Weise von dem Erzeugenden sich lostrennt. Einzig ist er, wie der innere Sinn der Seele, der Gedanke des Geistes, die Tapferkeit des Starken, die Weisheit des Weisen. Denn wie der Vater allein vom Apostel der Weise genannt wird, so der Sohn allein die Weisheit. Einzig also ist der Sohn: und wenn er an Ruhm, Ewigkeit, Kraft, Herrschaft und Machtfülle das ist, was der Vater ist, so hat er Dieß alles doch nicht ohne Urheber, wie der Vater, sondern aus dem Vater als ebenbürtiger Sohn ohne Anfang: und wenn er selbst das Haupt von Allem ist, so ist doch sein eigenes Haupt der Vater. So nämlich steht es geschrieben: „Denn das Haupt Christi ist Gott.“

Bei der Benennung Sohn darf man nun nicht an eine fleischliche Geburt denken, sondern man hat sich daran zu erinnern, daß es sich hier handelt um eine unkörperliche Substanz, die einfach ist ihrer Natur nach. Denn wenn, wie oben schon ausgeführt wurde, bei der Erzeugung des Wortes aus dem Geiste, der Empfindung aus der Seele, des Glanzes aus dem Lichte nichts Derartiges vorausgesetzt und an keine Zerstückelung in einer solchen Zeugung gedacht wird, welch‘ reinere und heiligere Gedanken muß man da von Dem hegen, der Jenes alles erschaffen hat! Doch wird mir hier vielleicht der Einwurf gemacht, diese von mir erwähnte Zeugung sei eine nicht substantielle, denn das Licht erzeugt keinen substantiellen Glanz, noch der Geist einen substantiellen Gedanken: vom Sohne Gottes aber wird uns gesagt, daß er seiner Substanz nach erzeugt sei. Hierauf ist nun vor Allem zunächst zu erwidern, daß auch anderwärts Beispiele angeführt zu werden pflegen, die nicht gerade in allen Stücken eine Ähnlichkeit des Gegenstandes bieten können, als dessen Beispiel sie passend erachtet worden: sondern sie enthalten eine Ähnlichkeit, bezüglich eines gewissen bestimmten Theiles, mit Rücksicht auf welchen sie angezogen worden zu sein scheinen. So heißt es, um ein Beispiel anzuführen, im Evangelium: „Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib einmengt in drei Maß Mehl.“ Sollen wir da nun etwa glauben, daß das Himmelreich in allen Stücken einem Sauerteige ähnlich sei, so daß seine Substanz gleicher Weise greifbar und gebrechlich sei, daß sie auch versauern und verderben könne? Aus dem Grunde vielmehr scheint nur allein jenes Beispiel angeführt worden zu sein, um zu zeigen, daß aus der schlichten Predigt des Wortes Gottes die Gemüther der Menschen wie durch den Sauerteig des Glaubens zusammen sich verbinden könnten. Ähnlich verhält es sich auch, wenn gesagt wird: „Das Himmelreich ist gleich einem Netze, das in’s Meer geworfen wird und jegliche Art Fische einfängt.“ Soll man etwa auch hier annehmen, daß das Wesen des Himmelreiches in allen Theilen mit der Natur des Garnes, aus welchem man die Netze verfertigt, und mit den Knoten, durch welche die Maschen sich verknüpfen, verglichen werde? Nur deßhalb vielmehr scheint die Vergleichung gewählt worden zu sein, um zu zeigen, daß, wie das Netz aus der Tiefe des Meeres die Fische an’s Ufer fördert, so aus den Abgründen dieser Welt die Seelen der Menschen durch die Predigt vom Himmelreiche gerettet werden. So viel steht nach dem Gesagten fest, daß die Beispiele nicht gerade in allen Stücken eine Ähnlichkeit mit den Gegenständen bieten, als deren Beispiele sie angeführt werden, anders könnten sie auch, wenn alle Theile dieselben wären, nicht mehr Beispiele genannt werden, sondern sie würden als die Dinge selbst erscheinen, um die es sich handelt. Des Weitern aber ist auf obigen Einwand zu erwidern, daß keine Kreatur so geeigenschaftet sein kann, wie ihr Schöpfer ist: und daß deßhalb die göttliche Substanz, wie an sich ohne Beispiel, so auch in allen ihren Eigenthümlichkeiten einzig ist. Aber auch Dieses wollen wir zuzufügen nicht unterlassen: daß jede Kreatur aus Nichts erschaffen ist. Wenn nun der nichtsubstantielle Feuerfunke aus sich eine aus Nichts entstandene Kreatur erzeugt und hierin dem eigenen Ursprunge sich gleichförmig verhält: warum soll denn jenes ewigen Lichtes Substanz, die immer war, weil sie in sich nichts Substanzloses hatte, aus sich einen wesenhaften Glanz nicht haben hervorbringen können? Und deßhalb wird mit Recht der Sohn einzig genannt. Denn er ist es einzig und allein, der so geboren wurde, und für Das, was einzig ist in seiner Art, läßt sich ein Vergleich nicht finden, und eine Ähnlichkeit in der Substanz kann mit seinen Geschöpfen Der nicht haben. der Alles gemacht hat. Dieser Christus Jesus also ist der einzige Sohn Gottes und zugleich unser Herr. Das Wort einzig kann sowohl auf Sohn als auf Herr bezogen werden. Denn in Wahrheit gibt es einen Sohn und einen Herrn Jesus Christus. Werden ja doch die übrigen Söhne, obgleich sie diesen Namen wirklich tragen. doch nur deßhalb so genannt, weil sie es durch die Gnade der Adoption, nicht durch wahre natürliche Abstammung geworden sind. Und wenn Andere Herrn genannt werden, so führen sie diesen Namen von einer verliehenen, nicht von einer von Haus aus ihnen eigenthümlichen Machtvollkommenheit. Dieser aber ist allein und einzig der Sohn und allein und einzig der Herr, wie auch der Apostel sagt: „Und ein Herr Jesus Christus, durch den Alles.“ Nachdem nun so das Glaubensbekenntniß in seinem ordnungsmäßigen Verlauf das unaussprechliche Geheimniß der Geburt des Sohnes aus dem Vater dargelegt, geht es über zur erbarmungsreichen freien Veranstaltung der menschlichen Erlösung: und von Demselben, der vordem der einzige Sohn Gottes und unser Herr genannt wurde, heißt es nunmehr weiter:

„Der geboren ist vom heiligen Geiste aus Maria der Jungfrau.“

Diese nun ist eine Geburt der freien Veranstaltung für die Menschen, jene Geburt war die der göttlichen Substanz: diese ist eine Geburt der Erbarmung, jene der Natur. Geboren wird er (d. h. der Erlöser) vom heiligen Geist aus der Jungfrau: und Dieses aufzufassen ist schon ein reineres Ohr und ein geklärterer Sinn erfordert. Denn von dem, von welchem wir soeben hörten, daß er auf eine unaussprechliche Weise vom Vater geboren sei, wird nun behauptet, daß ihm vom heiligen Geiste in der Verborgenheit des jungfräulichen Schooßes ein Tempel bereitet worden: wie aber in der Heiligung des hl. Geistes keine Gebrechlichkeit obwaltet, so ist in der Geburt der Jungfrau keine Makel anzunehmen. Diese Geburt nämlich ist der Welt geboten worden als eine vollständig neue, und Dieß ist ganz in der Ordnung. Denn der im Himmel einziger Sohn ist, der ist es folgerichtig auch auf Erden, und seine Geburt ist eine einzig in ihrer Art dastehende. Allgemein bekannt ist, was in Bezug hierauf die Propheten geschrieben, und was auch die Evangelien anführen, daß eine Jungfrau empfangen und einen Sohn gebären solle. Über die wunderbare Weise dieser Geburt aber hatte schon vordem der Prophet Ezechiel geweissagt, indem er Maria das Thor des Herrn nannte, das Thor nämlich, durch welches der Herr in die Welt trat. Seine Worte lauten also: „Das Thor aber, welches gen Osten schaut, wird geschlossen bleiben und nicht geöffnet werden, und Niemand wird durch selbiges gehen: denn der Herr, der Gott Israels, wird durch dasselbe gehen, und dann wird es geschlossen bleiben.“ Was hätte Klareres über die dauernde Unversehrtheit der Jungfrau gesagt werden können? Geschlossen war das Thor der Jungfräulichkeit, es schritt durch dasselbe hindurch der Herr, der Gott Israels, durch dasselbe trat er aus dem Schooße der Jungfrau in diese Welt, und für ewig blieb fortan das Thor der Jungfrau geschlossen, ihre Jungfrauschaft gewahrt. Als Schöpfer nun des Fleisches des Herrn und seines Tempels wird der heilige Geist aufgeführt. Schon hieraus ist des heiligen Geistes Majestät zu erschließen. Es bezeugt nämlich auch das Evangelium von ihm, daß, als der Engel die Jungfrau anredete und zu ihr sprach: „Du wirst einen Sohn gebären und seinen Namen Jesus nennen, denn dieser wird das Volk erlösen von seinen Sünden,“ und Jene nun antwortete: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ der Engel ihr erwiderte: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten; und deßhalb wird das Heilige, das aus dir geboren werden soll, der Sohn Gotttes genannt werden.“ Man erkennt hieraus das gegenseitige Zusammenwirken der Dreieinigkeit. Der heilige Geist, so heißt es, kommt über die Jungfrau, die Kraft des Allerhöchsten überschattet sie. Wer aber anders ist die Kraft des Allerhöchsten, als Christus selbst, der Gottes Kraft und Gottes Weisheit ist? Wessen aber ist diese Kraft? Des Allerhöchsten, heißt es. Gegenwärtig also ist der Allerhöchste, gegenwärtig die Kraft des Allerhöchsten, gegenwärtig auch der heilige Geist. Das ist die Dreieinigkeit, überall verborgen, überall ersichtlich, nach Namen und Personen getheilt, untheilbar aber in der göttlichen Substanz: und wenn auch der Sohn allein aus der Jungfrau geboren wird, so fehlt doch nicht der Allerhöchste und nicht der heilige Geist, um der Jungfrau Empfängniß und Geburt zu heiligen.

Diese Argumente nun, weil sie aus den Schriften der Propheten hergenommen sind, mögen in der That geeignet sein, die Juden zu widerlegen, obgleich sie in ihrem Unglauben verharren. Doch pflegen uns die Heiden zu verlachen, wenn sie uns die Geburt der Jungfrau bekennen hören: es mag deßhalb mit kurzen Worten auf ihre Schmähreden geantwortet werden. Jede Geburt hat, wie ich meine, drei Voraussetzungen: die gehörige Altersreife des Weibes, seine Verbindung mit einem Manne, die Fruchtbarkeit ihres Mutterschooßes. Von diesen drei Voraussetzungen nun fehlte in der Geburt, die wir bekennen, eine, nämlich der Mann; dessen Stelle aber wurde, so behaupten wir, durch den himmlischen Geist ausgefüllt mit Bewahrung der Unversehrtheit der Jungfrau. Aber auch abgesehen davon, wie kann es auffallend erscheinen, daß die Jungfrau empfangen hat, da es doch feststeht, daß der Vogel des Orients, der Phönix heißt, so vollständig ohne Dazwischenkunft eines Gatten geboren oder wiedergeboren wird, daß er immer nur in einem Exemplare existirt und immer wieder durch Geburt oder Wiedergeburt sich selber nachfolgt? Daß die Bienen ganz bestimmt keine geschlechtlichen Vereinigungen kennen und keinen Fötus gebären, ist allgemein bekannt. Doch lassen sich auch noch einige andere Beispiele einer derartigen Geburt anführen. Und nun soll ein Vorgang, der durch göttliche Macht zur Wiederherstellung der ganzen Welt bewirkt worden, als unglaublich erscheinen, für den sich Analogien sogar in der Geburt von Thieren finden lassen! Übrigens ist es zu verwundern, daß Dieß den Heiden unmöglich scheint, da sie doch glauben, ihre Minerva sei aus dem Gehirn des Jupiter geboren. Was ist denn schwerer zu glauben, oder was ist mehr gegen die Natur? In unserm Falle ist da ein Weib, es wird die Ordnung der Natur gewahrt, Empfängniß und Geburt finden statt zur bestimmten Zeit: hier kein weibliches Geschlecht, sondern allein der Mann und die Geburt. Der Dieses glaubt, wie kann der über Jenes sich wundern? Doch auch den Vater Liber lassen sie aus seinen (des Zeus) Lenden geboren werden. Siehe hier eine andere Art von Wunderding, und doch wird es geglaubt. Auch glauben sie, daß die Venus, welche sie Aphrodite nennen, aus dem Meeresschaum erzeugt worden sei, wie es auch ihre ganze Zusammensetzung bezeugt. Kastor und Pollux sind nach ihrer Behauptung aus einem Ei geboren, die Myrmidonen aus einer Ameise; und tausend andere Dinge gibt es, die ihnen, obgleich sie gegen die Natur der Dinge angehen, doch glaublich erschienen sind, wie das Steinwerfen von Deukalion und Pyrrha und die aus ihr entsproßte Menschensaat. Und obgleich sie die Menge dieser und anderer Hirngespinste glauben, so erscheint ihnen dieses Eine als unmöglich. daß eine Jungfrau den göttlichen Sproß, nicht durch eines Mannes Fehl, sondern durch Gottes Hauch empfangen. Wenn Diese denn so schwer zum Glauben sich entschließen können, dann hätten sie nie in so vielen und schändlichen Undingen ihren Glauben an den Tag legen müssen. Fällt es ihnen aber nicht schwer, zu glauben, dann hätten sie viel geneigter diese unsere ehrbaren und heiligen, als jene so unwürdigen und schmutzigen Dinge glauben müssen.

