Ausgewählte Reden aus dem Hauptschachaptum – Reden und Lehren zum Nutzen der Zuhörer

Von Mesrop (440)

Von der heiligsten Dreifaltigkeit.

Eine ist die Natur, die Wesenheit der allerheiligsten Dreifaltigkeit; und ihr eignet Selbstheit, nicht (Sein) von einem anderen Wesen. Der Vater enthält die (Ur-)Gründe des anfangslosen Sohnes und Geistes. Er ist ungezeugte Substanz, unbegrenzte Ewigkeit, unveränderliche Wahrheit, Leben und Lebensspender für alle Lebenden. Er ist Vater des Sohnes und Quelle des Geistes; er ist Gott und Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfe. Grund wird er genannt vermöge der Zeugung des Sohnes und Quelle des Heiligen Geistes. Er selbst ungezeugt, hat gezeugt das anfangslose Wesen; er hat gezeugt des Ewigen, Unbegrenzten unveränderliche Wahrheit. Als Lebensspender hat er gezeugt das Leben für das Leben der Lebenden; er hat gezeugt das lebendige Licht für das Licht der Lebendigen. Für das Gute hat er gezeugt den Guttäter; als Schöpfer hat er gezeugt den Schöpfer aller unsichtbaren und sichtbaren Geschöpfe. Er ist der Schöpfer des Himmels und der himmlischen Kräfte und der Erde und der Geschöpfe, die auf ihr sind. Er ist reich und vollkommen und erfüllt alles in allem, kein Mangel ist an ihm; er wird nicht neu und nicht alt, nicht voll und nicht leer, er ist ewig in seiner Fülle und Unermeßlichkeit. Von keiner Seite ist ein Zuwachs oder eine Vermehrung der unendlichen, unerreichbaren, unbegrenzten und allvollkommenen Natur. Der Verstand begreift das nicht; auch die Engel verstehen es nicht, die doch einen schärferen als den Verstand der Menschen haben; aber wo der Wille des Schöpfers winkt, da tun sie Dienste den himmlischen und den irdischen (Wesen). Denn wie der Himmel und all sein Schmuck gefestigt sind durch das Wort Gottes und durch den Geist alle Kräfte, so auch die Erde mit ihren Bergen und Tälern, Meeren, Flüssen, Quellen und dichtbelaubten Bäumen.

Es ist kein anderer Schöpfer als die heiligste Dreifaltigkeit allein, die allmächtige Herrschaft, die reine einfache, allmächtige Kraft. Sie sprach und es ward, sie befahl und sie sind entstanden. Sie wohnt im Himmel der Himmel und sorgt für alle Geschöpfe; sie leitet alles im Himmel und auf Erden durch ihre Vorsehung und ihre unendliche Weisheit; allen ist sie Leben und Lebensspenderin, in allem ist sie unbegrenzt, unbegreiflich, unaussprechlich. Liebe ist sie, voll lebendiger Glückseligkeit; unnahbares Licht, furchtbar und wundersam. Wissen und Weisheit sind von ihr durchschaut; lebendig ist sie und belebend, erbarmungsreich und gütig in ihren Gnadenerweisen; geduldig ist sie und Heilung bringend. Sie ist Heiligkeit für die Heiligen, die sich ihr nahen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, allezeit die vernünftigen Wesen erleuchtend. In allem ist sie Wahrheit, wenn sie uns zurechtweist und die Sünder ermahnt, damit sie dem Zorne entrinnen, der über die Gottlosen kommen soll. Aber auch durch Versprechungen von Wohltaten ermuntert sie, damit wir würdig werden der Kronen und des Ruhmes der ewigen Glückseligkeit. Denn sie ist der ruhige Hafen für die Weltfernen in der Sorge ihrer heiligen Liebe; mit unaussprechlicher Seligkeit erfreut sie die Tugendhaften im Geiste. Denn unerforschlich ist ihre Größe, anfangslos ihr Sein, erhaben über das Verständliche ist sie in ihrer Unendlichkeit und Unermeßlichkeit; mit Sorge und Vorsicht erfüllt sie alle Geschöpfe. Sie weiß die Gedanken der Herzen, sie durchforscht die Nieren und führt durch die Gesetze des belebenden Geistes zu unvergeßlichen Freuden der Unsterblichen, unaufhörlicher Lust, zu unaussprechlichem und unbeschreiblichem Glück, indem sie die Herrlichkeit Gottes erben.

Das alles nun sind freisprossende Wundertaten des Ewigen, Unendlichen zum Heile der Geschöpfe nach der Güte seiner Schöpfung. Denn er, der unendlich unbegreiflich ist, spendet Leben nach seiner Fürsorge. Ihn kann nicht der Verstand der Geister begreifen, weder den Vater noch den Sohn noch den Heiligen Geist; sondern aus ihren Werken und Wohltaten wird von körperlichen und unkörperlichen Wesen erkannt und erfaßt die eine Gottheit, die allmächtige Herrschaft. Denn wie Strahlen, Licht und Wärme der einen Sonne zugesprochen werden und nicht anderen, und wie Quelle, Wasser und Bach von einer Natur ausgesagt werden, so ist es mit dem Verstand, der Vernunft und dem Geist des Menschen, ebenso auch mit der einen Natur und Gottheit des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes. Denn die Sonne ist nicht ohne Licht und ohne Wärme, die Quelle nicht ohne Wasser und Abfluß, der Verstand nicht ohne Wort und Geist. So war auch der Vater nicht ohne den Sohn und Heiligen Geist.

Über die Eigenschaften der heiligen Dreifaltigkeit.

Vollendet ist der Vater in der Person und in der Kraft, im Wissen und in der Weisheit, in der Schöpfung und Güte, und er hat seine ganze ungezeugte Substanz. Vollkommen ist der Sohn in Person und Kraft, in Wissen und Weisheit, Schöpfung und Güte, er hat als anfangsloses All sein Wesen. Vollkommen ist auch der Heilige Geist in Kraft und Person, Wissen und Weisheit, Schöpfung und Güte; auch er ohne Anfang all sein Wesen. Eine ist Natur der Gottheit und unveränderlich die Wesenheit, eine Schöpfung und eine Güte, eine Herrschaft und eine Macht; und von keiner Seite her ist ein Zuwachs oder eine Vermehrung von Herrlichkeit in der anfangslosen Dreifaltigkeit. Denn sie ist die Quelle aller Güte, und von ihr gehen aus alle Wohltaten der Schöpfung auf alle Geschöpfe. Sie ordnet, heilt und pflegt durch ihr Wohltun die Sichtbaren und Unsichtbaren durch den Geist und durch die wahre Lehre; und sie führt in ihr Reich und in ihre Herrlichkeit diejenigen, die an sie glauben und die Heiligkeit vollenden in Gottesfurcht, mit heiligem Sinn und ungeheucheltem Glauben, wie auch geschrieben steht.

So haben wir das Wort des Glaubens empfangen; und ihr habt so geglaubt an die allerheiligste Dreifaltigkeit: an Gott, den Schöpfer, an den Herrn, der alles erschaffen, und an die lebendigmachende Gnade. Sie macht uns durch belebendes Licht und durch heilige Liebe zu Erben ihres unaussprechlichen Reiches; sie ist es, die uns mahnt an das Andenken an die versprochenen unbeschreiblichen Gaben, welche aufbewahrt sind für diejenigen, die auf sie hoffen im Glauben und in Liebe. Deshalb drängte die Liebe zur Schöpfung den Schöpfer, alle Geschöpfe zu schaffen, die sichtbaren und unsichtbaren; nicht weil seine Gottheit ihrer bedurfte, sondern damit seine Herrlichkeit offenbar werde, welche an den Geschöpfen erkannt, von Engeln und Menschen gesehen wird. Wie er von den Lebenden nichts nimmt, sondern ihnen Leben gibt, wie das Licht nicht von den Augen, sondern vom Lichte erleuchtet wird und nicht sich selbst sieht, so belebt und erleuchtet der Herr seine denkenden und vernünftigen Geschöpfe; und er teilt ihnen Gnaden aus, wie er will. Zwar gibt es Verteilungen der Gnade, aber er ist derselbe Gott, der alles in allem gelingen läßt. Engeln und Menschen hat er zur Ehre freien Willen gegeben, damit sie den gütigen Gott verherrlichen, der sie aus Nichts zum Leben hervorgerufen hat, und in den heiligen Schriften die Eigenschaften der Frömmigkeit lehrte, damit sie vor dem Bösen fliehen, das Gute tun und dann von Ehre zu Ehre erneuert werden könnten.

Darin hat sich die Liebe Gottes gegen uns gezeigt, daß er für uns Himmel und Erde gemacht hat und die Geschöpfe, die in ihnen sind; durch eine solche Fürsorge hat er die Güte seiner Liebe geoffenbart. So sollen sich auch die Geschöpfe in wahrer Liebe Gott nahen im Glauben, in der Hoffnung und in der Beobachtung der Gebote; er wird sie (dafür) belohnen. Denn, wenn wir in allem danken für die Wohltat der Fürsorge, werden wir anerkennen und uns bekennen zur Wahrheit, und wir werden in Gehorsam bleiben gegen die Prüfung, die nach dem Willen Gottes ist; in der Bedrängnis und Ruhe unzertrennlich verbunden mit der Liebe, welche bei Gott ist, in aller Heiligkeit, im Geiste und im Fleische, sage ich, immerdar. Und wir werden nicht mit dem Namen des Schöpfers die Geschöpfe benennen und Wahrheit in Falschheit verkehren, sondern im reinen, unbefleckten, untadelhaften Dienste der Liebe werden wir bleiben in Freundschaft immerdar. Und all diese Anordnungen des Rechtes und der Gerechtigkeit des Schöpfers bleiben immerdar für die Geschöpfe.