Doch erwidern sie vielleicht, daß, wenn es nun einmal Gott möglich gewesen sein solle, daß die Jungfrau empfing, ihr Gebären ebenso möglich gewesen. Dieses indeß scheine ihnen unwürdig, daß jene so hohe Majestät durch die Geschlechtstheile eines Weibes hindurch in die Welt getreten sei: wann somit eine Befleckung durch Vermischung mit einem Manne nicht bestehe, so bestehe doch der Schimpf schmutziger Berührung, die mit ihrer Niederkunft verbunden war. Hierauf nun wollen wir ihnen, auf ihre Gedanken eingehend, kurz antworten. Wenn Jemand, der selbst ein erwachsener und kräftiger Mann ist, einen Knaben in einer Schmutzgrube in Lebensgefahr erblickt und nun in den tiefsten Koth hinabsteigt, um den sterbenden Kleinen zu retten, wird man den als einen Beschmutzten schelten, weil er ein wenig in den Koth getreten, oder wird man ihn als barmherzig loben, weil er einem dem Tode Verfallenen das Leben gerettet? Das Gesagte gilt von einem gewöhnlichen Menschen. Kehren wir nun zurück zur Natur Dessen, der geboren ist. Wie tief, glaubst du, steht unter ihr die Natur der Sonne? So tief, wie zweifelsohne das Geschöpf unter dem Schöpfer. Nun siehe, wenn ein Strahl der Sonne in irgend einen Abgrund voll Schmutz hineinfällt, zieht er dann selbst sich irgendwie eine Befleckung zu? Oder gereicht die Beleuchtung schmutziger Dinge der Sonne zum Schimpf? Und die Natur des Feuers, wie tief steht sie unter diesen Dingen, von denen hier die Rede ist. Dennoch glaubt man von keiner Materie, sei sie noch so schmutzig und schändlich, daß sie, mit dem Feuer in Berührung gebracht, dieses beschmutze. Wenn nun Dieß auf dem Gebiete der materiellen Dinge ausgemachter Maßen sich so verhält, soll man da bei jener, die Natur dieser Dinge überragenden und unkörperlichen Natur, die über alles Feuer und über alles Licht erhaben ist, irgend eine Befleckung, irgend eine Beschmutzung annehmen ? Dazu aber ist auch noch Folgendes zu beachten. Wir sagen, daß der Mensch von Gott erschaffen worden aus Lehm der Erde. Will man nun da eine Befleckung Gottes erkennen, wo er sein Werk wieder sucht, dann mußte bei Weitem eher da eine Beschmutzung festgestellt werden, wo er im Anfange sein Werk schafft. Doch ist es überflüssig zu erklären, warum er durch Schmutziges hindurchgegangen, da man nicht sagen kann, warum er das Schmutzige erschaffen. Dadurch aber hat er an den Tag gelegt, daß jene Dinge nicht durch ihre Natur, sondern durch ihren Gebrauch schmutzig seien. Übrigens sind ja alle Theile des Körpers aus einem und demselben Lehm gebildet und unterscheiden sich dieselben nur durch ihren Gebrauch und die natürliche Dienstleistung. Doch auch Jenes soll zur Lösung unserer Frage nicht unerwähnt bleiben, daß die göttliche Substanz, die ganz und gar unkörperlich ist, im Grunde genommen in die Körper nicht eingetragen noch von ihnen aufgenommen werden kann, wenn nicht irgendwie eine geistige Substanz, die der Mittheilung des göttlichen Geistes fähig ist, als Mittelglied dazwischen tritt. So zum Beispiel wenn wir sagen, daß das Licht alle Glieder des Leibes erleuchtet, so kann Dieses doch von keinem einzigen derselben, als nur allein vom Auge aufgefaßt werden. Denn das Auge allein ist das Glied, das des Lichtes fähig ist. So also wird auch der Sohn Gottes aus der Jungfrau geboren, indem er nicht zunächst dem Fleische allein sich eint, sondern er wird gezeugt, indem zwischen das Fleisch und die Gottheit die Seele als mittleres Bindeglied dazwischen tritt. Indem also die Seele das Mittelglied bildet und in der geheimnißvollen Burg vernünftiger Geistigkeit das Wort Gottes aufnimmt, ist ohne irgend einen Schimpf, den man argwöhnen könnte, Gott aus der Jungfrau geboren worden. Und deßhalb ist da an nichts Schimpfliches zu denken, wo die Heiligung des Geistes vorhanden war, und wo die Seele, die gottesfähig war, theilhaft wurde auch des Fleisches. Nichts ist da für unmöglich zu halten, wo die Kraft des Allerhöchsten waltete. Nicht ist da an menschliche Schwachheit zu denken, wo die Fülle der Gottheit zugegen war.

„Gekreuzigt unter Pontius Pilatus und begraben, hinabgestiegen zur Unterwelt“ (ad inferna).

Der Apostel Paulus lehrt, daß die Augen unseres Herzens erleuchtet sein sollen, um einzusehen, was die Höhe, die Breite und die Tiefe seien.  Es liegt nun aber in der Höhe, der Breite und der Tiefe die Beschreibung des Kreuzes: den in die Erde gesenkten Theil desselben nannte er Tiefe: Höhe aber jenen Theil, der oberhalb der Erde aufgerichtet nach oben sich erstreckt; – Breite endlich jenen, der nach rechts und links sich ausstreckt. Wenn es nun so viele Arten des Todes gibt, auf welche die Menschen dieses Leben zu verlassen pflegen, worin will denn der Apostel, daß wir erleuchteten Herzens den Grund finden sollen, weßhalb aus allen diesen Todesarten der Tod des Kreuzes für den Erlöser ausgewählt worden sei ? Man muß hier bemerken, daß jenes Kreuz ein Triumph war. Denn wenn die Trophäe ein bloßes Siegesdenkmal ist, so der Triumph die Darstellung des besiegten Feindes selbst. Weil nun Christus durch seine Ankunft, wie der Apostel sagt, drei Reiche sich gleichmäßig unterwarf (er deutet Dieß nämlich an in der Stelle, wo er sagt,  „daß im Namen Jesu sich jedes Knie beugen soll, derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind“ und diese alle durch seinen Tod besiegte: so ist seine Todesart als Mysterium passend gewählt worden, damit er zur Höhe erhoben die Mächte der Höhe unterwerfe und den Sieg über diese den erhabenen Gewalten des Himmels überliefere. Die Hände aber hält er, wie der Prophet sagt, den ganzen Tag ausgestreckt zu dem Volke, das auf der Erde ist, um die Ungläubigen als Zeugen herbeizurufen und um die Gläubigen einzuladen. Der in die Erde eingesenkte Theil (des Kreuzes) aber deutet seine Unterwerfung der unterirdischen Reiche an.

Als Gott nämlich (um in Kürze auch einiges Fernliegende zu berühren) im Anfange die Welt erschaffen hatte, setzte er über sie und stellte ihr vor gewisse Mächte himmlischer Gewalten, damit durch diese das Geschlecht der Sterblichen regiert und geleitet würde. Daß Dieß so geschehen sei, deutet Moses in dem Gesange des Deuteronomium an, wo er sagt: „Als der Höchste die Völker theilte, stellte er fest die Grenzen derselben nach der Zahl der Engel Gottes.“ Aber auch von diesen machten einige, wie auch Jener, welcher der Fürst der Welt genannt worden ist, von der ihnen von Gott übertragenen Gewalt nicht einen Gebrauch nach den Satzungen, unter welchen sie dieselbige empfangen hatten: und sie lehrten das menschliche Geschlecht, nicht den göttlichen Geboten zu gehorchen, sondern ihrem eigenen Treubruch sich anzuschließen; und aus dieser Quelle stammt die Abfassung der Sündenhandschrift wider uns; denn, wie der Prophet sagt, „durch unsere Sünden sind wir verkauft.“ Ein Jeder nämlich verkauft seine Seele, der den Willen seiner Begierlichkeit thut. Durch jene Handschrift also war ein Jeder jenen nichtswürdigen Gewalten verfallen, eine Handschrift, welche Christus, als er kam, getilgt und so jene ihrer Gewalt entblößt hat. Dieß deutet auch Paulus in tief geheimnißvoller Weise an, wenn er von ihm sagt „Vernichtend die Handschrift, welche wider uns bestand, und dieselbe anheftend an sein Kreuze führte er die Oberherrschaften und Gewalten einher und triumphirte über sie durch sich selbst.“ Jene Führer also, welche Gott über das menschliche Geschlecht gesetzt hatte, und die in eine halsstarrige Tyrannei sich verkehrten, gingen dazu über, die ihnen anvertrauten Menschen anzufeinden und durch die Kämpfe der Sünde zu bekriegen, wie der Prophet Ezechiel in geheimnißvollen Worten spricht: „An jenem Tage werden die Engel ausziehen in Eile, um Äthiopien zu vernichten, und es wird Verwirrung unter ihnen sein (wie) am Tage Ägyptens, denn siehe, er kommt.“ Von Christus nun heißt es, daß er über sie, nachdem sie ihrer hohen Macht entkleidet worden, triumphirt und die ihnen genommene Gewalt Menschen übergeben habe, wie er selbst im Evangelium zu seinen Jüngern spricht: „Siehe ich habe euch die Macht gegeben, über Schlangen und Skorpionen einherzuschreiten und über alle Macht des Feindes.“So hat also das Kreuz Christi Jene, welche ihre empfangene Gewalt in schlechter Weise mißbraucht haben, denen unterworfen, welche ehedem ihre Untergebenen waren. Uns aber d. h. das menschliche Geschlecht lehrt es zuerst vor allem Andern der Sünde zu widerstehen bis zum Ende und den Tod gern anzunehmen aus Liebe. Dann ferner stellt uns dasselbe Kreuz ein Beispiel des Gehorsams vor Augen, wie es Jenen, die ehedem unsere Führer waren, die Strafen der Widerspenstigkeit dargestellt hat. Man höre also, wie der Apostel durch Christi Kreuz uns den Gehorsam lehren will: „So sollet ihr gesinnt sein, wie auch Christus Jesus gesinnt war: welcher, da er in Gottes Gestalt war, es für keinen Raub hielt, Gott gleich zu sein, aber sich selbst entäußerte, Knechtesgestalt annahm, den Menschen gleich und im Äussern wie ein Mensch erfunden ward, gehorsam wurde bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes.“ Weil Jener nun der große Lehrer ist, der gethan und gelehrt hat, deßhalb hat er den Gehorsam, den die Frommen auch mit Aufopferung des Lebens bewahren müssen, dadurch halten gelehrt, daß er selbst zuerst für denselben starb.

Vielleicht könnte nun Jemand ob einer solchen Lehre erschrecken, weil wir nunmehr vom Tode dessen handeln, von dem wir kurz vorher gesagt haben, daß er gleichewig [sic] sei mit dem Vater und aus seiner Substanz hervorgezeugt, und von dem wir lehrten, daß er an Herrschaft, Majestät und Ewigkeit mit Gott dem Vater gleich sei. Aber erschrick nicht, gläubiger Leser: denn bald wirst du Denjenigen, von dem du hörst, daß er gestorben sei, als Wiederauferstandenen erkennen. Denn den Tod hat er übernommen, um dadurch den Tod zu berauben. Denn jenes Geheimniß der Fleischwerdung, von welchem wir oben handelten, hat diesen Zweck, daß die göttliche Kraft des Sohnes Gottes gleichsam wie ein gewisser Köder durch das Äussere des menschlichen Fleisches verdeckte und (wie der Apostel Paulus vorher sagte: „Im Äussern wie ein Mensch erfunden“) den Fürsten der Welt zum Kampfe einladen konnte, und daß er ihn, indem er ihm sein Fleisch wie zur Speise übergab, durch die Angel der Gottheit innerlich gefesselt hielt in der Vergießung des unbefleckten Blutes. Denn er allein, der die Makel der Sünde nicht kennt, hat die Sünden Aller getilgt: derer nämlich, die mit seinem Blute die Pfosten ihres Glaubens zeichneten. Gleichwie also ein Fisch, wenn er eine mit Speise verdeckte Angel (Haken) erfaßt, nicht nur die Speise vom Haken nicht löst, sondern auch selbst aus der Tiefe hervorgezogen wird, um dann Andern zur Speise zu dienen: so hat auch Derjenige, welcher die Herrschaft des Todes besaß, den Leib Jesu im Tode zwar an sich gerissen, ohne aber zu merken, daß in demselben der Angelhaken der Gottheit eingeschlossen war; sondern da er verschlang, blieb er selbst für immer hängen und wurde, nachdem die Schranken der Hölle zersprengt waren, wie aus der Tiefe hervorgezogen um Andern zur Speise zu werden. Daß Dieß so kommen werde, hatte unter diesem selbigen Bilde der Prophet Ezechiel schon lange vorher angekündigt mit den Worten: „Und ich werde dich hervorziehen in meiner Angel, und ich werde dich zerstreuen über die Erde. Die Fluren werden angefüllt werden von dir, und setzen werde ich über dich alle Vögel des Himmels und sättigen aus dir alle Thiere der Erde.“ Doch auch der Prophet David sagt: „Du hast zerschmettert die Häupter des grossen Drachen, du hast ihn gegeben zur Speise den Völkern der Äthiopier.“ Und Job legt über dasselbe Geheimniß in ähnlicher Weise Zeugniß ab; er spricht nämlich im Sinne des Herrn, der zu ihm redet: „Oder du wirst herbeischleppen den Drachen im Angelhaken und einen Halfter legen um seine Nase.“

Es leidet also Christus im Fleische nicht zu irgend welchem Schaden oder Schimpf der Gottheit, sondern um durch die Schwäche des Fleisches das Heil zu bewirken, stieg die göttliche Natur durch das Fleisch hinab in den Tod, nicht damit sie nach dem Gesetze der Sterblichen vom Tode festgehalten würde, sondern um in der Auferstehung durch sich selbst des Todes Thore zu eröffnen. Es verhält sich Dieß, wie wenn ein König zum Gefängnisse geht, eintritt in dasselbe und die Thüren öffnet, die Ketten löst, Bande, Riegel und Schranken entfernt und die Gefesselten zur Freiheit herausführt und Diejenigen, welche in Finsterniß und Todesschatten saßen, dem Licht und Leben wiedergibt. Man sagt dann zwar, der König sei im Gefängnisse gewesen, aber nicht in der Lage wie die Übrigen, die im Gefängnisse festgehalten wurden, sondern jene waren daselbst, um Strafen abzubüßen, dieser, um solche nachzulassen.

Ganz vorsichtig aber haben Diejenigen, welche das Symbolum überliefert haben, auch die Zeit angegeben, in welcher Dieses geschehen ist, unter Pontius Pilatus nämlich, damit nicht irgendwie die Überlieferung von dem Geschehenen als unsicher und unbestimmt schwankend erscheine. Zu bemerken ist, daß der Zusatz „abgestiegen zu der Unterwelt“ in dem Symbolum der römischen Kirche sich nicht findet; aber auch in den orientalischen Kirchen fehlt dieser Ausdruck: der Sinn des Wortes jedoch scheint gleichmäßig zusammenzutreffen mit der Behauptung, daß er begraben worden sei. Bei deiner Liebe aber und deinem Eifer für die heiligen Schriften wirst du mir ohne Zweifel sagen, es müßten diese Dinge durch deutlichere Aussprüche der heiligen Schrift bewiesen werden. Denn je erhabener Dasjenige ist, was wir glauben müssen, desto mehr sind erforderlich geeignete und unzweifelhafte Zeugen. Dieser Satz ist richtig und konsequent. Indeß, da wir gleichsam das Gesetz verkünden Solchen, die es bereits wissen, sehen wir der Kürze wegen von der großen Menge der Beweisstücke ab. Weniges jedoch wollen wir aus dem Vielen, wenn Dieß verlangt wird, anziehen in dem Bewußtsein, daß allen Denen, welche mit den heiligen Schriften sich beschäftigen, ein Meer von Zeugnissen zur Verfügung steht.

Zuerst nun vor allem Andern muß man wissen, daß die Ausfassung des Kreuzes nicht bei Allen eine und dieselbige ist, sondern eine andere Bedeutung hat dasselbe für die Heiden, eine andere für die Juden, eine andere für die Gläubigen, wie auch der Apostel sagt: „Wir aber predigen Christus den Gekreuzigten, den Juden zwar ein Ärgerniß, den Heiden aber eine Thorheit; den Berufenen aber aus den Juden und Heiden (predigen wir) Christum als Gottes Kraft und Gottes Weisheit,“ und an derselben Stelle: „Denn das Wort des Kreuzes ist Thorheit denen, die verloren gehen, denen aber, die selig werden (d.h. uns), Kraft Gottes.“ Die Juden nun, denen aus dem Gesetze her überliefert war, daß Christus bleiben werde in Ewigkeit, nahmen Ärgerniß an seinem Kreuze, weil sie seine Auferstehung nicht annehmen wollten; den Heiden aber erschien es als eine Thorheit, daß Gott den Tod erlitten, weil sie das Geheimniß der Fleischwerdung nicht kannten, Die Gläubigen indeß, welche angenommen, daß er geboren worden, im Fleische gelitten habe und von den Todten auferstanden sei, glaubten mit Recht, daß Gottes Kraft es sei, die den Tod überwunden habe. Zuerst nun wollen wir vernehmen, wie der Umstand, daß die Juden, denen die Propheten Dieß alles vorhergesagt hatten, nicht glauben würden, sondern Jene, welche niemals Derartiges von den Propheten vernommen hatten, in prophetischer Rede durch Isaias angezeigt wird. „Denen nicht verkündigt worden ist von ihm,“ sagt er, „werden sehend und die nicht gehört haben, werden begreifen.“ Daß aber von denen, welche das Gesetz Gottes betrachteten, und die von der Kindheit bis zum Greisenalter nicht glaubten, das ganze Heilsgeheimniß zu den Heiden übertragen werden würde, sagt derselbige Isaias in folgender Weise voraus: „Und es wird thun,“ sagt er, „der Herr, der Gott Sabaoth, allen Völkern auf jenem Berge, sie werden Freude trinken, Wein werden sie trinken, sie werden gesalbt werden mit Salböl auf jenem Berge: gib Dieß alles den Völkern.“ Das war nämlich der Rathschluß des Allmächtigen über alle Völker. Indeß sagen uns vielleicht Jene, welche sich brüsten in der Kenntniß des Gesetzes: ihr lästert, die ihr behauptet, der Herr sei dem Verderben des Todes und dem Leiden des Kreuzes unterworfen gewesen. So leset denn doch, was ihr geschrieben findet in den Klageliedern des Jeremias, wo er sagt: „Der Geist unseres Antlitzes, Christus der Herr, wurde ergriffen in unserm Verderben, und wir sprachen: Unter seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern.“ Man hört, wie der Prophet sagt, daß Christus der Herr ergriffen worden und für uns d. h. für unsere Sünden dem Verderben preisgegeben ist: in dessen Schatten, sagt er, sei der Heide gestellt worden, weil jenes Volk der Juden ungläubig verblieb: denn wir leben nicht unter den Juden, sondern unter den Heiden.

Wenn es nicht zu mühsam erscheint, wollen wir in möglicher Kürze Dasjenige angeben, was in den Evangelien als geschehen berichtet wird, so wie es bei den Propheten vorhergesagt ist, damit Diejenigen, welche die ersten Elemente des Glaubens aufnehmen, diese Zeugnisse in ihre Herzen schreiben können, daß bei denselben kein nachtheiliges Schwanken über Dasjenige, was sie glauben, sich einschleiche. Das Evangelium berichtet uns, daß Judas, einer aus den Freunden und Tischgenossen Christi, ihn überliefert hat. Hören wir, wie Dieß in den Psalmen vorausgesagt wird: „Der mein Brod aß,“ heißt es, „hebt hoch wider mich die Ferse;“ und anderswo: „Meine Lieben und Freunde,“ so heißt es, „haben sich wider mich genaht und aufgestellt“ und wiederum: „Weicher sind seine Worte als Öl, und sie selbst werden Wurfspieße sein.“ Willst du hören, welches die weichen Worte waren? „Es kam,“ so heißt es, „Judas zu Jesus und sprach zu ihm: Sei gegrüßt, Meister und er küßte ihn.“ Durch die zarte Liebkosung eines Kusses also bohrte er den fluchwürdigen Pfeil des Verrathes ein. Deßhalb sprach der Herr zu ihm: „Judas, mit einem Kusse verräthst du den Menschensohn?“ Um dreissig Silberlinge wurde er von der Gier des Verräthers verkauft. Hören wir auch hierüber das Wort des Propheten. „Und ich sprach,“ so sagt er, „zu ihnen: Wenn es gut scheint in euren Augen, so gebet mir meinen Lohn, oder wenn nicht, so lasset es,“ und darauf heißt es: „Ich habe empfangen dreissig Silberlinge und habe sie geworfen in das Haus des Herrn zur Schmelzung.“ Ist Dieß nicht Dasjenige, was in den Evangelien geschrieben steht? daß Judas von Reue ergriffen das Geld zurückbrachte, es in den Tempel warf und davonging? Wohl mag er es seinen Lohn nennen im Sinne eines Verbrechers und schuldbewußt. Denn so viele gute Werke hatte er bei ihnen geübt, Blinde hatte er sehend gemacht, Lahmen hatte er den Gebrauch ihrer Füße, Gichtbrüchigen das Gehen, Todten selbst das Leben wiedergegeben. Für all dieß Gute nun gab man ihm zu Lohne den Tod, um den Preis von dreissig Silberlingen abgeschätzt. Ebenfalls wird in den Evangelien berichtet, daß er gebunden worden ist. Vorhergesagt hat Dieß ein prophetisches Wort des Isaias, welches lautet: „Wehe der Seele Derjenigen welche ausgesonnen den nichtswürdigen Gedanken wider sich selbst, indem sie sprachen: Laßt uns fesseln den Gerechten, weil er unnütz ist für uns.“

Aber da mag Jemand sagen: Ist denn Dieß vom Herrn zu verstehen? Konnte denn etwa der Herr von den Menschen gefesselt und zum Gerichte geschleppt werden? Auch hiervon wird dich derselbe Prophet überzeugen. Er sagt nämlich also: „Der Herr selbst wird in’s Gericht kommen mit den Ältesten und Fürsten des Volkes.“ Es wird also der Herr nach dem Zeugnisse des Propheten gerichtet, und nicht bloß wird er gerichtet, sondern auch gegeisselt, mit Fäusten in’s Antlitz geschlagen, angespieen, und allen unwürdigen Schimpf erträgt er für uns. Und da Alle hierüber erstaunen mußten, da es von den Aposteln gepredigt wurde, deßhalb ruft auch der Prophet in ihrem Namen aus und spricht: „Herr, wer glaubt Dasjenige, was er von uns hört?“ Denn unglaublich erscheint es, daß Gott, der Sohn Gottes, Solches gelitten habe, und daß es von ihm gepredigt werde. Deßhalb also wurde Dieß von den Propheten vorhergesagt, damit den Gläubigen kein Zweifel entstünde. Christus der Herr selbst sagt darum in seinem eigenen Namen: „Meinen Rücken habe ich gegeben für die Geißel und meine Wangen für die Fäuste, und mein Antlitz habe ich nicht abgewendet von der Beschimpfung des Anspeiens.“ Auch Dieses wird unter seinen übrigen Leiden angeführt, daß man ihn gebunden zu Pilatus schleppte. Auch Dieses hat der Prophet vorherverkündigt, wo er sagt: „Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn als Gastgeschenk zum König Jarim;“ wenn hier nicht Jemand etwa den Einwurf macht und sagt: Aber Pilatus war ja nicht König. So höre man also, was das Evangelium im Folgenden berichtet. „Da Pilatus hörte,“ so heißt es, „daß er aus Galiläa sei, schickte er ihn zum Herodes,“ der damals König in Israel war. Und passend wird der Name Jarim zugefügt, welches „waldig“ bedeutet. Denn Herodes war nicht aus dem Hause Israel noch aus jenem israelitischen Weinberg, den der Herr aus Ägypten versetzt und zur Seite gepflanzt hatte an fruchtbarer Stätte: sondern er war waldig, d. h. aus dem Walde der Fremdlinge: und mit Recht wurde er deßhalb ein Waldsprößling genannt, weil er keineswegs aus den Rebzweigen des israelitischen Weinstockes hervorgesproßt war. Und wenn der Prophet von einem Gastgeschenke spricht, so paßt auch Dieses sehr gut. Damals nämlich wurden (wie das Evangelium bezeugt) Herodes und Pilatus aus Feinden wiederum Freunde: und gleichsam als Pfand ihrer Wiederversöhnung schickten sie sich gegenseitig den gefesselten Jesus zu. Was verschlägt Dieß, wenn nur Jesus als Heiland die Streitenden wieder versöhnt, den Frieden herstellt und Einigkeit wieder bringt? Deßhalb ist auch hierüber geschrieben im Buche Job: „Der Herr versöhnt die Herzen der Fürsten der Erde.“