Darum werden wir schweigen in der eitlen und nichtigen Forschung und werden den Lehrern der Heiligen Schrift folgen, der alten und der neuen. Es ist kein anderer, der das Recht auseinandersetzt, den „durch ihn leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ Auf denjenigen werden wir hören und auf ihn hoffen, der uns erlöst hat von allen Gefahren und uns in das Himmelreich versetzt. „Kommet also, meine Kinder, höret auf mich, und ich will euch lehren die Furcht des Herrn,“ sagt er im Buche der Psalmen, er, der alle ruft zum Gehorsam gegen die geistigen Gesetze. „Wer meine Gebote hält,“ sagt der Herr, „der ist’s, der mich liebt; und wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt und wir werden kommen und bei ihm Wohnung nehmen.“ Mit welch unaussprechlicher Liebe sind wir ausgezeichnet worden!

Sehen wir also zu, daß wir nicht schlecht erscheinen vor Gott, damit wir nicht vom ewigen Leben abfallen, welches Gott den Heiligen versprochen. Denn die Gerechten werden das Gute erben und die Sünder die Strafen erleiden. „Diejenigen, welche vom Geiste Gottes sich führen lassen,“ sagt (die Heilige Schrift), „die sind Kinder Gottes; die aber nach dem Fleische leben, können Gott nicht gefallen“. Denn mit geistigen Sitten durch solches Leben werden wir alle himmlischen Güter genießen. Wie unvergleichlich groß, wie erhaben, wie unschätzbar ist dieses unendliche Leben! Es ist unbeschreiblich; vom Heiligen Geiste, von der Liebe des Schöpfers ist bereitet — es kann weder gehört, noch verstanden werden —, was er denen bereitet, die ihn lieben; denn durch seine belebende Liebe werden sie Güter erlangen, die erhaben sind über jeglichen Verstand und jegliche Kräfte des Himmels; er erquickt sie in den unsterblichen Reihen. Es gibt aber eine Auswahl unter den Wohnungen je nach der Würdigkeit, unerforschliches Glück.

Denn wie die vernünftigen Geister lebendig sind und unsterblich, unbegrenzt in Alter und Leben, und wie sie, obwohl sie sich über den Himmel erheben und über das Meer hinüber gelangen im Gedächtnis des Wissens der Weisheit, welche in der Leitung der heiligen Schriften besteht, dennoch sich in einem einzigen Augenblick von dort in die Wohnungen des körperlichen Lebens begeben, so werden auch die Leiber bei der Auferstehung versetzt in ein unaussprechliches, unbeschreibliches Leben, in vieltausendfältige Strahlen, in lebendiges Licht und in Herrlichkeit; sie werden entzündet durch das Feuer des Heiligen Geistes zu unauslöschlichem Lichte. Und um wieviel unedler und trauriger ist der Anblick der Leiber als der der lebendigen unsterblichen Geister, so aller Lichtglanz und Strahlen der sichtbaren Geschöpfe, Gestirne, welche erlöschen; sie sind nicht entsprechend und bleiben nicht, dagegen lebendig und unvergänglich sind die Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit des Ruhmes, womit die Heiligen bekleidet werden im unsterblichen Leben mit Seele und Leib, geradeso wie man die Sonne mit Licht umkleidet sehen kann vom Anfang bis zum Niedergang; welches doch ein zum Erlöschen kommendes Licht ist nach den Worten des Herrn: „Sonne und Mond werden verfinstert werden,“ sagte er, „die Sterne werden verdeckt werden, die Gerechten aber werden glänzen wie die Sonne im Reiche Gottes.“ „Denn wenn Christus, euer Leben,“ sagt der Apostel, „offenbar geworden ist, alsdann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit“, angefacht mit göttlichem Feuer zu unauslöschlichem, reinem Lichte. Und wenn er mit seinem unauslöschlichen Lichte umkleidet das Licht der Sonne der Gerechtigkeit und sich freut über den Glanz der Heiligen, so bleibt es ewig lebendig und ewig angefacht. In heiliger Liebe sind sie beseligt und mit Ruhm verherrlicht in dem Alter und in der unendlichen Vollkommenheit Christi, denn niemand kann dies sagen; Gott ist alles in allem geworden. Voll ist er von unvergänglichen Gütern, nach den Worten des Herrn, welcher von seinem Vater verlangt: ,,Wie du und ich eins sind, so sollen auch die Gläubigen und Heiligen in uns sein.“ Denn so hat Gott die Menschen geliebt, daß er die Ehre und die Herrlichkeit der Gottheit uns geschenkt hat. Gott hat diese Welt der Menschen wegen erschaffen zur Hervorbringung und Ernährung und zum Leben der Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Und er schenkt (ihnen) diesen unsterblichen, köstlichen, göttlichen Ruhm für den Beweis der Tugend in Beobachtung der Gebote, indem er sie versetzt in unvergängliche Güter und unerschöpfliche Freuden.

Was wir gesagt haben, ist nur etwas Weniges von den vieltausendfältigen Wohltaten. Wie die Kinder im Mutterleibe nicht wissen, in welchen Zustand sie versetzt werden und daß sie die Geschöpfe Gottes sehen und sie genießen werden, so ist es auch uns unverständlich nach den Worten des Apostels, welcher sagt: „Nur Stückwerk (wenig von dem vielen) wissen wir, nur Stückwerk (wenig von dem vielen) prophezeien wir; aber wenn die Vollendung kommt, dann wird das Unvollkommene aufhören.“ Denn überschwenglich ist es in allem und unaussprechlich, sogar den Unsterblichen ist es nicht verständlich, geschweige daß einer von den Sterblichen es mit seinem Sinne erfassen und sagen kann. Denn wie die Finsternis vor dem Lichte flieht, so auch das irdische vor dem himmlischen, unsterblichen Leben. Wegen dieser Güter sollen wir in uns haben alle Mühe für das Gute, und verharren in der Wohlgefälligkeit Gottes, der voll ist von Verheißungen des Guten. So lasset uns denn fliehen vor den unreinen und schamlosen Begierden und vor dem Bösen, welches angedrohte Strafen nach sich zieht; folgen wir dagegen dem Glanze der Himmlischen durch ein reines Leben. Seien wir wohltätig gegen die Brüder in Liebe in allen Nöten des Lebens; pflegen wir die guten Überlieferungen zum Heile unserer Seele und unseres Leibes, damit wir geladen und gerufen werden zur Gnade der Kindschaft. Gutes hat zwar Gott in unser Herz gepflanzt, aber auch den freien Willen, ob wir auch immer das Gute tun wollen, auf daß die geistigen Gesetze befestigt werden in unseren Herzen, Hoffnung, Liebe und Glaube mit den anderen im freien Willen der Engel und Menschen. Damit wir so Erben werden des herrlichen Lebens und beglückt vom Schöpfer mit einer Glückseligkeit, die unaussprechlich ist.

Und er gab den freien Geschöpfen zwei Lehrmeister wie einem Kinde: Drohungen und Versprechungen; zu fürchten die Drohungen, zu fliehen vor dem Schädlichen, sich zu sehnen nach dem Verheißer der Güter und zu folgen der Gerechtigkeit. An der Hand der wahren, heiligen Schriften, den Mahnungen der Rechtschaffenheit und der Macht zu gehorchen nach guter Sitte. Denn deswegen sandte er Propheten, Apostel und Patriarchen als Lehrmeister und Unterweiser, damit sie uns erfahren machen und unterrichtet und verständig im guten Willen Gottes, der von allen Menschen will, daß sie leben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, und erkenntlich seien durch Werke der Gerechtigkeit gegen den himmlischen Vater, den eingeborenen Sohn und den Heiligen Geist, der seinen Geschöpfen Leben gibt, damit sie mitwirken mit dem wohltätigen Willen Gottes. Durch dieses Recht und diese Gerechtigkeit hat er uns eingeführt in das Erbe seiner Gottheit nach den Worten des Apostels: „Erben Gottes und Miterben Christi.“ Wenn wir Christus ähnlich werden, nehmen wir teil an seinem Ruhme. Säumen wir also nicht in unserem Leben, sondern haben wir acht auf das Ziel des Rufes, mit unerschrockenem Eifer seinen Willen zu lernen und zu tun; denn groß wird (ein solcher) genannt werden im Reiche Gottes (wer seinen Willen tut).