Hinwiederum wird berichtet, daß, als Pilatus ihn entlassen wollte, das ganze Volk geschrieen habe: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn.“ Auch Dieses ist vorhergesagt durch den Propheten Jeremias, welcher den Herrn selbst sprechen läßt: „Es ist mir geworden,“ so sagt er, „meine Erbschaft, wie ein Löwe bin ich im Walde: er hat erhoben über mir seine Stimme, deßhalb haßte ich sie: und deßhalb,“ sagt er, „habe ich verlassen mein Haus.“ Und wiederum heißt es anderswo: „Über wen habt ihr euern Mund geöffnet, und gegen wen habt ihr losgelassen eure Zungen?“ Als er gerichtet wurde, so steht geschrieben, schwieg er. Viele Schriftsteller legen hiefür Zeugniß ab. In den Psalmen heißt es: „Ich bin geworden wie ein Mensch, der nicht hört, der in seinem Munde keine Scheltworte hat.“ Und wiederum: „Ich bin wie ein Tauber, der nicht hört, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht öffnet.“ Und wiederum sagt ein anderer Prophet: „Wie ein Lamm vor Demjenigen, der es scheert, so hat er nicht geöffnet seinen Mund: in Niedrigkeit wurde sein Gericht vollzogen.“ Es steht geschrieben, daß ihm eine Dornenkrone aufgesetzt worden sei. Man höre, was hierüber im hohen Liede Gott der Vater, in Staunen über die Ruchlosigkeit Jerusalems, sagt über die Unbild des Sohnes: „Gehet hinaus und schauet, ihr Töchter Jerusalems, die Krone, womit ihn gekrönt hat seine Mutter.“ Aber ebenfalls der Dornen wird Erwähnung gethan durch einen andern Propheten in folgender Weise: „Und ich erwartete, daß er Trauben machte, er machte aber Dornen: und nicht Gerechtigkeit, sondern Geschrei.“ Um jedoch das Geheimniß in seiner Tiefe aufzufassen, ist zu bemerken, daß Derjenige, welcher kam, um die Sünden der Welt hinwegzunehmen, auch die Erde von dem Fluche reinigen mußte, dessen Strafsentenz sie nach der Sünde des ersten Menschen in den Worten des Herrn empfangen hatte: „Verflucht sei die Erde in ihren Werken! Dornen und Disteln soll sie dir hervorbringen.“ Aus dem Grunde also wird Jesus mit Dornen gekrönt, damit jenes erste Verdammungsurtheil gelöst würde. Er wird an’s Kreuz gebracht, und am Holze wird das Leben der ganzen Welt aufgehangen. Sollen wir auch hierüber eine Bestätigung durch prophetische Zeugnisse geben? Man höre den Jeremias. der hiervon sagt: „Kommt und laßt uns hineinwerfen Holz in sein Brod und ihn austilgen aus dem Lande der Lebendigen .“ Und Moses hinwiederum sagt, indem er diese beweint: „Und es wird aufgehangen sein dein Leben vor deinen Augen, und du wirst Furcht haben Tag und Nacht, und du wirst nicht glauben an dein Leben.“ Doch wir müssen voraneilen: denn bereits überschreiten wir das Maß der Kürze, welche wir uns vorgenommen, und ziehen die kurze Abhandlung durch weitschweifige Auseinandersetzung in die Breite. Weniges jedoch wollen wir noch zufügen, damit wir nicht den Schein gewinnen, als hätten wir das, was wir begonnen, geradezu aufgegeben.

Es steht geschrieben, daß Jesus, nachdem seine Seite durchstochen war, Wasser und Blut zugleich ausgeströmt habe. Dieß ist in der That geheimnißvoll, denn er selbst hat es gesagt, „daß Ströme lebendigen Wassers aus seinem Leibe hervorgehen würden.“ Aber er vergoß auch Blut, von dem die Juden verlangten, daß es über sie und ihre Kinder kommen sollte. Das Wasser nun vergoß er, um damit die Gläubigen abzuwaschen: das Blut, um dadurch die Ungläubigen zu verdammen. Man kann jedoch hierunter auch eine figürliche Andeutung der zwiefachen Gnade der Taufe verstehen: die eine, welche gegeben wird durch die Taufe des Wassers, die andere, welche erworben wird durch das Martyrium in der Vergießung des Blutes; denn Beides wird Taufe genannt. Wenn man nun auch darnach fragt, warum er nicht aus einem andern Gliede als gerade aus der Seite Wasser und Blut vergossen habe, so scheint mir durch die Seite wegen der Rippe, die in ihr ist, das Weib angedeutet zu werden. Weil also die Quelle der Sünde und des Todes ausging von dem ersten Weibe, welche eine Rippe des ersten Adam war, so leitet sich die Quelle der Erlösung und des Lebens aus der Rippe des zweiten Adam her.

Es steht geschrieben. daß bei seinem Leiden von der sechsten bis zur neunten Stunde Finsterniß geherrscht habe. Man nehme auch hierüber das Zeugniß des Propheten, der da sagt: „Es wird dir untergehen die Sonne am Mittage.“ Und wiederum sagt der Prophet Zacharias: „An jenem Tage wird das Licht nicht sein, Kälte und Reif wird sein an demselben Tage, und jener Tag ist bekannt dem Herrn, und er ist weder Tag noch Nacht, und gegen Abend wird das Licht erscheinen.“ Wie konnte Dieß so einleuchtend vom Propheten gesagt werden. daß schon damals nicht sowohl etwas Zukünftiges vorhergesagt als etwas Vergangenes erzählt zu werden schien? Und Kälte und Reif sagt er vorher: deßhalb nämlich wärmte sich Petrus am Feuer, weil es kalt war, und zwar litt er die Kälte nicht nur der Witterung, sondern auch des Glaubens wegen. Es heißt dazu. „Und jener Tag ist bekannt dem Herrn, und nicht ist er Tag noch Nacht.“ Was heißt das: weder Tag noch Nacht? Ist das nicht offenbar gesagt von den dem Tage eingemischten Finsternissen und von dem dann wieder zurückgerufenen Lichte? Nicht war jener Tag ein wirklicher Tag, denn er nahm nicht seinen Anfang vom Aufgange der Sonne. Ebenso war er nicht vollständig Nacht, denn nicht nach Vollendung des Tageslaufes trat sie von Anfang in die ihr gewiesene Stelle ein oder führte den Tag zu seinem letzten Ende, sondern das durch die Schandthat der Gottlosen verscheuchte Licht wurde gegen Abend wieder erneuert. Nach der neunten Stunde nämlich wurde die Sonne nach Vertreibung der Finsterniß der Welt wieder sichtbar. Und ebenso legt ein Anderer hievon Zeugniß ab. „Und es wird verfinstert werden das Licht auf der Erde am Tage.“

Es lehrt die evangelische Predigt auch, daß die Soldaten die Kleider Jesu unter sich vertheilt und über sein Gewand das Loos geworfen haben. Der heilige Geist hat dafür gesorgt, daß auch Dieses durch prophetische Aussprüche bezeugt werde, wenn David sagt: „Sie haben sich meine Kleider getheilt und über mein Gewand das Loos geworfen.“ Nicht einmal von jenem Kleide, von welchem es heißt, daß die Soldaten, um ihn zu verspotten, es ihm angelegt hätten, d. h. von dem scharlachfarbenen Kleide haben die Propheten geschwiegen. Man höre nämlich, was Isaias sagt: „Wer ist der, der da kömmt von Edom in gerötheten Kleidern von Bosra? Warum sind geröthet deine Kleider und dein Gewand wie zertreten in der Kelter?“ Darauf antwortete er selbst: „Die Kelter trat ich allein, ihr Töchter Sion’s.“ Er ist es allein, der Sünde nicht that und die Sünden der Welt hinwegnahm. Denn wenn durch einen Menschen der Tod eintreten konnte, um wie viel mehr konnte durch einen Menschen, der auch Gott war, das Leben wieder hergestellt werden!

Es wird auch berichtet, daß er mit Essig getränkt wurde oder mit Myrrhenwein, der bitterer ist als Galle. Man höre, was hierüber der Prophet vorhergesagt. „Und sie gaben,“ spricht er, „zu meiner Speise Galle, und in meinem Durste tränkten sie mich mit Essig.“ Dem entsprechend sagte schon Moses zu seiner Zeit von jenem Volke: „Aus den Weinbergen Sodoma’s ist ihr Weinstock und ihre Rebe von Gomorrha: ihre Traube ist eine Traube der Galle, und Beeren der Bitterkeit haben sie.“ Und wiederum sagt er, indem er sie schilt: „Du thörichtes und unweises Volk, Dieß vergiltst du dem Herrn?“ Doch auch im hohen Liede wird Dasselbe vorhergesagt, wo auch der Garten, in welchem er gekreuzigt wurde, bezeichnet wird. Es heißt nämlich. „Ich bin eingetreten in meinen Garten, meine Schwester, Braut, und ich habe gelesen meine Myrrhe,“ wo augenscheinlich der Myrrhenwein, womit er getränkt wurde, angezeigt ist.

Und darauf, so steht geschrieben, hat er den Geist aufgegeben. Auch Dieß war durch den Propheten vorherverkündigt, der den Sohn zum Vater sagen läßt: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Er wurde begraben, und ein großer Stein ward vor die Thür des Grabmals gesetzt. Hierüber lautet die prophetische Vorherverkündigung durch Jeremias also: „Sie senkten,“ spricht er, „in eine Grube mein Leben, und sie wälzten einen Stein über mich.“ Diese überaus deutlichen Andeutungen seines Begräbnisses wurden so durch prophetische Aussprüche gezeichnet. Man vernehme indeß noch andere: „Von der Bosheit,“ heißt es, „wird hinweggerafft der Gerechte, und in Frieden ist seine Stelle,“ und anderswo: „Und ich werde geben Gottlose für sein Grab.“ Und wiederum heißt es anderswo: „Sich lagernd schläft er wie ein Löwe, und wie ein junger Löwe, wer mag ihn auftreiben?“

Aber auch das Absteigen in die Unterwelt wird deutlich vorhergesagt in den Psalmen, wo es heißt: „Und in den Staub des Todes hast du mich hinabgeführt,“ und wiederum: „Was Gewinn bringt mein Blut, da ich niedersteigen werde zur Verwesung?“ und wiederum: „Ich bin hinabgestiegen in den Lehm der Tiefe, und nicht ich daselbst bestand.“ Aber auch Johannes sagt: „Bist du es, der da kommen soll (in die Unterwelt ohne Zweifel), oder erwarten wir einen Andern?“Daher sagt auch Petrus: „Weil Christus getödtet ist dem Fleische nach, lebendig gemacht aber durch den Geist, der in ihm wohnt, stieg er hinab, um den Geistern, die eingeschlossen waren im Gefängnisse, zu predigen, die ungläubig gewesen in den Tagen Noe’s.“ In dieser Stelle wird auch das Werk erklärt, das er in der Unterwelt gewirkt hat. Aber auch der Herr selbst sagt durch den Propheten wie von der Zukunft: „Denn du wirst nicht zurücklassen meine Seele in der Unterwelt, noch wirst du deinen Heiligen die Verwesung schauen lassen.“ Daß dieses wiederum prophetische Wort gleicher Weise erfüllt worden, zeigt er, wenn er sagt: „Herr, du hast hinausgeführt meine Seele aus der Unterwelt, du hast mich errettet von denen, die in die Grube hinabsteigen.“ Auf Dieses folgt nun im Glaubensbekenntnisse:

„Am dritten Tage ist er wieder auferstanden von den Todten.“

Die Glorie der Auferstehung verherrlichte in Christo Alles, was vordem schwach und gebrechlich erschien. Hattest du es kurz vorher, d. h. bei Erwägung des vorhergehenden Artikels für unmöglich erachten mögen, daß der Unsterbliche zum Tode gekommen sei: so siehe nun, wie Derjenige, von dem gesagt wird, daß er nach Besiegung des Todes auferstanden sei, fürder dem Tode nicht unterworfen sein kann. Doch darin erkenne die Güte des Schöpfers, daß Jener bis dahin, dir folgend, herniederstieg, wohin du durch die Sünde weggeworfen wardst. Und sage nicht verwegen, es sei für Gott, den Schöpfer aller Dinge, unmöglich, dahin als Heilbringer zu gelangen, wo immer das Werk seiner Hand durch gebrechlichen Fall eingeschlossen wurde. Wir, die wir in der bestimmten Begrenzung unseres Körpers fest gehalten in den Grenzen des uns angewiesenen Raumes existiren, sprechen von „unten“ und „oben.“ Für Gott aber, der überall ist, der nirgendwo nicht ist, was ist für ihn „unten“, was „oben“? Und doch findet auch Dieses in der körperlichen Auferstehung Christi seine Anwendung. Das Fleisch, welches in’s Grab gelegt war, wird auferweckt, damit das Wort des Propheten erfüllt werde: „Deinen Heiligen wirst du nicht sehen lassen die Verwesung.“ 1 So kehrte er als Sieger zurück von den Todten, mit sich ziehend die der Unterwelt entrissene Beute. Denn er entführte Diejenigen ihrer Gefangenschaft, die vom Tode festgehalten waren, wie er es selbst vorhergesagt hatte mit den Worten: „Wenn ich von der Erde erhöht sein werde, will ich Alles an mich ziehen.“ Es bezeugt Dieses das Evangelium, wenn es sagt . „Die Gräber öffneten sich, und viele Leiber entschlafener Heiligen standen auf und erschienen Vielen und sie gingen hinein in die heilige Stadt“  d. h. zweifelsohne in jene Stadt, von welcher der Apostel sagt. „Jenes Jerusalem von oben aber, das ist die Freie, welche unser aller Mutter ist;“ wie er denn auch an die Hebräer schreibt: „Denn es ziemte sich, daß Derjenige, um dessen willen alle Dinge, durch den alle Dinge sind, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt, als Urheber ihres Heiles durch Leiden zur Vollendung gebracht werde.“So hat er das durch Leiden zur Vollendung geführte menschliche Fleisch, das durch den Fall des ersten Menschen dem Tode verfallen war, nachdem es durch die Kraft der Auferstehung wieder hergestellt war, zur Rechten des Vaters sitzend, zur höchsten Höhe erhöht, wie auch der Apostel sagt: „Der uns zugleich auferweckt hat und zugleich uns versetzt in den Himmel.“ Denn Dieser war der Töpfer, der, wie der Prophet Jeremias lehrt, „das Gefäß, welches seiner Hand entfallen und zerbrochen war, wiederum mit seinen Händen aufhob und wieder herstellte, wie es gut schien in seinen Augen.“ Es beliebte aber die Weise, daß er den Leib, den er als sterblichen und vergänglichen angenommen hatte, nachdem er ihn dem Grabstein enthoben und zu einem unsterblichen und unvergänglichen gemacht hatte, nicht mehr auf der Erde ließ, sondern ihn in den Himmel zur Rechten des Vaters versetzte. Voll sind von diesen Geheimnissen die Schriften des alten Testamentes. Kein Prophet, kein Gesetzgeber, kein Psalmendichter hat Dieß mit Stillschweigen übergangen, im Gegentheil fast jede Seite (der Schrift) redet davon, weßhalb es überflüssig ist, bei der Sammlung weiterer Zeugnisse zu verweilen. Dennoch wollen wir einiges Wenige noch anführen, indem wir Diejenigen, welche reichlicher zu trinken wünschen, auf die Quellen der göttlichen Bücher selbst verweisen. So sagt er gleich in den Psalmen: „Ich schlief und sank in tiefen Schlaf und stand wieder auf; denn der Herr nahm mich auf.“ Und gleicher Weise an einer andern Stelle: „Wegen des Elendes der Dürftigen und des Seufzens der Armen stehe ich jetzt auf, spricht der Herr.“ Und anderswo, wie wir es schon oben angeführt habend „Herr, du führtest meine Seele aus der Hölle, du hast mich befreit von denen, die hinabfahren in die Tiefe.“ Und an einer andern Stelle. „Du wandtest dich um und belebtest mich, und von dem Abgrunde der Erde hast du mich wieder zurückgeführt.“ Ganz deutlich wird von ihm im 87. Psalm gesagt: „Und er ist geworden wie ein Mensch ohne Hilfe, ein Freier unter den Todten.“ Es heißt nicht ein Mensch, sondern wie ein Mensch. Denn er war wie ein Mensch, der in die Unterwelt hinabgestiegen war; aber unter den Todten war er frei, weil er vom Tode nicht gefangen gehalten werden konnte. Und so zeigt sich einerseits die Natur menschlicher Gebrechlichkeit, anderseits die Macht göttlicher Majestät. Der Prophet Oseas aber spricht sich auch über den dritten Tag aufs Deutlichste aus in folgender Weise: „Er wird uns heilen,“ sagt er, „nach zwei Tagen: am dritten Tage aber werden wir auferstehen und leben vor seinem Angesichte.“ Dieß aber sagt er im Sinne derer, welche am dritten Tage mit ihm auferstanden und vom Tode zum Leben wieder zurückgerufen wurden. Und diese Nämlichen sind es, welche sagen: „Am dritten Tage werden wir auferstehen und leben vor seinem Angesichte.“ Isaias aber sagt klar und deutlich: „Der von der Erde weggeführt hat den großen Hirten der Schafe.“ Doch auch den Umstand, daß die Weiber seine Auferstehung sehen würden, während die Schriftgelehrten und Pharisäer und das Volk sich ungläubiger verhielten, hat Isaias vorhergesagt mit den Worten: „Ihr Weiber, die ihr von dem Schauspiele herkommt, kommet; denn es ist ein Volk, das keine Einsicht hat.“ Aber auch über jene Weiber, von denen es heißt, daß sie nach der Auferstehung zum Grabe gegangen seien, ihn gesucht und nicht gefunden hätten, wie über Maria Magdalena, von der berichtet wird, daß sie vor Tagesanbruch zum Grabe gekommen sei und, da sie ihn nicht fand, weinend zu den anwesenden Engeln gesagt habe: „Sie haben den Herrn genommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben:“ – auch hierüber wird ähnlicher Weise vorhergesagt im hohen Liede: „Auf meinem Lager habe ich gesucht, den meine Seele liebt: in den Nächten habe ich ihn gesucht und nicht gefunden.“ Auch über Jene, die ihn fanden und seine Füße umfaßten, wird geweissagt im hohen Liede: „Ich werde ihn umfassen und ihn nicht entlassen, ihn, den meine Seele liebt.“ Das Angeführte ist indeß nur Weniges von Vielem: da wir uns der Kürze befleissigen wollen, dürfen wir nicht mehr zusammenhäufen.

„Er stieg auf in den Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters: von dort wird er kommen zu richten die Lebendigen und die Todten.“

Mit gleichmäßig fortgesetzter Kürze heißt es so gegen das Ende des Glaubensbekenntnisses, wobei Das, was gesagt wird, zwar offenkundig ist, wobei es sich aber fragt, in welchem Sinne das Gesagte zu verstehen sei; denn wenn die Begriffe „aufgestiegen sein,“ „sitzen,“ „kommen werden“ nicht in einem der Würde der Gottheit angemessenen Sinne aufgefaßt werden, dann scheint durch dieselben etwas zur menschlichen Gebrechlichkeit Gehöriges angezeigt zu werden. Nach Vollendung der irdischen Laufbahn und nach der Zurückberufung der Seelen aus der Gefangenschaft in der Unterwelt wird die Himmelfahrt erwähnt, wie der Prophet dieselbe mit den Worten vorhergesagt: „Aufsteigend zur Höhe hat er gefangen genommen die Gefangenschaft, den Menschen hat er Geschenke gegeben.“ Jene Geschenke nämlich, welche Petrus auf den heiligen Geist in der Apostelgeschichte bezieht, wenn er sagt: „Nachdem er erhöht worden zur Rechten des Vaters, hat er dieß Geschenk ausgegossen, welches ihr sehet und höret.“ Das Geschenk des hl. Geistes also hat Christus den Menschen gegeben, da er die Gefangenen, welche vordem der Teufel durch die Sünde in die Unterwelt hinabgeführt hatte, durch seine Auferstehung vom Tode zurückrief in den Himmel: Er nun stieg auf in den Himmel, nicht als ob er als Wort, als Gott vordem nicht dort gewesen sei (war er doch in dieser Hinsicht immer im Himmel und bleibend im Vater), sondern er stieg in den Himmel auf als zu einem Orte, wo vordem das fleischgewordene Wort seinen Sitz nicht gehabt hatte. Weil nun die Wächter der himmlischen Thore und die Fürsten des Himmels diesen Einzug als einen neuen erblickten, sehend, wie die fleischliche Natur einzog in die verborgenen Räume des Himmels, reden sie untereinander, wie David vom hl. Geiste erfüllt es ausspricht mit den Worten: „Hebet eure Thore, ihr Fürsten, erhebet euch, ihr ewigen Thore, und es wird einziehen der König der Herrlichkeit. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr, der starke und mächtige, der Herr, mächtig im Kampfe.“ Dieß ist doch nicht gerufen in Bezug auf die Macht der Gottheit, sondern im Hinblick auf die aufsteigende menschliche Natur, die nun in neuer Veränderung zur Rechten Gottes versetzt wurde. Auch sagt David an einer andern Stelle: „Gott stieg auf in Jubel, und der Herr beim Klange der Posaunen.“ Beim Klange der Posaune nämlich pflegt der Sieger aus dem Kampfe heimzukehren. In derselben Hinsicht ist auch die andere Stelle zu verstehen: „Er bauet im Himmel seinen Thron.“ Und wiederum heißt es an einer andern Stelle: „Der aufsteigt höher als die Cherubim, der fliegt höher als die Schwingen der Winde.“

Auch das Sitzen zur Rechten des Vaters ist ein Geheimniß, welches sich auf die angenommene menschliche Natur bezieht. Denn weder kommt jener unkörperlichen Natur, getrennt gedacht von dem angenommenen Fleische, Dieß zu, noch ist die Vollendung des himmlischen Sitzes für die göttliche, sondern für die menschliche Natur erfordert. Daher heißt es auch: „Dein Thron ist begründet seitdem: von Ewigkeit bist du.“ Bereitet war also von Ewigkeit her der Sitz, den der Herr Jesus einnehmen sollte, „in dessen Namen sich jedes Knie beugen muß derer, die im Himmel, auf der Erde, unter der Erde sind, und von dem jede Zungen bekennen muß, daß der Herr Jesus in der Herrlichkeit des Vaters ist.“ Von ihm spricht auch David also: „Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.“ Indem der Herr diesen Ausspruch im Evangelium bespricht, sagte er zu den Pharisäern: „Wenn nun David im Geiste ihn Herrn nennt, wie kann er denn sein Sohn sein?“ Dadurch zeigt er, daß er seiner höhern Natur nach Herr, seinem Fleische nach ein Sohn Davids sei. Deßhalb spricht auch der Herr selbst hinwiederum: „Wahrlich, sage ich euch, fürder werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft Gottes.“ Und der Apostel Petrus sagt von Christus: „Der zur Rechten Gottes sitzt im Himmel.“ Aber auch Paulus sagt, an die Epheser schreibend: „Gemäß der Wirksamkeit der Kraft seiner Macht, die er ausgeübt hat in Christo, indem er ihn auferweckte von den Todten und ihn sitzen ließ zu seiner Rechten.“

Daß er aber kommen wird zu richten die Lebenden und die Todten, lehren uns viele Zeugnisie der hl. Schrift. Ehe wir aber Dieß durch prophetische Beispiele zeigen, scheint es nothwendig zu sein, daran zu erinnern, daß dieser überlieferte Glaube von uns verlangt, daß wir täglich über die Ankunft des Richters besorgt seien und unsere Handlungen so einrichten, daß wir dem kommenden Richter Rechenschaft geben können. Dieses sagte auch der Prophet von dem glücklichen Manne: „Er wird seine Reden einrichten auf das Gericht.“ Wenn es aber heißt, daß er richten werde die Lebendigen und Todten, so ist Dieß nicht in dem Sinne gesagt, als ob ein Theil lebendig, ein Theil todt in’s Gericht käme: sondern weil er die Seelen und Leiber zugleich richten wird, wovon die Seelen lebendig, die Leiber todt genannt werden; wie denn auch der Herr selbst im Evangelium sagt: „Fürchtet nicht Diejenigen, die den Leib tödten, der Seele aber Nichts anhaben können: fürchtet vielmehr den, der Leib und Seele in die Hölle stürzen kann.“

Nun wollen wir denn auch in Kürze zeigen, wie Dieß durch die Propheten vorhergesagt worden. Wer mehr Zeugnisse haben will, mag dieselben sich selbst aus der weiten Fülle der hl. Schrift zusammensuchen. Es sagt der Prophet Malachias also: „Siehe, kommen wird der Herr, der Allmächtige, und wer wird den Tag seiner Ankunft ertragen, oder wer wird seinen Anblick aushalten? Denn er schreitet einher wie das Feuer eines Schmelzofens und wie das Kraut der Walker: und er wird sitzen schmelzend und reinigend wie das Silber und Gold.“ Damit du aber deutlicher erkennest, wer dieser Herr ist, von welchem Dieß gesagt wird, so höre, was auch der Prophet Daniel spricht: „Ich schaute,“ sagt er, „im Nachtgesicht, und siehe, es kam Einer in den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn, und er kam bis zum Alten der Tage und ward vor sein Angesicht gebracht: und es ward ihm gegeben Gewalt, Ehre und Herrschaft: und alle Völker, Geschlechter und Zungen werden ihm dienen: und seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, die nicht vergehen wird, und sein Reich wird nicht zerstört werden.“ Hiedurch werden wir also belehrt nicht bloß über seine Ankunft und sein Gericht, sondern auch über seine Macht. Sein Reich, daß es eine ewige Macht sei und ein Reich, dem keine Zerstörung ein Ende macht: wie es auch im Symbolum heißt: „Dessen Reich kein Ende hat.“ Derjenige also weicht sehr vom Glauben ab, der sagt, das Reich Christi würde irgend einmal beendigt werden. Doch müssen wir wissen, daß der Feind sich bemühte, diese heilbringende Ankunft Christi durch listigen Betrug zur Täuschung der Gläubigen zu erheucheln und statt des Menschensohnes, dessen Kommen in der Herrlichkeit des Vaters erwartet wird, den Sohn des Verderbens in Wundern und lügenhaften Zeichen vorzuschieben, damit er anstatt Christum den Antichrist in diese Welt einführe, von welchem auch der Herr im Evangelium den Juden vorhergesagt: „Ich bin gekommen im Namen meines Vaters, und ihr habt mich nicht aufgenommen: ein Anderer wird kommen in seinem eigenen Namen, und Diesen werdet ihr aufnehmen.“ Und wiederum sagt er: „Wenn ihr sehen werdet den Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte stehen, wie es der Prophet Daniel gesagt, wer es lieset, der möge es verstehen.“ Daniel nun lehrt über die Ankunft jenes Irreführers weit und breit in seinen Visionen, aus denen Beispiele anzuführen zu mühevoll ist, weil er sich in ziemlich breiten Erzählungen ergeht: wer also hierüber mehr wissen will, den verweisen wir auf die genauere Kenntnißnahme der Visionen selbst. Aber auch der Apostel spricht über denselben Gegenstand: „Es möge Euch Keiner auf irgend eine Weise betrügen: denn es muß zuvor der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbar werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich erhebt über Alles, was Gott heißt oder als göttlich verehrt wird, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich für Gott selbst ausgibt.“Und ein wenig nachher: „Und wird jener Ruchlose offenbar werden, welchen der Herr Jesus tödten wird mit dem Hauch seines Mundes und zunichte machen durch den Glanz seiner Ankunft, ihn, dessen Ankunft geschieht gemäß der Wirkung des Satans in aller Kraft, mit Zeichen und falschen Wundern.“ Und wiederum ein wenig nachher: „Und deßhalb wird ihnen Gott die Wirksamkeit des Irreführers senden, so daß sie der Lüge glauben und Alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben.“ Deßhalb also wird uns durch Aussprüche der Propheten, der Evangelien und der Apostel dieser Irrthum vorhergesagt, damit man nicht die Ankunft des Antichristes für die Ankunft Christi halte, sondern wie der Herr gelbst sagt: „Wenn man Euch sagt: Hier ist Christus, oder dort ist er, so glaubet es nicht. Denn es werden viele falsche Christi kommen und falsche Propheten und Viele verführen.“ Doch wollen wir noch sehen, wie das wahre Gericht Christi gekennzeichnet worden. „Wie der Blitz,“ heißt es, „aufleuchtet vom Osten bis zum Westen, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.“ Wenn also der wahre Herr Jesus Christus ankommen wird, dann wird er sitzen und das Gericht abhalten: wie es auch in den Evangelien heißt: „Und er wird die Schafe von den Böcken scheiden“ d. h. die Gerechten von den Ungerechten; wie der Apostel schreibt: „Wir alle müssen stehen vor dem Richterstuhle Christi, damit ein Jeder, je nachdem er in seinem Leibe Gutes oder Böses gethan hat, darnach empfange.“ Es wird aber gerichtet werden nicht bloß nach den Thaten, sondern auch nach den Gedanken, gemäß dem Ausspruche des Apostels: „Während sich die Gedanke unter einander anklagen oder auch vertheidigen an jenem Tage, an welchem Gott richten wird das Verborgene der Menschen.“ Aber auch hierüber möge das Gesagte genügen. Hierauf folgt in der Reihenfolge des Glaubensbekenntnisses:

„Und in den heiligen Geist.“

Dasjenige, was oben mit einiger Ausführlichkeit über Christus gesagt worden, bezog sich auf das Geheimniß seiner Menschwerdung und seines Leidens. Da Dieß dem über seine Person Gesagten zwischengestellt ist, wird die Erwähnung des heiligen Geistes etwas länger hinausgeschoben. Im Übrigen, wenn man bloß auf das über seine Gottheit Gesagte Rücksicht nimmt, so wird hier auf ganz dieselbe Weise, wie im Anfange gesagt wurde: „Ich glaube in Gott, den allmächtigen Vater, und nachher in Jesus Christus, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn,“ angeknüpft: Und in den heiligen Geist. All Jenes aber, was dazu von Christus erwähnt wird, bezieht sich, wie gesagt, auf die Annahme der menschlichen Natur. In der Erwähnung des heiligen Geistes nun vollendet sich die Darlegung des Geheimnisses der Dreifaltigkeit. Wie nämlich Einer Vater genannt wird und kein Anderer der Vater ist, und wie Einer der eingeborene Sohn genannt wird und kein Anderer der eingeborene Sohn ist; so ist auch ein heiliger Geist, und ein Anderer kann nicht der heilige Geist sein. Um also die Personen von einander zu unterscheiden, werden für ihr gegenseitiges Verhältniß verschiedene Benennungen gewählt; unter Vater soll Derjenige verstanden werden, aus dem Alles ist, und der selbst keinen Vater hat; Jener ist der Sohn, weil er aus dem Vater geboren ist; und Dieser der heilige Geist, weil er aus den Beiden hervorgeht und Alles heiligt. Damit aber in der Dreifaltigkeit die eine und dieselbe Gottheit gelehrt werde, so heißt es in gleicher Weise, wie gesagt wird: Glauben in Gott den Vater, mit ausdrücklicher Beifügung des Vorwortes ‚in‘ auch: und in Christus. seinen Sohn, und in den heiligen Geist. Klarer wird Das, was wir gesagt haben, durch das Folgende. Denn es folgt nach diesem Artikel:

„Eine heilige Kirche, Nachlassung der Sünden, Auferstehung dieses Fleisches.“

Es heißt nicht: in die heilige Kirche, nicht in die Nachlassung der Sünden, noch in die Auferstehung des Fleisches; denn wäre die Präposition ‚in‘ beigefügt, so würde Dieß auf eine und dieselbe Stufe mit dem Obigen gestellt werden. Nun wird aber bei den Begriffen, durch welche der Glaube über die Gottheit bestimmt wird, gesagt, in Gott den Vater, in Jesus Christus, seinen Sohn, und in den heiligen Geist. Bei den übrigen aber, wo nicht von der Gottheit, sondern von den Geschöpfen und den Geheimnissen die Rede ist, wird die Präposition ‚in‘ nicht beigefügt, so daß etwa gesagt würde: in eine heilige Kirche, sondern eine heilige Kirche sei zu glauben, nicht in der Weise, wie Gott geglaubt wird, sondern als die für Gott versammelte Gemeinschaft. So ist zu glauben eine Nachlassung der Sünden, nicht in eine Nachlassung der Sünden; ebenso eine Auferstehung des Fleisches, nicht in eine Auferstehung des Fleisches. Durch Setzung dieser kleinen Präposition also wird der Schöpfer unterschieden von den Geschöpfen, wird das Göttliche vom Menschlichen getrennt. Es ist nun derselbe heilige Geist, der im alten Bunde das Gesetz und die Propheten, im neuen Bunde die Evangelien und die Apostel inspirirte. Daher sagt auch der Apostel: Jegliche Schrift die göttlich inspirirt ist, ist nützlich zur Lehre. Es erscheint deßhalb angemessen, an dieser Stelle, ganz wie wir es aus den schriftlichen Aufzeichnungen der Väter überkommen haben, zu verzeichnen, welches die Bücher des alten und des neuen Testamentes sind, die nach der Tradition der Vorfahren als vom heiligen Geiste inspirirt geglaubt werden und als solche den christlichen Kirchen überliefert sind.

Vom alten Testamente nun sind vor Allem zuerst überliefert die fünf Bücher Moses, Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronomium. Auf diese folgen die Bücher Jesus Nave und der Richter zugleich mit Ruth. Dann die vier Bücher der Könige (Regnorum libri), deren die Hebräer zwei zählen. Das Buch Paralipomenon, welches Buch der Tage heißt: zwei Bücher Esdras, welche bei den Juden einzeln gezählt werden, und Esther. Zu den Propheten aber gehören Isaias, Jeremias, Ezechiel und Daniel, ausserdem noch zwölf Propheten in einem Buche. Auch Job und die Psalmen Davids sind noch zwei einzelne Bücher. Salomon aber hat drei Bücher den Kirchen überliefert: die Sprichwörter, den Ecclesiastes und das Lied. In dieser Sammlung ward die Zahl der Bücher alten Testamentes beschlossen. Zum neuen Testament aber gehören die vier Evangelien, das des Matthäus, des Markus, des Lukas und des Johannes; – die Geschichte der Apostel, vom heiligen Lukas geschrieben, – vierzehn Briefe des Apostels Paulus, zwei des Apostels Petrus; einer von dem Bruder unseres Herrn und Apostel Jakobus; einer von Judas, drei Briefe des Johannes und die Apokalypse von demselben. Das sind die Bücher, welche die Väter zum Kanon rechneten, und aus denen sie die Lehrsätze unseres Glaubens erhärteten.

Jedoch ist zu beachten, daß es noch andere Bücher gibt, welche die Vorfahren nicht kanonische, sondern kirchliche Bücher nannten, nämlich das Buch der Weisheit, welches dem Salomon zugeschrieben wird, und ein anderes Buch „Weisheit,“ welches man dem Sohne des Sirach zuschreibt, ein Buch, welches bei den Lateinern den allgemeinen Titel eines Kirchenbuches (Ecclesiasticus) führt. wodurch nicht des Buches Verfasser, sondern sein Charakter ausgesprochen ist. Zu derselben Klasse gehören die Bücher Tobias und Judith, wie die beiden Bücher der Maccabäer. Im neuen Testamente ist hieher zu zählen das Büchlein des sogenannten Pastor oder Hermas, welches auch benannt wird „die zwei Wege“ oder „das Gericht Petri“ (judicium Petri). Diese Bücher wurden alle zwar in den Kirchen gelesen, ohne daß man ihnen aber das Ansehen eigentlicher Glaubensquellen beilegte. Weitere Schriften nannte man apokryph und ließ sie in den Kirchen nicht vorlesen. Dieß ist, was uns die Väter (über den Kanon) überliefert haben, und was uns an dieser Stelle anzufügen passend erschien, zur Belehrung für Diejenigen, welche die ersten Elemente der Kirche und des Glaubens sich aneignen, damit sie wissen, aus welchen Quellen und Büchern das göttliche Wort zu schöpfen sei.