Und der uns darin unterrichtet hat, hat auch seine Auserwählten gelehrt in seiner Menschwerdung, daß wir auf den Wandel unseres Erlösers sehen und so ihm ähnlich werden. Und durch das Prophetentum, durch apostolische Predigt, durch das Patriarchentum lasset uns kennen lernen den allmächtigen Vater, den gleich mächtigen Sohn und den mitwirkenden Geist. Und sie werden erkennen, wissen und verstehen, was Gott wohlgefällig ist, in rechtem Glauben, unzertrennlich zu bleiben in der Liebe des Schöpfers in Bedrängnis und Ruhe; und gerechtfertigt, voll dankbarer Gesinnung gegen den Wohltäter. Die Mühen der Leiden sollen wir zu Zeugen nehmen bei Gott, und in Treue den Herrn preisen, den Geber alles Guten, und dankend ihn rühmen. Aber auch der Herr selbst hat seine Zeugen seiner Liebe und Güte: die Auserwählten und Vollkommenen über welche die Gnaden Gottes sich ergießen. Aber auch gegen die vom Geiste Begnadigten, die zur Buße zurückgekehrt sind durch das Bekenntnis, ist er nachsichtig, er sorgt für sie und heilt sie in Barmherzigkeit und läßt ihnen die Sünden nach, nach seiner großen Güte. Selbst die Gottlosen und Ungerechten, die ihrer Laster sich rühmen, deren Geist verfinstert ist und entfremdet dem Leben der Heiligen und Gerechten, selbst gegen sie ist er langmütig, damit sie zurückkehren zur Buße. Wenn sie aber das nicht tun, dann wird der Zorn und der Unmut von dem Schöpfer aller Dinge über ihnen bleiben nach dem Worte des Apostels.

So sind die Wunder des Lebens desjenigen, der Leben gibt und es besitzt; in fürsorglicher Liebe sorgt er immerfort mit sichtbaren und unsichtbaren (Gaben). Er schafft sie durch seine Güte, um sie zu ernähren und für sie zu sorgen durch seine verschiedenen Gnadengaben in Wissen und Weisheit, damit er sie lehre und leite in der Beobachtung seines Gebotes. Und durch seine Macht hält er sie kräftig und stark, damit sie gekräftigt Widerstand leisten gegen die Nachstellungen Satans, und unbeweglich und fest stehen zur Wahrheit in Liebe; er ermahnt sie zur Tugend der Rechtschaffenheit und zu nützlichen Werken, welche zum Ruhme krönen. Und so besitzen sie das Gute. Denn wegen der lebendigen Verheißungen der Seligkeit erhalten sie als Pfand durch den wahren Glauben und die Hoffnung das Zukünftige durch den Genuß der Liebe des Lebens, welches unendlich und unerforschlich ist; damit sie dadurch genießen seine Glückseligkeit und erfüllt werden mit seiner Freude in seiner unaussprechlichen Wonne. Denn in seiner Milde sorgt er für die Bedürfnisse des Geistes und des Leibes nach seiner großen Barmherzigkeit, damit sie bestärkt in den Besitz der Gnaden und der von Gott geschenkten Gaben gelangen in Gesundheit und Ruhe.

Und der so von der Langmut Gottes zur Erneuerung des Guten Erhobene schreitet vorwärts im Sichtbaren und Unsichtbaren; und gereinigt vom Schmutze durch den heiligen Gott, wird er geadelt und erleuchtet zum Ruhme durch königlichen Adel, und unnahbar dem Feinde; und befreit von dem Tode der Sünden, durch die Hoffnung auf die Auferstehung erleuchtet, bleibt er makellos und rein. Und er erhebt sich durch den Ruhm der Demut, wodurch der Hochmut fällt, in der Verehrung des Herrn. Denn die Demütigen, die Gehorsamen, die Sanftmütigen werden erhöht, die Hochmütigen dagegen, die Hartnäckigen, die Ungläubigen werden fallen angesichts der Furcht des Herrn. Und die Wahrhaften werden gekrönt und verherrlicht werden mit aller Rechtfertigung vom Schöpfer im Reiche der Gerechten. Denn alle Stimmen der Verheißungen laden die Gläubigen, die Guten und Tugendhaften ein in die Pforten der Wahrheit; zu seiner Ehre und in seiner Ruhmeskrone freuen sie sich. Denn in Erbarmung und Güte wird gesorgt für diejenigen, welche durch vollkommene Buße von dem einzig mächtigen Herrn Verzeihung erlangen.

Und die Stimmen furchtbarer Drohungen rufen die Gottlosen, die Ausschweifenden, die Unzüchtigen, die Ungehorsamen und die in Sünden Entehrten (?) zu ewigen Qualen, zum ewigen Tode, in die Hölle. Denn sie haben die Güte und die Fürsorge des Schöpfers verachtet, sie haben sich entfernt und entfremdet der aufrichtigen Buße, die sie gereinigt, gerechtfertigt, und dem unsterblichen Leben genähert hätte. Und deswegen werden sie Schmach und unauslöschliches Feuer empfangen, welches Satan und seinem Anhange bereitet ist.

Und dies alles ist vom wohltätigen Willen Gottes angeordnet nach den Bedürfnissen und der Fürsorge. Für die heilige und gute Seite sind die Versprechungen der Verheißungen vom Herrn. Die auf der bösen und ungehorsamen Seite aber werden Drohungen des Zornes und des Unwillens empfangen und Strafe durch den bösen Engel. Denn wenn sie gewollt hätten, dann hätten sie den heraufbeschworenen Zorn besänftigen und auslöschen können durch aufrichtige Buße nach der großen Barmherzigkeit des Schöpfers. Und so führt er sie durch Versprechungen des Guten und durch Drohungen zur Rechtschaffenheit; denn er will, daß alle leben und in sein Reich gelangen, daß aber diejenigen, welche auserwählt sind unter uns, offenbar werden, als solche, die gelebt haben nach den Gesetzen der Gerechtigkeit. Denn bei demjenigen, welcher gut ist seiner Natur und seinem Wesen nach von Ewigkeit her, ist kein Zuwachs zur vollkommenen Güte, er ist und bleibt ewig gut.

Was aber von Gott gesagt wird: Zorn oder Entrüstung oder Drohungen, das nennt (die Heilige Schrift) das Recht der Gesetze; denn die Gottlosen und die Törichten führt er durch Drohungen, die voll Zorn sind, zur Gerechtigkeit. Denn es ist keine Makel und kein Flecken an der vollkommenen Güte und Milde; es kommt nichts Böses von ihm, und an ihm ist nichts Böses; denn was von ihm ist, das ist dem Wesen nach gut, und in ihm ist durchaus nichts Böses. Unsere Sünden erzürnen Gott; er ermahnt uns durch Strafen, auch im Zorn seiner Barmherzigkeit gedenkend, damit wir ermahnt die Heimsuchungen des Schöpfers erfahren. Denn es ziemt sich für uns, zu hassen die Sünden, aber zu lieben die Gerechtigkeit und die Heiligkeit und die Wahrheit, wodurch wir den Schöpfer zugleich mit den himmlischen Heerscharen erfreuen.

Und das ist auch ein Zeichen seiner Liebe, welche sich freut über die Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit der Menschen, die umkehren vom schlechten Lebenswandel. Denn er ist Leben und Lebensspender und Liebe, alles erfüllend mit seinen Gaben; niemand ist ja imstande, seine große Allmacht gebührend zu schildern; niemand von den unzähligen Mächten der himmlischen Scharen, niemand von den Menschen, von denen es ihm gefällt, Lobpreis und Anbetung anzunehmen. Denn alle Verwünschungen der bösen Geister, der Heiden, der Gottlosen und der Sünder reichen nicht hinan an das unnahbare Licht der Gottheit. Und alle Scharen der unzähligen Engel, welche in ewigem Lobpreis verharren, und die Auserwählten vom Herrn aus den Söhnen der Menschen können nicht würdig genug Gott preisen. Denn die Gottheit wird weder ausgezeichnet von jemand, noch entwürdigt, sie wird nicht verändert in ihrem Ruhme, da sie Leben ist und unveränderliches Licht, welches nicht vergeht.

Jedoch das ist wunderbar, daß der Ungenannte wegen seiner überreichen Liebe genannt wird; denn keiner war bei dem Anfangslosen, der seinen Namen nennen könnte; aber wegen seiner Güte und seines gütigen Willens wird er Schöpfer der Geschöpfe genannt. Denn als Schöpfer, Wohltäter und Licht und Leben für die Geschöpfe hat er diese Namen; seinen Namen jedoch weiß nur er allein. Denn vom Licht ist er das unauslöschliche Licht, von den Lebenden das Leben, Feuer ohne Stoff und Schöpfer des materiellen Feuers. Aber wie er war und ist und bleibt in Ewigkeit, weiß er allein; durch seine Liebe hat er sich den Geschöpfen geoffenbart, und durch seine Fürsorge ist er erkannt worden.

Aber auch die Geschöpfe, das Menschengeschlecht, berief er in seiner Güte zur Jüngerschaft: „Zuerst die Apostel,“ sagt Paulus, „dann die Propheten, dann die Lehrer“ usw. Auf sie verteilt der Heilige Geist die Gnaden zum Werke der Berufung, in welcher er eingeladen hat in das Reich. Er hat geoffenbart die Sorgen der Vorsehung seiner Liebe, damit wir gerechtfertigt werden im Glauben, wodurch wir eingeführt werden in das Erbe Christi. Denn seinen Weinberg nannte er die Gläubigen, Weingärtner seinen himmlischen Vater, Arbeiter aber die Apostel, durch welche sie geheiligt und gesammelt werden in die ewigen Kelter; diejenigen, welche von der ersten bis zur letzten Stunde gearbeitet und bereitwillig den Lohn der Ersten erhalten haben vom Wissenden.

Denn diejenigen, welche die Liebe Gottes nicht nachgeahmt haben, der die Sonne aufgehen läßt über Böse und Gute, sondern neidisch waren, die erhalten nicht den Lohn wie die Kinder Gottes. Aber alle Heiligen haben Gerechtigkeit geübt und geistige Weinbergsarbeit und sind teilhaftig geworden der Verheißungen, durch wahre Predigt über Jesus Christus zur Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Und sie haben die Erde erfüllt durch das Wort des Lebens, und haben durch das Wasser und den Geist wiederum die Gläubigen erneuert. Aber auch durch Bekenntnis und Buße haben sie die Erlösung gepredigt durch die Gnade des Sohnes Gottes.

Denn Gott ist von Natur der Vater seines eingeborenen Sohnes: Leben vom Leben, Licht vom Licht, vom Guten das Gute. Aber auch unser Vater durch Gnade wird er genannt, und Licht, welches uns erleuchtet durch den Glauben, und Leben, welches uns belebt. Wie bei den Menschen dieses zum Beispiel für die Wahrheit zu sehen ist: — den einen ist jemand Vater von Natur aus, den anderen durch Vormundschaft der Waisen — so macht er uns verwandt, aber auch ähnlich der schöpferischen Vormundschaft, zurückzuführen die Verirrten zur Erkenntnis Gottes durch die Gnade des gütigen Vaters, aber auch ihm an Gütigkeit ähnlich zu werden durch Barmherzigkeit. Was die Sünder angeht, so lehrt er, daß sie nicht vollständig zugrunde gehen sollen; sondern wir sollen sie durch Klugheit zur Rechtschaffenheit nach dem Gesetze Gottes führen, damit sie lernen, wissen und erkennen die Weisheit und die Ermahnung, und wir sollen zurechtführen die Verirrten durch Zeichen und durch Künste. Die Schüler sollen wir befestigen im Glauben, damit sie unerschütterlich bleiben in der Wahrheit mit viel Geduld in allen Versuchungen. Und nach dem Beispiele der Liebe des Herrn sollen wir sie ermahnen zur Liebe seiner Berufung, in Milde für sie sorgen und sie pflegen, für viele Lasten und Leiden tragen, und sie rufen zur Gnade der Taufe und Buße. In Langmut und Klugheit sollen wir alle für die geistigen Netze zur Frömmigkeit fangen. Wir sollen erleuchten die durch Sünden und Laster Verfinsterten, heiligen, reinigen und befreien von der Knechtschaft Satans, und erneuern nach der neuen Erleuchtung, Gerechtigkeit und Wahrheit, die nach Gott ist, und den alten Menschen ausziehen mit samt seinen bösen Werken, damit sie würdig werden der Kronen und des Ruhmes.

Diese Kunst sind wir gelehrt worden vom Vater, vom Sohne und vom Heiligen Geiste, welcher (uns) immer zu Mitarbeitern seines gütigen Willens macht nach den Überlieferungen der Wahrheit; die das Volk in unfehlbarem Glauben nahebringt den Wohnungen der Heiligen. Und so sind wir eingeführt von der Auswahl der Gesetze, zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe der Gerechtigkeit nach den Offenbarungen der Tugendhaften, der wahren Apostel, der Propheten und der rechtgläubigen Lehrer, der Märtyrer, die von jenen Geduld in Qualen lernten, die Bekenner Enthaltsamkeit, die jungfräulichen Aszeten Heiligkeit und Tugendhaftigkeit, die Büßer die Verzeihung. Und durch all dies hat Gott unter den Menschen sein Volk auserwählt, damit es voll Eifer sei in guten Werken und unvergängliche Kronen von seiner Güte erhalte. Denn sie haben den Schöpfer geliebt und sind von ihm geliebt worden; und durch seine Gnade hat er sie verherrlicht und ausgezeichnet auf Erden und im Himmel, der ist und bleibt immerdar.

Denn wenn es keine Auswahl gegeben hätte von dem Herrn nach den Gesetzen der Gerechtigkeit, dann hätte es auch keine Innigkeit und Kraft der Tugend gegeben, ferngehalten wäre der Ruhm der Märtyrer, welcher zum ewigen Leben führt, die Heiligen wären des Erbes der lebendigen Seligkeit verlustig gegangen, sogar auch die Scharen der Geister, welche in der Liebe Gottes geblieben sind. Denn diejenigen, welche vom Schöpfer der Fürsorge beraubt worden sind, erhalten Strafe von dem furchtbaren Richter, welcher nach Gebühr vergilt; die Gerechten werden eingehen in das ewige Leben, die Sünder in die ewige Pein. Beiden macht er das göttliche Wort offenbar: „Kommet, sagte er, ihr Gebenedeiten meines Vaters, nehmet in Besitz das Reich Gottes“; und „Weichet von mir, ihr Verfluchten in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.“ Denn zuerst ermahnt und ruft er zu guten Werken: „Kommet“, sagt er, „zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken; nehmet mein Joch auf euch, lernet von mir Sanftmut und Demut und ihr werdet Ruhe für eure Seelen finden.“ Und der Apostel sagt: „Gleichet Gott, wie liebe Kinder, und wandelt in Liebe; wie auch Christus uns geliebt, und sich selbst Gott für uns zum Opfer dahingegeben hat.“

Denn der Sohn Gottes hat die Menschen zu seinen Erben gemacht, und über uns die Gnaden des Heiligen Geistes überreichlich ausgegossen. Denn mit gütiger Stimme hat er die Sünder zur Buße gerufen durch Bekenntnis und zum Gehorsam gegen die frohe Botschaft des Lebens, damit er erneuere die Gläubigen durch die herrliche Taufe zur Kindschaft seines Vaters. Denn er, der von Natur Sohn ist, machte uns durch Gnade zu seinen Brüdern. Und Makel und Flecken der Sünde entfernte er von den Neugeborenen durch die Taufe im Geiste und befreite sie von der Knechtschaft des Bösen. Denn diejenigen, welche in Christus Jesus getauft sind, haben Christus angezogen; Mann und Weib, ob er Jude sei oder Heide, ob Sklave oder Freier, alle sind eins durch die Gnade, Kinder Gottes und Miterben Christi. Welche hervorgekommen sind aus dem geistigen Mutterleibe der Taufe durch die Gnade der allerheiligsten Dreifaltigkeit; durch die Segnungen und die priesterliche Sakramentsspendung, mit der Salbung und durch den Geist, erleuchtet in Christus nach den Worten des Herrn: „Empfanget den Heiligen Geist“, zur Kindschaft des Vaters Christi. Denn durch ihn haben die Priester die Macht zu binden und zu lösen, damit sie die Getauften bewahren vor dem Satan, auf daß sie den Tod der Sünde sterben, damit sie nicht weiter in Sünden leben auf Erden. Denn wie der Tote aufhört mit allen Künsten, so ist auch der Getaufte tot für die Sünde, lebendig für die Gerechtigkeit; denn er empfängt die Gestalt Christi von der Gnade der heiligen Dreifaltigkeit. Darnach denkt er an das Himmlische nach der Wahrheit der Predigt des Evangeliums, und nach dem Wohlgefallen des unsterblichen Königs; gerecht und wahrhaft und heilig im Leben, gelangt er in die Wohnungen des unsterblichen Lebens, welches in Christus Jesus ist. Denn so ist die geistige Wiedergeburt durch die Taufe, welche die schmerzliche Geburt wieder bewirkt, jedoch ohne Schmerzen durch die Gnade und Liebe der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Sie sind nicht aus dem Blute, nicht durch den Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren als Pfand für das Erbe Christi. Denn so werden die Kinder Gottes geboren in der Gestalt des Sohnes Gottes, und werden Prediger der Wahrheit in Bedrängnis und Ruhe. Sie sind fest in der Liebe Gottes, aufrichtigen Herzens, rechtgläubigen Bekenntnisses; als Kinder des lebenspendenden Vaters werden sie beschenkt mit himmlischen unaussprechlichen Gnaden. Fortan verrichten sie die Werke Gottes und tun seinen Willen nach dem Wohlgefallen des Gütigen, und vereinigen sich mit den Scharen der Himmlischen zum Dienste der Menschen durch die Gnade des Schöpfers, jener, welche Erben sind der ewigen Erlösung, die in Christus ist.

Denn wie der Sohn Gottes Mensch geworden ist, unsere Natur angezogen und jegliche Gerechtigkeit vollbracht hat an Seele und Leib, so sollen auch wir Rechtschaffenheit anziehen und alle Gerechtigkeit vollbringen in Christus, damit wir Kinder Gottes werden und Gott (ähnlich) durch Liebe. Denn der Sohn Gottes ist freiwillig Mensch geworden und hat auf sich genommen alle Schwächen der menschlichen Natur, ausgenommen die Sünde. Und so soll es auch unsere Sache sein, daß wir mit göttlicher Kraft durch alle Leidenschaften hindurchgehen ohne Fehl, damit wir gelangen können zum vollkommenen Alter Christi, und so bewahrheitet in den Gestalten Gottes Erben des Reiches Christi werden. Und es ist immer notwendig die Unterweisung des Evangeliums, welches uns übt in der Ordnung der Tugend, damit wir, wenn gestärkt durch die Gnade des Heiligen Geistes, in Wahrheit die Werke der Gerechtigkeit vermehren mit reinem Herzen und im wahren Glauben an Gott. Und durch die Vorsehung der fürsorgenden Liebe Gottes werden wir wachsam und nüchtern gegen die Anfechtungen des Teufels auf immer und gefestigt durch Hoffnungen, und durch die Tugend, daß wir durch einen heiligen Lebenswandel rein an Seele und Leib eingehen in den Hafen der Ruhe, in das ewige Leben, in die unbeschreiblichen Wohnungen, welche den Heiligen bereitet sind von der unaussprechlichen Liebe Gottes. Und wie diese Sonne, welche die Erde erleuchtet, und die Geschöpfe, welche in ihr sind, welche im Wasser und auf dem Lande sichtbar sind, so erleuchtet das Wort die Wahrheit des Glaubens und die Heiligkeit den Sinn der nach Gott Verlangenden. Und die in ihren Willen Freien, die Himmlischen und die Irdischen, Menschen und Engel, sind Lehrer der Wahrheit geworden, durch die Gnade des Heiligen Geistes, durch wahres Wissen, in untrüglicher Weisheit nach den Gesetzen der Gerechtigkeit. Und so geleitet durch das Licht der heiligen Dreifaltigkeit, durch wahre Erzählung, durch das schöpferische Wesen haben sie Himmel und Erde mit ihren Strahlen erfüllt wie das Licht der Sonne zum Leben und zum Glanz der Himmlischen und Irdischen. Satan dagegen, welcher Gott sein wollte, während er sich in seinem Glanze sah und gewaltig erhöht, wie er meinte, wurde seiner Herrlichkeit beraubt und gestürzt von seiner hohen Ehre, trieb die Menschen ins Verderben, und fiel, im Geiste in die Irre geführt von eitler Hoffnung durch seine Begierlichkeit, aus der Liebe Gottes in verschiedene gottlose Begierden.