Es folgt sodann: „eine heilige Kirche.“

Schon oben wurde der Grund angegeben, warum es auch hier nicht heißt: „in eine heilige Kirche.“ Diejenigen also, welche vordem belehrt wurden, an den einen Gott zu glauben in dem Geheimniß der Trinität, müssen auch Dieses glauben, daß es eine heilige Kirche gibt, in welcher ein Glaube ist und eine Taufe, in welcher geglaubt wird an den einen Gott den Vater, an den einen Herrn Jesus Christus, seinen Sohn, und an den einen heiligen Geist. Das ist also die heilige Kirche, die keine Makel hat noch Runzel. Es haben nämlich auch viele Andere kirchliche Gemeinschaften zusammengebracht, wie Marcion, Valentinus, Ebion, Manichäus und Arius und alle übrigen Häretiker. Aber jene Kirchen sind nicht frei von Makel oder der Runzel der Treulosigkeit, und deßhalb sagte von ihnen der Prophet: „Ich hasse die Versammlung der Böswilligen, und mit den Gottlosen will ich nicht zusammensitzen.“ Von dieser Kirche aber, welche den Glauben Christi unverfälscht bewahrt, höre man, was der heilige Geist im hoben Liede sagt: „Eine ist meine Taube, eine die Vollendete ihrer Gebärerin.“ Wer also diesen Glauben in der Kirche empfängt, der möge nicht abbiegen zu dem Unterfangen der Gottlosigkeit und nicht einherwandeln mit denen, die Übles unternehmen. Ein gottloses Unterfangen ist es, dessen sich Marcion schuldig macht, indem er läugnet, daß der Vater Christi Gott der Schöpfer sei, der durch seinen Sohn die Welt gemacht hat. Ein gottloses Unterfangen ist es. wenn Ebion lehrt, man müsse in der Weise an Christus glauben, daß die fleischliche Beschneidung, die Haltung des Sabbaths, die feierlichen Opfer und alle übrigen Gebräuche nach dem Buchstaben des Gesetzes gehalten würden. Ein gottloses Unternehmen ist es, wenn Manichäus lehrt, einmal daß er selbst der Paraklet sei, dann wenn er sagt, die Welt sei von einem bösen Princip gemacht, Gott sei nicht ihr Schöpfer, und wenn er das alte Testament verwirft: wenn er behauptet, es gebe eine gute und eine böse Natur, die sich gegenseitig widerstritten: wenn er nach den Pythagoräern lehrt, die menschlichen Seelen, die mit Gott gleich ewig seien, kehrten in verschiedenen Phasen der Geburt zurück in Viehheerden, Thiere und Bestien: wenn er die Auferstehung unseres Fleisches läugnet: wenn er von dem Leiden und der Geburt des Herrn behauptet, daß sich diese nicht wahrhaft im Fleische, sondern nur in Scheinbildern vollzogen hätten. Eine Sekte der Gottlosigkeit ist die des Paul von Samosata und seines Nachfolgers Photin, die da behaupten, Christus sei nicht geboren von Ewigkeit aus dem Vater, sondern er habe aus Maria seinen Anfang genommen: und er sei nicht Gott, der als Mensch geboren worden, sondern aus einem Menschen sei er Gott geworden. Eine Sekte der Gottlosigkeit ist die des Arius und Eunomius, welche lehren, der Sohn Gottes sei nicht aus der eigenen Substanz des Vaters geboren, sondern er sei aus Nichts erschaffen: der Sohn Gottes habe einen Anfang und sei geringer als der Vater: und die auch behaupten, der heilige Geist sei nicht nur ein Geringerer als der Sohn, sondern auch ein Sendling. Eine Sekte der Gottlosigkeit bilden auch Diejenigen, welche zwar zugeben, daß der Sohn Gottes von der Substanz des Vaters sei, den heiligen Geist davon aber trennen und ausschließen: da doch der Heiland im Evangelium uns eine und dieselbe Kraft und Gottheit der Dreieinigkeit zeigt, wenn er sagt: „Taufet alle Völker im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ Gottlos ist es offenbar, wenn ein Mensch Dasjenige auseinanderreißt, was göttlich verbunden ist. Eine Sekte der Gottlosigkeit ist auch diese, welche ehedem sich bildete durch die hartnäckige und nichtswürdige Behauptung, Christus habe zwar das menschliche Fleisch angenommen, nicht aber auch eine vernünftige Seele: da doch sowohl dem Fleische als der Seele, sowohl dem sinnlichen Theile der menschlichen Natur als dem Geiste ein und dasselbe Heil von Christus geworden ist. Aber auch jene ist eine Sekte der Gottlosigkeit, welche Donatus in Afrika zusammengebracht, indem er die Tradition der Kirche fälschlich deutete, und jene, die Novatus in’s Leben rief, indem er den Gefallenen die Buße verweigerte und die zweite Ehe in Fällen, wo ein Bedürfniß gerade ihre Eingehung verlangte, verdammte. Diese alle soll man fliehen als Sekten der Ruchlosen. Aber auch Diejenigen, wenn es etwa Solche geben sollte, von denen gesagt wird, daß sie behaupten, der Sohn Gottes sehe oder erkenne den Vater nicht so, wie er selbst vom Vater erkannte oder gesehen wird, oder die Herrschaft Christi werde ein Ende nehmen, oder die Auferstehung des Fleisches werde sich nicht in der unversehrten Substanz seiner Natur vollziehen; es gebe kein gerechtes Gericht Gottes gegen Alle; der Teufel werde von der verschuldeten Verdammung erlöst: von Dem allem, sage ich, soll der Gläubige sein Ohr wegwenden. Halte aber fest an der heiligen Kirche, die Gott den allmächtigen Vater und seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus unsern Herrn und den heiligen Geist in der vollen Einheit der Substanz bekennt und glaubt, daß der Sohn Gottes geboren sei aus der Jungfrau, daß er gelitten habe für das Heil der Menschen, und daß er von den Todten auferstanden sei in demselben Fleische, in welchem er gestorben ist. Von demselben hofft sie, daß er kommen werde als Richter Aller, in ihm verkündet sie auch die Vergebung der Sünden und die Auferstehung des Fleisches.

In Bezug auf die Nachlassung der Sünden aber muß es mit der einfachen gläubigen Annahme sein Bewenden haben. Denn wer forscht nach Grund oder Ursache, wo ein Fürst seine Nachsicht übt? Wenn eines irdischen Königs Freigebigkeit der Untersuchung sich entzieht, dann kann der göttliche Liebeserweis nur von der menschlichen Verwegenheit in Untersuchung gezogen werden. Es pflegen nämlich die Heiden spöttisch wider uns zu sagen, daß wir uns selbst täuschen, wenn wir glauben, daß thatsächlich begangene Verbrechen durch Worte ausgetilgt werden können. So sagen sie: Kann Jemand, der eine Mordthat beging, ein Nichtmörder sein und Derjenige als Nichtehebrecher angesehen werden, der einen Ehebruch beging? Wie also kann euch scheinen, daß ein derartiger Verbrechen Schuldiger plötzlich heilig gemacht wird? Doch hierauf ist, wie ich sagte, besser durch das einfache Bekenntniß des Glaubens als durch wissenschaftliche Begründung zu antworten. Ist es doch der König von Allem, der Dieß versprochen hat, der Herr der Erde und des Himmels, der diese Verheissung gibt. Soll ich nicht glauben können, daß Derjenige, der mich aus Erde zum Menschen machte, aus einem Verbrecher mich zu einem Schuldlosen machen kann? Oder wird Derjenige, der mich, da ich blind war, sehend machte oder, da ich taub war, hörend, der dem Lahmen den Gebrauch der Füße wiedererstattete, die verlorene Unschuld mir nicht wieder geben können? Achten wir einmal auf das Zeugniß, welches selbst die Natur in dieser Beziehung gibt. Einen Menschen tödten ist nicht immer eine verbrecherische Handlung, sondern nur dann, wenn es aus Bosheit und nicht nach den Gesetzen geschieht. Die That ist es also nicht, welche mich in solchen Fällen zum Schuldigen macht, da sie ja zuweilen auch rechtmäßig geschieht, sondern die schlechte Gesinnung. Wenn nun also die Gesinnung in mir, die verbrecherisch wurde, und in welcher die böse That ihren Ursprung nahm, gebessert wird, wie sollte ich dann nicht als ein unschuldig Gewordener, der vordem ein Verbrecher war, erscheinen können? Denn wenn, wie ich oben zeigte, es feststeht, daß nicht in der Handlung, sondern in dem Willen das Verbrecherische einer That beruht: so hat, wie der böse Wille aus Anstiften des bösen Dämon’s der Sünde und dem Tode mich unterwarf, der zum Guten zurückgewendete Wille auf Anstiften des guten Gottes der Unschuld und dem Leben mich wieder gegeben. Ein ähnliches Bewenden hat es bei den übrigen bösen Handlungen. In dieser Weise zeigt sich, daß unser Glaube der natürlichen Erkenntniß nicht widerstreitet, da die Nachlassung der Sünden nicht auf die Handlungen, die in ihrem thatsächlichen Vollzuge nicht geändert werden können, sondern auf die Gesinnung, von welcher es feststeht, daß sie aus einer bösen in eine gute umgewandelt werden kann, bezogen wird.

Auch jener letzte Artikel, welcher die Auferstehung des Fleisches ausspricht, schließt in gedrängter Kürze die ganze Wahrheit des Glaubens in dieser Beziehung vollkommen ein, wenngleich auch in diesem Punkte der kirchliche Glaube nicht nur von den Heiden, sondern auch von Häretikern angefochten wird. Denn Valentinus läugnet die Auferstehung des Fleisches überhaupt und die Manichäer in dem Sinne, wie wir es oben gezeigt haben. Aber diese haben allerdings den Propheten Isaias nicht vernehmen wollen, der da sagt: „Es werden auferstehen die Todten und erweckt werden Diejenigen, die in den Gräbern sind,“ und nicht den hochweisen Daniel, der bezeugt: „Denn es werden dann aufstehen, die im Staube der Erde sind: die Einen zum ewigen Leben, die Andern aber zur Verwerfung und ewigen Beschämung.“ Und doch hätten sie in den Evangelien, die sie anzunehmen scheinen, von unserm Herrn und Heiland das Rechte lernen müssen, der, indem er die Sadducäer belehret, sagt: „Daß aber die Todten auferstehen, habt ihr da nicht gelesen, wie zu Moses im Dornbusche redet der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen.“ In Bezug auf denselben Gegenstand hat er vorher auch erwähnt, welche und wie groß die Glorie der Auferstehung sei, wenn er sagt: „In der Auferstehung der Todten aber wird man weder zur Ehe geben noch nehmen: sondern sie werden sein wie die Engel Gottes.“ Die Kraft der Auferstehung aber versetzt die Menschen in einen engelartigen Zustand, so daß Diejenigen, welche von der Erde auferstanden sind , nicht wiederum auf der Erde in der Gesellschaft der Thiere, sondern im Himmel bei den Engeln leben, nur Diejenigen jedoch, welche auf Grund eines reineren Lebens dazu zugelassen werden: Diejenigen nämlich, welche jetzt schon ihre Seele unversehrt bewahren, ihr Fleisch aller Befleckung der Laster entzogen und zur geistigen Glorie durch die Kraft der Heiligung umgewandelt dem Gehorsam des heiligen Geistes unterworfen haben in dem keuschen Verhalten einer schamhaften Gesinnung und dadurch es verdient haben, versetzt zu werden in die Lebensgemeinschaft der Engel.

Aber die Ungläubigen schreien und sagen: Wie kann das Fleisch, welches in die Fäulniß übergeht und zerfällt oder in Staub verwandelt wird, zuweilen auch von der Tiefe des Meeres verschlungen wird und in den Fluthen sich zerstreut, wieder zusammengebracht und zur Einheit hergestellt und aus ihm ein menschlicher Körper von Neuem gebildet werden? Zunächst inzwischen wollen wir Diesen antworten mit den Worten des heiligen Paulus, der ihnen sagt: „Du Thor, was du säest, lebt nicht auf, wenn es nicht zuvor stirbt. Und was du säest, so säest du nicht den Körper, der werden soll, sondern bloßes Korn des Weizens oder eines der übrigen Samenarten. Gott aber gibt ihm einen Körper, wie er will.“ Was du aber geschehen siehest in jedem Jahre an den Samenkörnern, die du in die Erde streuest, solltest du das nicht für die Zukunft von deinem Fleische glauben, welches nach Gottes Anordnung in die Erde gesäet wird? Warum, frage ich, bist du so engherzig und schwach in der Schätzung der göttlichen Macht, daß du nicht glauben willst, es könne der verstreute Staub eines jeden menschlichen Leibes wieder in seinen Bestand zusammengebracht und wiederhergestellt werden? Oder hältst du nicht dafür, wenn du siehest, daß auch das sterbliche Genie die in die Tiefe der Erde versenkten Adern der Metalle aufspürt? Und des Kunstverständigen Auge sieht da Gold, wo der Unerfahrene Erde vermeint. Warum nun sollen wir Dieß nicht zugestehen Demjenigen, welcher den Menschen gemacht hat, wenn sogar Derjenige, welcher von Jenem gemacht ist, Dieß zu erreichen vermag ? Und wenn ein sterbliches Genie im Innern der Erde die dem Golde und dem Silber eigenthümliche Ader, die bei Weitem ungleiche auch des Erzes, die verschiedene des Eisens und Bleies entdecken kann: soll man dann nicht glauben, daß die göttliche Kraft das einem jeden menschlichen Leibe eigenthümlich Zugehörige auffinden und unterscheiden könne auch wenn es selbst zerstreut erscheint?