Wenn aber einer sagen wollte: ,,Wie war Gott nachsichtig gegen Satan, so daß er die Ungerechtigkeit des Irrtums soweit ausbreitete?“ so wisse er, daß Engel und Menschen einen freien Willen haben, der von Gott geachtet wird, damit diejenigen unter ihnen offenbar werden, welche auserwählt sind, und nach Verdienst als Lohn einmal empfangen den Ruhm und die Qualen vom Schöpfer aller Geschöpfe. Denn wie der Tod die Herrschaft erlangte durch die Sünde Adams, so ist Satan Herr über die Sünder geworden. „Denn die Menschen“, sagt die Heilige Schrift, „haben den Irrtum geliebt; deswegen sandte ihnen Gott die Kräfte des Irrtums, damit sie verurteilt würden; denn sie wurden willfährig dem Bösen.“

Aber nicht gänzlich hat er die Geschöpfe verlassen in seiner fürsorgenden Liebe; sondern durch die Ankunft seines Sohnes, der in die Welt gekommen ist, die Sünder zu erlösen von der Knechtschaft Satans, durch den Glauben an den Vorzug des Ruhmes des Sohnes Gottes; denn beim Erscheinen des Erlösers wurde von den Menschenkindern die Last dessen genommen, der durch die Sünde herrschte. Und durch die Gnade sollten sie herrschen im Glauben an die heilige Dreifaltigkeit, und Verzeihung erlangen durch heilsame Taufe, durch den Leib und Blut Christi; durch den Empfang des Heiligen Geistes, der wie ein Quell Gnaden an die Geschöpfe verteilt. Denn gerechtfertigt in jenem Glauben werden wir Ruhe erlangen bei Gott durch Jesus Christus als Unterpfand des Erbes, damit erneuert werde der Ruhm der Unversehrtheit durch seine freiwillige Kreuzigung. Und durch den Tod hat er den Tod überwunden, und durch seine Auferstehung hat er uns auferweckt vom Tode der Sünde, damit wir in der Erneuerung des Lebens bleiben und verharren in der Hoffnung auf die Auferstehung zum Ruhme der allerheiligsten Dreifaltigkeit, jetzt und immer und in alle Ewigkeit. Amen

Tadel der verdorbenen Gesinnung und Kennzeichen der Gottesverehrung.

Unvergleichlich allmächtig ist die allerheiligste Dreifaltigkeit, von der anfangslosen Wesenheit und der Ewigkeit sind erschaffen worden alle Geschöpfe, die sichtbaren und unsichtbaren. Himmel und Erde und alles, was darauf ist, ist von dem einen Schöpfer gemacht durch allmächtige Kraft, allbeleuchtendes Licht, von dem belebenden Herrn; denn alle Geschöpfe sind voll seiner Herrlichkeit. Durch seinen allwissenden, allweisen, allsehenden, gütigen Willen, sorgte er für seine Geschöpfe, welche er aus dem Nichts ins Dasein gerufen: die geistigen und die leiblichen, die lebendigen und die leblosen. Und alle Elemente hat er nach vier Maßen gemacht: nach Höhe, Tiefe, Breite und Länge. Und die er lebendig gemacht hat und unsterblich, verständig und vernünftig, das sind die Scharen der Engel und die himmlischen Mächte, welche angeordnet sind zum Ruhme, zur Verehrung und beständigen Verherrlichung des allmächtigen Herrn. Auch setzte er Lichter an den Himmel zur Leitung und Unterscheidung der Tage und Zeiten, zum Wachstum des Menschen, und aller Lebewesen, auch der Kräuter und Pflanzen. Er hat auch das Feuer und das Wasser gemacht, die Wolken und die Winde für die Bedürfnisse der verschiedenen Kräuter und Pflanzen, welche alle für die Bedürfnisse des Menschen gemacht sind. Und was im Wasser schwimmt, auch die Fische, die Gattungen der Tiere mit verschiedenen Naturen und verschiedenen Gestalten im Meere und auf dem Lande; große und kleine, zahme und wilde, nützliche und unnütze. Ähnlich ist es auch mit den Kräutern und Pflanzen, welche für die Bedürfnisse des Menschen und nicht des Schöpfers gemacht sind. Er hat auch das Gold gemacht, Silber, Kupfer und Eisen, edle und unedle Steine; für die Bedürfnisse des Menschen und zum Zeugnisse der Größe Gottes sind sie gemacht. Und aus vier Stoffen hat er das Sichtbare ins Dasein gerufen: das Feuchte und das Trockene, das Kalte und das Warme ist von Gott geschaffen.

Und aus demselben Stoffe hat er den Menschen erschaffen, und ihm einen Geist eingehaucht, lebendig und unsterblich, verständig und vernünftig. Und er hat das Geistige mit dem Leiblichen vereinigt, damit (der Mensch) den Beweis seines guten Willens vor dem Schöpfer zeige, sich enthalte und in geistiger Liebe das Gebot beobachte durch die Furcht des Herrn, auf daß er Gott wohlgefalle und Erbe werde der unendlichen Glückseligkeit: „Er hat den Menschen erschaffen“, sagt (die Heilige Schrift), „nach seinem Ebenbilde, und der Herr hat ihn gesetzt über alles; nach seinem Ebenbilde hat er ihn gemacht;“ das ist gemäß der Menschwerdung Christi zu verstehen. Und mit freiem Willen hat er Menschen wie Engel ausgezeichnet und sie erfüllt mit Wissen und Weisheit, wohlunterrichtet in allem durch geistige Mahnungen zum Wohlgefallen seiner Herrlichkeit, damit sie Aufseher der Geschöpfe des Schöpfers seien nach seiner Anordnung. Und der einsichtsvolle Mensch sollte durch seine Kunst alle Elemente brauchbar machen, um Dörfer und Städte zu bauen auf der Erde. Aber auch Geräte, Werkzeuge und Gefäße sollte er kunstgerecht verfertigen für die Bedürfnisse des irdischen Lebens der Welt, von welcher die Bedürfnissebestimmt werden.

Auch den Tieren, den zahmen und wilden, und den Vögeln gab er Anlagen und Sinn für ihre Bedürfnisse. Deren Kenntnis regt die Anlagen zur Tätigkeit an; und der Lehrer ihrer Anlagen (lenkt) den Sinn der Menschen auf die Bedürfnisse eines jeden und zu unserem Dienst. Unter ihnen gibt es kleine und große, wertlose und nützliche, notwendige und nicht notwendige, häßliche und schöne, damit das Gute sich unterscheide von dem Bösen, das Wertlose von dem Wertvollen. Wie in der Finsternis das Licht sichtbar ist, und unter den Tieren der Vernünftige, unter dem Schädlichen das Unschädliche und unter dem Unnützen das Nützliche, so ist es auch bei den Pflanzen und Kräutern, verschieden an Geruch und Geschmack, süß und bitter, angenehm und widrig, damit das Gute vor dem Bösen sich zeige, was zu Heilmitteln und Heilungen bestimmt ist nach Gottes Anordnung. Und es gibt solche, welche unbekannt sind, und solche, welche bekannt sind nach den verschiedenen Gegenden. Auch von den kriechenden Tieren gibt es einige Dinge, die nützlich sind z. B. von den Schlangen Theriak.

Denn so hat der Schöpfer die Fürsorge für seine Geschöpfe angeordnet, die sichtbaren und unsichtbaren; und über all das Sichtbare hat (er) den Menschen zum Herrn, Beherrscher und Besitzer gemacht der sichtbaren Dinge, Bildner durch den (in den sichtbaren Dingen kunstfertigen) Verstand. Denn aus Nichts hat er alles gemacht und darüber zum König gesetzt den Menschen und ihn erhöht, damit dadurch der Schöpfer erkannt und immer verherrlicht werde, und der Mensch seine Ehre erkenne, den er von der Niedrigkeit zur Ehre emporhob vor allen Geschöpfen. Durch seine kunstvolle Einsicht, die er vom Schöpfer hat, soll er das Beseelte und Unbeseelte gebrauchen können; damit offenbar werde das Werk der Weisheit an allem, was unter Botmäßigkeit vom Herrn gebraucht wird zum (Werk des) Nötigen, oder auch zum Baue, zum Schmuck oder zu sonstigem Aufwand. Im Besitze dieses fürstlichen Reichtums soll er den Wohltäter auf immer verherrlichen. Denn die gleiche Ehre erhielten die Menschen und die Geister, die Unkörperlichen und Unsterblichen; und er hat sie zu Prüfern und Lobrednern der Schöpfung gemacht, welche ihn immerfort preisen sollen durch die gegebenen Gesetze, damit sie durch ihren freien Willen befestigt würden im Glauben der Wahrheit und den Schöpfer und die Geschöpfe voneinander unterschieden, den Ernährer und die Ernährten, den Lebensspender aller Lebenden, wodurch er die Bedürfnisse aller Geschöpfe befriedigt.

Denn es geziemt sich auch, zu jeder Zeit zu ihm zu beten und zu erflehen die Überwachung der geistigen und leiblichen Wesen, und Mitwirker zu werden mit dessen gütigem Willen und ohne Sünde zu bleiben vor dem wohlwollenden Gott. Und nach diesem Beispiele sollen wir übergehen: vom Verdorbenen zum Guten, von der Verachtung zum Ruhme, von der Knechtschaft zur Freiheit des Sohnes Gottes und zum Wachstum im wahren Glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, damit wir Erben seien des himmlischen Reiches und der ewigen Glückseligkeit. Denn er ist der Schöpfer von allem, der gemacht hat zu seinen Dienern die Geister, und zu Flammen des Feuers die himmlischen Heerscharen. Und den Menschen, den er aus Erde gebildet, erhält er nun am Leben durch die Darbietung der Mittel. Von den Engeln werden sie erzogen zum geistigen Leben nach der Vorsehung Gottes, der zur Hilfe Gesetze gab, die von den Engeln verkündet wurden.

Auch gefiel es Gott, unter den Menschen Prediger der wahren Überlieferungen zu bestellen, welche als treu befunden wurden gegen seine Gebote und Gott wohlgefielen, und viele Menschen zur Erkenntnis Gottes zurückführten und zur Rechtschaffenheit nach dem Willen des Schöpfers des Lebens. Diejenigen aber, welche als Verächter Gottes befunden werden und eitel in ihren Gedanken, und deren Herz verfinstert ist in Unverstand, sind, wie der Apostel sagt, der überschwenglichen Wohltaten beraubt worden. Denn sie haben nicht allein die Fürsorge des Schöpfers vereitelt durch ihre widerspenstige Lebensart und ihre entgegengesetzten Schritte, sondern haben auch den Zorn Gottes auf sich herabgerufen, von dem gerechten und menschenliebenden Richter. Sie sind weggefallen aus dem Ruhm und der Ehre, der Fürsorge seines gütigen Willens und der Erziehung durch die Engel, die sie unterstützten.

Diejenigen aber, die in der Freundschaft geblieben sind durch Geduld in allen Bedrängnissen, genießen seine Fürsorge jetzt und in Zukunft. Und die abgeirrt sind von der Wahrheit, über denen ruht der Zorn Gottes. Denn alle Elemente haben sie zu Göttern gemacht, die vernünftigen und unvernünftigen (Wesen), Wasser und Feuer. Das Wasser aber wurde für die Bedürfnisse der Lebendigen geschaffen von Gott, der die Erde bewässert; das Wasser geht auch wieder zurück, indem er es verdirbt oder verringert. Auch das Feuer wurde für unsere Bedürfnisse geschaffen, welches durch (Brenn)materialien angefacht wird und uns Dienste leistet; wenn ihm Nahrung fehlt, geht es aus und erlischt. So sind auch die Winde und die Wolken für die Bedürfnisse der anderen Geschöpfe geschaffen und nicht aus sich selbst geworden; sie sind aber vergänglich, sofern sie durch Überfluß und Mangel nützen oder schaden, indem sie ihre Schwäche zeigen. Und Himmel und Erde sind nicht von selbst entstanden, und was auf ihr kriecht und das Leblose, sondern von Gott geschaffen und vergänglich. Der Himmel mit den Gestirnen, die Erde mit den Lebewesen, den Pflanzen und Kräutern, und alle handfertigen Künstler, welche von den Geschöpfen Gottes Götzenbilder machen, sind falsch und vergehen, wie jedem Weisen klar ist. Auch das Gold und Silber und die herrlichen Edelsteine, Kupfer und Eisen sind von geschickten Menschen geformt worden zu irgendwelchen Bedürfnissen oder auch zur Verschönerung irgendeines Gegenstandes, indem die Weisheit Gottes Vorsorge getroffen hatte, daß sie mit dem Schöpfer gemeinsam wirkten (?). Denn Himmel und Erde und all ihr Schmuck sind von Gott aus Nichts gemacht, und die Elemente sind keine Götter, sondern samt und sonders Geschöpfe des Schöpfers.

Geschöpfe Gottes sind auch die Gestirne: die Sonne, der Mond und alle Sterne, welche durch ihren Wechsel ihren Dienst anzeigen nach der Bestimmung der anderen Geschöpfe. Und sie machen uns offenbar, daß sie Geschöpfe sind, indem sie nützen oder schaden durch die Wärme des Sommers und die Kälte des Winters, durch den im einzelnen genannten Nutzen oder Schaden, wie verständlich ist. Denn wie die Menschen nicht in der Beobachtung der Gebote Gottes geblieben sind und (nicht) das Nützliche genossen nach der Anordnung des Fürsorgers, sondern eitel geworden sind, so sind auch die zum Lebensunterhalt dienenden Geschöpfe verändert worden vom Nützlichen zum Schädlichen. Z. B. der Winter erfrischt nicht nur, sondern er tötet auch; der Sommer erwärmt nicht nur, er macht auch trocken; das Feuer erhitzt nicht nur und erfüllt die Bedürfnisse, es verbrennt auch und zerstört; das Wasser tränkt die Erde, richtet aber durch Überschwemmung auch Schaden an. So auch alle Lebensmittel wie: Öl, Honig, Wein und alles andere in dieser Art. Und begrenzt ist die Fürsorge der Lebensmittel, unbegrenzt die Gefahren und der Tod, damit er den frechen und verwegenen Willen des Geizes zügle und die Regungen des freien Willens und das abwärtsstrebende Sichergießen des zügellosen Lebens und der verhärteten Schlechtigkeit, welche der breite Weg ist, der zum Verderben führt. Schmal und eng ist der Weg und (ein Weg) der Liebe und der Gerechtigkeit der Gesetze, der zum Leben der Heiligkeit und Wahrheit führt, welche die Schritte des Pilgers leiten zum Tore des Lebens und der Erlösung.

Denn so sollen wir durch das Sichtbare und Unsichtbare in Furcht Gottes uns anhalten zur Mäßigkeit und die Ungebührlichkeit und Unbescheidenheit des Willens ablenken vom Bösen und zum Guten bewegen und ermuntern nach den Geboten. Wir sollen erwägen und denken, sagen und tun, was nach dem Willen Gottes beschlossen ist durch das wahre Zeugnis der heiligen Schriften. Und wir dürfen nicht verfallen auf seltsame Wünsche, welche vom sicheren Glauben abwendig machen. Denn die wahre Weisheit der Weisen erfüllt immer mit lebenspendendem Nutzen; und, bestärkt durch die Beobachtung der Gebote, bleibt sie in geistiger Lehre immerdar unerschütterlich. Aber auch die Starken alle, die sich stolz über Gottes Wissen erheben, erschüttert sie und bringt sie zur Übereinstimmung mit dem Glauben.

Solange der Mensch den Geboten Gottes gehorchte, gehorchten ihm auch die wilden giftigen Tiere als ihrem Herrn und Gebieter. Wie dem Daniel, der unter Befehl stand, wie die drei Jünglinge im Feuerofen, wie das Meer dem Petrus; aber auch allen Heiligen gehorchten die Geschöpfe nach dem Willen Gottes. Und diejenigen, die abgefallen sind vom Befehle Gottes, gegen die empören sich alle Geschöpfe, die beseelten und unbeseelten, und sie führen die Erde mit all ihren Pflanzen und Kräutern dem Verderben zu. „Er hat“, sagt die Heilige Schrift, „die fruchtbare Erde salzig gemacht wegen der Schlechtigkeit der Bewohner.“ Und wieviel Mittel und Mühe von den Heiligen angewandt wurden, die Menschen zur Rechtschaffenheit zu bringen mit den Geboten und dem Evangelium Christi, so auch von den Menschen gemäß der Gnade Gottes, um in Gehorsam zu bringen die Tiere, damit die Tiere, sogar die Vögel, den Bedürfnissen dienen, und um die Erde brauchbar zu machen für die Bedürfnisse. Und das Feuer und das Wasser und den Wind durch Mittel dienstbar zu machen, hat uns die Weisheit Gottes angeleitet. Und die Vorsehung des Schöpfers treibt unsichtbar zu unserem Gehorsam die Tiere an, die Vögel, die Schlangen, die Würmer, die im Meere und auf dem Lande leben. Wenn die Furcht des Herrn nicht über ihnen wäre, so würden sie alle uns vernichten. Und wenn sie uns schaden, so erregen sie in uns die Furcht Gottes, damit wir uns erheben von der Trägheit und des Wandels in der Tugend immer uns befleißen. Denn auch die wilden Tiere sind nicht böse von Natur, wie sie durch ihre Zutraulichkeit gegen die Beschwörer zeigen. Auch der Löwe, der Leoparde und der Bär gehorchen dem Menschen, wie der Ochs, der Hund und alle anderen, welche unter dem Joche gehen und schmeicheln, und gegen die Fremden wüten sie und verfolgen den Unbekannten mit Tod oder Verwundungen.