Doch wir wollen uns bemühen, die schwachgläubigen Seelen durch aus der Natur genommene Vernunftgründe zu unterstützen. Wenn Jemand Samenkörner verschiedener Art zusammenmischt und dieselben unterschiedlos säet oder hier und da in die Erde streut: wird dann nicht das Korn einer jeden Samenart, wohin es auch immer geworfen sein mag, zur bestimmten Zeit der Beschaffenheit seiner Natur gemäß einen Keim hervorsprossen, um den Bestand seiner Form und seines Körpers wieder herzustellen? Wenn daher auch die Substanz eines jeden fleischlichen Leibes verschiedentlich und mannigfach zerstreut ist, so ist doch die Grundidee, welche einem jeden Körper innewohnt, eine unsterbliche: denn er ist einer unsterblichen Seele Fleisch von der Zeit an, in welcher es zuerst dem Willen des wahren Gottes gefiel, nachdem er die Körper aus die Erde gesäet, einem jeden derselben seinen aus Erde gesammelten und verbundenen substanziellen Bestand wieder zu geben und wieder herzustellen zu jener Gestalt, welche einstmals der Tod gelöst hatte. Und daher kommt es, daß einer jeden Seele nicht ein beliebiger oder ein fremder Körper, sondern der ihrige, den sie vordem besaß, wieder hergestellt wird, so daß folgerichtig das Fleisch mit seiner Seele für die Kämpfe des gegenwärtigen Lebens entweder als keusches gekrönt oder als unkeusches bestraft werden könne. Und deßhalb spricht unsere Kirche ganz vorsichtig den Glauben im Symbolum dahin aus, daß sie Demjenigen, was von andern überliefert wird, „Auferstehung des Fleisches“ ein einziges Fürwort beifügt und sagt: „ dieses Fleisches Auferstehung.“ Das Wort „dieses“ bezieht sich ohne Zweifel auf das Fleisch Desjenigen, der das Bekenntniß ablegt und seine Stirn mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnet: damit ein jeder Gläubige wisse, daß sein Fleisch, wenn er es frei bewahrt von der Sünde, in Zukunft ein Gefäß der Ehre sein werde, wohlbereitet dem Herrn zu jeglichem guten Werke; wenn er es aber besudelt in Sünden, daß es dann sein werde ein Gefäß des Zornes zum Untergange. Wenn aber Jemand über die Glorie der Auferstehung selbst und über die Größe der Verheißung ein Mehreres zu wissen verlangt, so wird er Solches in fast allen göttlichen Schriften angezeigt finden. Wenn wir hiervon nur der Erinnerung wegen einiges wenige an dieser Stelle erwähnen, so wollen wir zugleich das von Dir aufgetragene Werkchen zu Ende führen. Der heilige Paulus also bezeugt, daß das sterbliche Fleisch auferstehen werde, mit folgenden Argumenten: „weil,“ sagt er, „wenn es eine Auferstehung nicht gibt, auch Christus nicht auferstand den ist. Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, dann ist eitel unsere Predigt, leer unser Glaube.“ Und ein wenig später: „Nun aber ist Christus von den Todten auferstanden, der Erstling der Entschlafenen: denn durch einen Mensch ist der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung von den Todten. Denn gleichwie in Adam Alle sterben, so werden auch in Christo Alle lebendig gemacht werden: ein Jeder aber in seiner Ordnung. Der Erstling ist Christus, darnach die, welche Christo angehören in seiner Ankunft: dann ist das Ende.“ Und in der Folge fügte er auch Dieses bei: „Siehe ein Geheimniß sage ich euch: Alle zwar werden wir auferstehen, nicht alle aber werden wir verwandelt werden. (Oder ähnlich, wie wir es in andern Exemplaren finden.) Alle zwar werden wir schlafen, nicht alle aber verwandelt werden: plötzlich, in einem Augenblick, beim Schall der letzten Posaune. Denn erschallen wird die Posaune, und die Todten werden unverweslich auferstehen, und wir werden verwandelt werden.“ Gleicher Weise schreibt er aber auch an die Thessalonicenser und sagt: „Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, daß ihr nicht betrübt seid wie die Übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die, welche entschlafen sind durch Jesus, mit ihm herzuführen. Denn das sagen wir euch als das Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen, die entschlafen sind, nicht zuvorkommen werden: denn der Herr selbst wird beim Aufgebot und bei der Stimme des Erzengels und bei der Posaune Gottes vom Himmel herabsteigen und die Todten, die in Christo sind, werden zuerst auferstehen. Dann werden wir, die noch leben, die übrig geblieben sind, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, Christo entgegen in die Lüfte und werden so immerdar bei dem Herrn sein.“

Damit du aber nicht glaubest, es würden diese Aussprüche des Paulus allein gleichsam als eine neue Predigt aufgeführt, so höre auch, was einstmals der Prophet Ezechiel durch den heiligen Geist vorhergesagt hat: „Siehe,“ so spricht er, „ich werde öffnen eure Gräber und euch herausführen aus euren Grüften.“ Vernimm auch, wie Job, der reich ist an geheimnißvollen Aussprüchen, ganz klar die Auferstehung der Todten bezeugt: „Es hat,“ so spricht er, „der Baum Hoffnung; denn ist er abgehauen, so sproßt er wieder, und sein Laubwerk läßt niemals nach. Denn wenn alt geworden ist im Boden seine Wurzel und im Staube abgestorben sein Stamm, dann wird er wieder aufblühen vom Duft des Wassers und Laub treiben, als wäre er neu gepflanzt. Der Mensch aber, wenn er todt ist, wenn er wegging und als sterblicher fiel, wird er fürder nicht sein?“ Scheint dir nicht in diesen Worten in einer gewissen verschämten Weise eine Anschuldigung der Menschen zu liegen und ihre Bedeutung diese zu sein: Ist somit nicht thöricht das Geschlecht der Menschen, das, obgleich man sieht, daß der Stamm eines ausgehauenen Baumes wieder hervorsproßt aus der Erde und ein abgestorbenes Holz wiederum Leben annimmt, in Bezug auf sich selbst nicht einmal etwas Ähnliches annimmt, wie es am Holze und an den Bäumen geschieht? Damit du aber wissest, daß man die Worte: „Wenn er aber als Sterblicher gefallen ist, wird er dann nicht auferstehen?“ in Frageform lesen muß, so nimm dafür den Beweis aus dem Folgenden. Er (Job) fügt nämlich sofort hinzu. „Denn wenn der Mensch gestorben sein wird, wird er leben.“ Und ein wenig nachher sagt er: „Ich erwarte, bis ich wiederum werde.“ Und wiederum sagt Derselbige: „Der auferwecken wird auf der Erde meine Haut, die Dieß nun schöpfet.“

Dieß nun wurde gesagt zur Erhärtung unseres Bekenntnisses, wodurch wir im Symbolum die Auferstehung dieses Fleisches bekennen. Daß das Wort „dieses“ hinzugefügt ist, siehe, wie Das paßt zu allem Dem, was wir aus den heiligen Schriften erwähnt haben! Denn was anders wird angedeutet in den Aussprüchen Job’s, die wir oben angezogen haben, wenn er sagt: „Denn er wird auferwecken meine Haut, welche nun Dieses schöpft,“ d. h. welche diese Leiden erduldet: sagt er da nicht offenbar die Auferstehung dieses Fleisches voraus, „dieses,“ sage ich, welches die Kreuzigungen der Trübsale und Versuchungen nun erduldete ? Aber auch der Apostel bezeugt Dasselbe, wenn er sagt: „Denn dieses Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit und dieses Sterbliche anziehen die Unsterblichkeit:“  meint er etwa da nicht seinen Körper, spricht er nicht gewissermaßen, als ob er ihn berühre und mit dem Finger betaste? Dieser Körper also, der jetzt verweslich ist, wird durch die Gnade der Auferstehung unverweslich sein: und wie er jetzt sterblich ist, so wird er mit den Auszeichnungen der Unsterblichkeit bekleidet werden. Wie Christus auferstehend von den Todten fürder nicht stirbt, wie der Tod fortan nicht über ihn herrschen wird:“  so werden auch Diejenigen, die in Christo auferstehen werden, fortan weder die Verwesung noch den Tod verspüren: nicht als ob sie der Natur des Fleisches entkleidet würden, sondern indem seine Beschaffenheit und Eigenthümlichkeit verändert wird. Der Leib also, der von den Todten auferstehen wird, wird unverweslich und unsterblich sein, und zwar nicht bloß der Leib der Gerechten, sondern auch der Sünder; der Gerechten zwar, damit sie immerdar bei Christus bleiben können, der Sünder aber, damit sie für eine endlose Dauer die verschuldeten Strafen erdulden.

Daß aber die Gerechten für immer bei Christus unserm Herrn bleiben, haben wir schon oben angegeben, wo wir zeigten, was der Apostel sagt: „Dann werden wir, die noch leben, die übrig geblieben sind, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, Christo entgegen in die Lüfte und werden so immerdar bei dem Herrn sein.“  Wundere dich aber nicht darüber, wenn das Fleisch der Heiligen in der Auferstehung zu so großer Glorie verwandelt werden wird, daß es Gott entgegen in die Wolken erhoben und in die Luft entführt hinweggenommen wird, da der Apostel selbst. indem er erklärt, wie Großes Gott denen vergilt, die ihn lieben, sagt: „Denn er wird neugestalten den Leib unserer Niedrigkeit, daß er gleichgestaltet sei dem Leibe seiner Herrlichkeit.“ Keineswegs also ist es abgeschmackt, wenn gesagt wird, daß die Leiber der Heiligen in Wolken in die Lüfte erhoben werden, da ja ebenfalls von ihnen erklärt wird, daß sie nach der Form des Leibes Christi, der zur Rechten Gottes sitzet, erneuert werden sollen. Aber auch Dieses fügt der heilige Apostel sowohl von sich als von den Übrigen, die in seiner Lage oder in gleichem Verdienst sich befinden, hinzu und sagt: „Denn er wird uns mit auferwecken mit Christus und mitversetzen in den Himmel.“  Da nun die Heiligen Gottes für die Auferstehung der Gerechten dieses und sehr vieles Ähnliche verheissen haben, so wird es auch nicht schwer fallen, auch Jenes zu glauben, was die Propheten vorhergesagt, „daß nämlich die Gerechten glänzen werden wie die Sonne und wie der Glanz des Firmamentes im Reiche Gottes.“ Denn wer könnte eine Schwierigkeit darin finden, daß Diejenigen den Glanz der Sonne besitzen werden und mit dem Lichtscheine der Gestirne und dieses Firmamentes geschmückt werden sollen, denen sogar das Leben und die Gemeinschaft der Engel Gottes bereitet wird im Himmel, oder von denen gesagt wird, daß sie gleichförmig gemacht werden sollen der Glorie des Leibes Christi, einer Glorie, welche der Mund des Heilandes verheissen hat, und in Bezug auf welche der heilige Apostel sagt: „Denn es wird gesäet ein thierischer Körper, auferstehen wird ein geistiger Körper“? Wenn es nämlich wahr ist, wie es ja keinem Zweifel unterliegt, daß die göttliche Erbarmung einen jeden Gerechten und Heiligen der Gemeinschaft der Engel einverleiben wird, so ist es sicher, daß er auch ihre Leiber verwandeln wird zur Herrlichkeit eines geistigen Körpers.

Nicht aber mögest du glauben, Dieß sei eine der natürlichen Beschaffenheit des Körpers widersprechende Verheissung. Denn wenn wir glauben Demjenigen gemäß, was geschrieben steht, daß Gott Lehm der Erde genommen und daraus den Menschen gebildet habe: und daß darin die Natur unseres Leibes bestand, daß durch den Willen Gottes Erde verwandelt wurde in Fleisch: warum soll es dir dann abgeschmackt erscheinen oder sollst du einen Widerspruch darin finden, wenn geglaubt wird, daß in derselben Weise wie von der Erde gesagt wird, daß sie fortgeschritten sei zu einem lebendigen Leibe, dieser lebendige Leib wiederum sich fortentwickelt zu einem geistigen Körper? Dieß nun und vieles Ähnliche findet man in den göttlichen Schriften über die Auferstehung der Gerechten. Es wird aber auch den Sündern, wie wir oben gesagt haben, in der Auferstehung ein Zustand der Unverweslichkeit und Unsterblichkeit verliehen werden, damit Gott, wie er den Gerechten beisteht zur immerwährenden Dauer ihrer Herrlichkeit, so den Sündern fortwährend Beschämung und Strafe spende. So nämlich hat es das prophetische Wort bestimmt. dessen wir auch kurz vorher Erwähnung thaten, wo es heißt: „Und Viele werden auferstehen aus dem Staube der Erde, die Einen zwar zum ewigen Leben, die Andern aber zur ewigen Beschämung und Schande.“

Nachdem wir nun erkannt haben, in welch ehrfurchtsvollem Sinne der allmächtige Gott Vater genannt wird, in welch geheimnißvoller Art unser Herr Jesus Christus als sein einziger Sohn betrachtet und in welch vollkommener Bedeutung sein heiliger Geist genannt wird, und daß die heilige Dreieinigkeit eins sei der Substanz nach, aber verschieden in dem Verhältniß der Personen; auch was die Geburt der Jungfrau, das Erscheinen des Wortes im Fleische, das Geheimniß des Kreuzes bedeute, welcher Nutzen liege in dem göttlichen Herabsteigen zur Unterwelt, welches die Herrlichkeit der Auferstehung und die Aufhebung der Gefangenschaft für die Seelen in der Unterwelt sei, auch was seine Himmelfahrt und die Erwartung seiner Wiederkunft als Richter bedeutet; aber auch als was man die heilige Kirche anerkennen müsse wider die Sekten der Gottlosigkeit, welche die Zahl der heiligen Bücher sei und welche häretische Sekten zu fliehen seien; und daß bei der Nachlassung der Sünden die natürliche Vernunft keineswegs der göttlichen Freiheit im Wege steht; und daß die Auferstehung unseres Fleisches nicht nur durch göttliche Aussprüche, sondern auch durch das Beispiel unseres Herrn und Heilandes selbst und durch die natürliche Folgerichtigkeit angezeigt wird: nachdem, sage ich, wir uns Dieses nach der Regel der oben auseinandergesetzten Überlieferung vollständig gemerkt haben, bitten wir, daß der Herr es uns und Allen, die hievon Kenntniß nehmen, verleihen möge, den Glauben, den wir empfangen haben, zu bewahren, den Lauf zu vollenden, zu warten auf die hinterlegte Krone der Gerechtigkeit und unter denen befunden zu werden, die auferstehen zum ewigen Leben: befreit zu werden aber von der ewigen Beschämung und Schande, durch Christus, unsern Herrn, durch den Gott dem allmächtigen Vater mit dem heiligen Geist Ruhm ist und Herrschaft in alle Ewigkeit. Amen.

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