Und wie aus irgendeinem Grunde Wut das Hirn befällt und von den Heilmitteln losreißt, und aus der Vertraulichkeit in Mißtrauen verirrt zum eigenen und zum Schaden anderer, ebenso kommt auch beim Lernen Irrtum in den Sinn und macht rasend wie einen Wütenden, fremd der Wahrheit durch ein gottloses, ausschweifendes Leben; sie gehen über die Grenzen der Natur hinaus, jedoch ohne geheilt zu werden, wie ein Toller. Deshalb ist viel Wachsamkeit notwendig, indem wir Gehör und Geist bewahren vor derartigem Schaden, die Gebote des Herrn betrachten bei Tag und bei Nacht, der voll Erbarmung und Leben ist. Denn der verständige und vernünftige Mensch soll durch die Gnade Gottes unbeweglich bleiben in der Tugend durch aufrichtigen Glauben und durch ein reines Leben. Er soll sich vom Schlechten zum Guten wenden, damit er würdig werde der geistigen Gesundheit, der unbefleckten Reinheit durch die Gnade der wahren Liebe Gottes, und empfange die Gnaden des Apostolats, des Prophetentums, des Lehramtes, damit er mit eigener Zustimmung würdig werde der Gnade des Priestertums, und erleuchte alle Gedanken durch das Licht der Wissenschaft und Weisheit, und durch ein würdiges, dankbares Leben in den Hafen des Lebens gelange.

Und durch die Freiheit des Willens hat (der Mensch) die Macht, in der Freundschaft der heiligen Liebe im Herrn zu bleiben oder auch im Ungehorsam gegen die geistigen Gesetze und vom Guten sich abzuwenden in die Abgründe des Bösen, den Namen der Verworfenen zu erben, den schlimmen, schlechten, wüsten Namen der Ausschweifung und Gottlosigkeit. So können auch die geistigen Heerscharen durch ihren freien Willen unter der Herrschaft des Schöpfers bleiben oder ihrem Herrn entgegentreten, wie es verständlich ist, daß die Engel in Liebe Gottes immerdar bleiben, in unaufhörlichem Rühmen ihres Schöpfers. Aber die Abgefallenen unter ihnen hat er zu Satanen gemacht; und die Heerscharen, die mit ihnen hielten, werden unreine und böse Geister genannt. So also haben sie dem Namen nach die Eigenschaften der Natur des Guten und des Bösen und können uns das Gute und das Schlechte offenbaren. Und den Wert und die Wertlosigkeit eines jeden einsehend, wollen wir das Gute nachahmen und das Böse hassen, damit wir hören die selige Stimme, welche sagt: „Edler, du guter und getreuer Knecht, weil du in wenigem getreu warst, will ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn.“

Und diejenigen, welche krank sind und aufrichtig Buße tun, werden der Erlösung teilhaftig, welche ist in Christus Jesus. Denn die Kranken haben nicht notwendig, die Heilmittel der Gerechten anzuwenden, noch die Schwachen den Starken, die Sünder den Sündenlosen, die Unreinen den Reinen es gleichzutun; sondern ein jeder soll in seiner Lehrordnung bleiben, der eine zu lehren, der andere zu lernen. Denn durch diese Gnade hat er mit der Vorherbestimmung alle zu seinem Reiche gerufen; und durch sein Vorauswissen hat er die Apostel auserwählt zum Dienste der Religion durch wahre Predigt von dem gemeinsamen Schöpfer. Und durch sie hat er viele zum Erbe der Gotteserkenntnis gebracht. Und deshalb wird er genannt: gütig, König der Könige, Herr der Herren, der allein sorgt für die treuen, tugendhaften Diener in der Verfolgung und Frieden, denn er gewährt Hilfe denjenigen, die zu ihm ihre Zuflucht nehmen. Denn er ist ein gerechter Richter über den Gesetzen, und ein Arzt den Kranken, welche mannigfache Schmerzen und Leiden erdulden, wenn sie zurückkehren zur Buße durch Bekenntnis. Aber auch die geistigen Heilmittel stehen zur Verfügung, die Mahnungen zur Tugend in den Heiligen Schriften, die Verheißung der Verzeihung und die zukünftige Seligkeit für diejenigen, welche wollen. Denn wie die Wolke bald mit Hagel und Blitz umzieht, bald mit angenehmem Regen, so schwebt der Befehl des Herrn über den Unwürdigen in Zorn und den Würdigen in Milde nach dem gerechten Gerichte. Und Gott, der Schöpfer, der Erschaffer, der Herr, hat von seinen Werken seinen Ruhm und die erlösenden Namen seiner Wohltaten: gütig, barmherzig und mitleidig, heilig, langmütig, aufrichtig, wahrhaft; eine unsichtbare Kraft hat er geschaffen durch das Sichtbare zum Zeugnisse, zur Ermahnung und Führung der Heere der unsichtbaren Geister und der sichtbaren Menschenkinder nach der Auswahl des Guten, der Tugend, der Werke der Heiligkeit. Und verherrlicht sind durch die belebende Kunst des Schöpfers die, welche mit seiner Gnade mitwirken. Und das Geschöpf erwirbt denselben Namen wie sein Schöpfer, und dadurch erhoben, geht es ein in das Erbe des Sohnes Gottes, der die Menschen liebt, und es freut sich in Güte in der unendlichen unbegrenzten Seligkeit bei dem unsterblichen König der Ewigkeit.

Den mit Verstand Begabten und den Gläubigen reichen wenig Worte der Ermahnung zur Rechtschaffenheit hin, den Ungläubigen aber und Unverständigen bringen auch viele Worte der Ermahnung keinen Nutzen, denn ihr Verstand ist verfinstert und entfremdet der Gnade. Alle sollen sich erinnern an die göttliche Mahnung, durch welche wir erleuchtet werden durch geistiges Licht, welches nicht erlischt, und in dem kein Dunkel ist. Er hat uns verständig und vernünftig gemacht, damit wir den Schöpfer erkennen und tun, was ihm wohlgefällig ist, der aus Nichts zum Wesen und aus Nichtsein zum Sein führte. Und nachdem er gewaltet hat im Fleische, versetzt er diejenigen, die in der Beobachtung der Gebote treu geblieben sind, in die göttliche Herrlichkeit Christi. Es sagen nämlich einige: Warum hat er uns verweslich gemacht und nicht unverweslich? Sagt etwa das Geschöpf zum Schöpfer: warum hast du mich so gemacht? Wir sollen uns kennenlernen durch unsern freien Willen als Sünder und Verwesliche, Sündenlose und Unverwesliche. Jedem ist das Seine bereitet. Für die Sünder ist der Tod, für die Sündenlosen das Leben nach Beendigung dieses Lebens; für sie gibt es keinen Wechsel von Leben und Tod. Sie sind unveränderlich gefestigt in der Liebe Gottes durch lebendige Seligkeit. „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, was Gott denen bereitet, die ihn lieben,“ sagt Gottes Apostel.

Aber dann wird es offenbar werden am Ende, bei Anbruch des Tages und bei der Auferstehung, wenn das schreckliche Gericht stattfindet beim Erscheinen der Herrlichkeit des Sohnes Gottes; denn Himmel und Erde werden vergehen, er aber bleibt unsterblich, ewig und unendlich in Ewigkeit. Denn für die Ungehorsamen und Ungläubigen, für die Gottlosen und Sünder sind endlose Strafen bereitet, wie Satan und seinen bösen Geistern. Denn auf der Erde wie auf dem Meere wurden sie umhergetrieben, vom Sturm und Strudel der Sünden erfaßt. Aber die Gläubigen und die durch die Gnade Erleuchteten sind unerschütterlich geblieben in dem Gebote des Schöpfers; denn ihr Lebenswandel wurde erleuchtet; und diejenigen, welche ihre Werke gesehen haben, haben den Vater verherrlicht, der im Himmel ist, nach den Worten des Evangeliums. Den Schöpfer des All aber, den Herrn aller Dinge, kann niemand erreichen und niemand kann genügend beschreiben seine Allmacht, Größe und Weisheit. Seiner Güte gemäß hat er die Pforte des Lebens geöffnet seinen treuen Geschöpfen, die gläubig geworden sind, durch Jesus Christus und seine Heiligen. Als ihre Schüler wollen wir zu ihnen gelangen durch Glaube, Liebe, Hoffnung, damit wir mit ihnen die ewigen Güter erben in Christus Jesus, unserm Herrn, dem Ehre sei in alle Ewigkeit! Amen.

Erhärtung der Wahrheit und Anleitung in heilsamen Ermahnungen.

Den Weisen und Heiligen, welche ihre Weisheit aus den Büchern der Propheten, der Apostel und der Lehrer haben, ist es offenbar, daß nur eine Natur ist in der allerheiligsten Dreifaltigkeit an Macht, Herrlichkeit und Ewigkeit. Unbegrenztes Wesen, anfangslose Substanz, unveränderliche Wahrheit, Leben und Lebenspender für die Lebenden. Gott Vater ist Vater des eingeborenen Sohnes und Ausgang des Heiligen Geistes; Grund ihrer Subsistenz in derselben Natur. Vollkommene Dreiheit und eine Gottheit, verherrlicht immer von den himmlischen Mächten und von den Menschen, dieweil er Gott und Schöpfer ist. Denn aus Nichts hat er sie gemacht und alles Sichtbare und Unsichtbare im Himmel und auf Erden. Den Geistern und den Vernünftigen hat er freien Willen gegeben, wodurch sie ausgezeichnet erscheinen und den Vorzug der Vertrautheit zeigen mit dem Schöpfer, indem sie den Herrn der Ehre verherrlichen und seinen Willen erfüllen, seine Wunder erkennen und Schüler werden an Makellosigkeit und Reinheit. Und die Menschen sollen wohltätig werden bei den Wohltaten, weiden, heilen und führen in sichtbaren äußeren und unsichtbaren inneren Nöten gemäß allem Nützlichen unter Mitwirkung des Geistes nach den Gesetzen. Mit gutem Willen, gutem Sinne und guten Werken zeigen wir das Werk des Nutzens, damit wir gefestigt und gestärkt im Guten auch in demselben bleiben. Denn Gott ist die Quelle alles Guten und gibt heilsame Ermahnungen; er erleuchtet den Verstand aller zur Mitwirkung mit seinem guten Willen durch die Erkenntnis der heiligen Werke, einzutreten in das Erbe des Reiches, welches in das unendliche Leben führt. Das ist die Offenbarung, seine Güte, ohne Neid, und freigebig gegen die Geschöpfe; denn alle ruft er zu seinem Ruhme und seiner Seligkeit durch Mitwirkung mit seinem gütigen Willen.

Die Geschöpfe sollen übereinstimmen mit seinem guten Willen durch die gegebenen Gesetze und sie sollen Schüler werden des Wortes des Lebens. Denn zuerst erschien das Werk seiner alleinigen allmächtigen Kraft, seines Wohlwollens und seiner allwissenden Liebe, denn aus Nichts hat er gemacht Himmel und Erde und alle Geschöpfe auf ihnen, die sichtbaren und unsichtbaren. Alsdann werden durch die Güte der Verständigen und Vernünftigen auch diejenigen von ihnen, welche die Werke der Vertrautheit, des Gehorsams und der Liebe zeigen, in eine andere Würde versetzt werden, in den Rang und den Ruhm der Engel und Erzengel, Cherubim und Seraphim, der Engel und aller himmlischen Heerscharen, welche verherrlicht werden. Den Irdischen aber hat er die Gnade des Apostolates gegeben, die der Prophezie, des Priestertums, der Verkündigung des Evangeliums, der wahren Lehre, des Martyriums, der Jungfräulichkeit, der Reinheit, der vollkommenen Buße. Denn beide sind Diener und Schüler des einen guten Willens, die himmlischen Heerscharen und die Menschen. Denn einer ist Gott Vater, von dem alles ist, einer ist der Herr Jesus Christus, durch den alles ist, und einer ist der Heilige Geist, der Erneuerer, die heilige Dreifaltigkeit. Denn durch das Wort des Herrn sind Himmel und Erde gefestigt, und durch den Hauch seines Mundes all ihr Heer, wie vom Propheten gesagt wird; er wird immer gepriesen von den Geschöpfen.

Es ist ein Unterschied im Range und in den Geboten bei Gott, bei den Engeln und bei den Menschen je nach ihrer Zuneigung und Liebe zu Gott. Denn von den Namen lehren uns die himmlischen und die irdischen, zu bleiben in Freundschaft, guter Gesinnung und guter Tat; auch andere anzuleiten zum Guten und nach dem Wohlgefallen des allmächtigen Herrn, und Widerstand zu leisten den Regungen schlechter Sitten; an die himmlischen Engel zu denken, damit wir dieselbe Ehre und denselben Ruhm erlangen und Diener werden des Wortes des Lebens und des Willens des Schöpfers durch wahre Predigt; untrügliches Wissen zu verbreiten vor den Ohren der Menschen, anzuregen zu guten Werken, den freien Willen zu zügeln zur Beobachtung der Gebote und Gesetze des Herrn. Wer dieses tut, ist den Cherubim ähnlich und erhält dieselbe Ehre vom Schöpfer. Und wer das Widersetzliche und Widerspenstige zum Gehorsam und zur Willfährigkeit und zu makelloser Reinheit erzieht, indem er aus Geist und Körper die schlimmen Pflanzen des Unkrautes der Bosheit, der Verkehrtheit, des Betruges, der Schlauheit und alles Bösen ausreißt, und die Sehnsucht weckt nach den göttlichen Gesetzen der Gerechtigkeit, der hat den Rang und die Ehre eines Seraph.

Wer aber wachsam ist zur Erprobung reiner und makelloser Tugend, und wer nicht lässig ist im Nützlichen für Seele und Leib, der hat den Rang, die Ehre und die Seligkeit der Wachsamen.

Wer den Verlorenen findet und den Gefundenen bewahrt und die von Zorn und Wut Erregten besänftigt zur Ruhe, zur Demut, zum Frieden, der ist dem Sohne Gottes ähnlich und wird sein Erbe nach seinem Worte: ,,Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“

Wer die Fremden aufnimmt und die in Sünden Gefallenen aufhebt und die an Unglauben und Zweifel Kranken heilt durch den rechten Glauben und durch gute Werke, und wer die an Seele und Leib Entstellten reinigt durch aufrichtiges Bekenntnis durch das Bad der Gnade, und wer zur Buße kommt, der wirkt mit dem Heiligen Geiste mit und wird seine Wohnung gemäß den Worten: „Ihr seid Tempel Gottes, erbaut mit Gerechtigkeit und Heiligkeit; der Geist Gottes, so heißt es, wohnt in euch“, mit seiner göttlichen Herrlichkeit in den Heiligen.

Wer die Hoffnungslosen erneuert zur Hoffnung des ewigen Lebens und die Abgeirrten und Getrennten beruhigt und durch Langmut zur Geduld bringt, in milder Fürsorge sich ihrer annimmt und sie durch die Gnade in Barmherzigkeit zum Guten führt und zur Erleuchtung der Gotteserkenntnis und der reinen Sitten, damit sie Erben Christi und des himmlischen Reiches werden; wer ihm ähnlich geworden ist in seiner Menschenliebe in Allem, der wird von der heiligen Dreifaltigkeit das ewige Leben erlangen. Denn durch Gottes Gnade ist er treu gewesen im Kleinen durch geistige und leibliche Mittel; denn: „Ich habe gehungert,“ sagt er, „und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt“ usw. „Was immer ihr einem von den Geringsten getan habt, habt ihr mir getan“, hat er gesagt, denn so ist die Fürsorge seiner Liebe gegen uns.

Diejenigen, welche nachlässig sind in guten Werken und den Gesetzgeber verachten und sich abwenden vom Herrn in Stolz und Unglauben, indem sie abfallen vom Worte des Lebens und sich auflehnen gegen die nachsichtige Herrschaft, die allmächtige Kraft, und so vielen Ursache ihres Unterganges sind, gehen der ewigen Güter verlustig und der seligen Hoffnung, sind dem Teufel ähnlich und werden dieselben Strafen erdulden in den ewigen Qualen. Hienieden schon sind sie den furchtbaren Drohungen des gerechten Richters verfallen wegen der gottlosen, ausschweifenden, bösen Werke.

Diejenigen, welche zügellos im Bösen schwelgen, durch Betrug Verderben säen, um andere vom wahren Glauben abzubringen und vom heiligen Leben und die beneiden, die Gutes tun, und widerspenstig sind und zornig und die Einfältigen verwirren, haben die Gesinnung der bösen Geister, und werden ihre Erben in den ewigen Qualen, seien es Geister oder solche, die auf Erden wohnen.

Wer gleichgültig ist im Laster, schamlos in der Ausschweifung und sich zu verschiedenen Begierden verleiten läßt, aus trügerischem Grunde, wer wächst in der Ungerechtigkeit, im Stehlen, Fluchen, Schwören, wer durch seine vielseitige Lasterhaftigkeit vielen zum Verderben wird, ein solcher erhält den häßlichen und schimpflichen Namen. Er beraubt sich des lebendigen Lichtes und des Ruhmes der Heiligkeit und kommt in die äußerste Finsternis, wo Feuer (brennt), zudem deren Wurm nicht stirbt und deren Feuer nicht erlischt, und wird ein Schauspiel aller Menschen.

Diejenigen, welche verhärtet sind im Bösen, voll Ungerechtigkeit im Sichtbaren und Unsichtbaren, voll Ausschweifung und Torheit, bereit zu schlagen, zu rauben, zu bedrängen, zu töten, zu verderben, erhalten die unbarmherzigen Strafen der Übeltäter. Denn die Bösen gehen durch das Böse zugrunde. Hast du die gerechte Vergeltung Gottes mit dem Maße nach den Gedanken und Werken eines jeden erkannt? Es wurde nämlich den Menschen ein Gebot gegeben, festzustehen in makelloser Reinheit, das Erlaubte und Rechte zu tun, unbeweglich zu bleiben im Guten, wie gesagt wurde. Denn so können sie der Gnade der Prophetie teilhaftig werden und werden vertraut mit dem wohltätigen Willen des Herrn durch wahre Predigt, und können jeglichen Sinn vom Schlafe wecken zum Ausblick auf die Hoffnung und zur Erwartung der lebendigen Verheißungen, die gegeben sind, und Erben zu werden des unerforschlichen Ruhmes, der den Gerechten gebührt.

Und diejenigen, welche sich entfernen von der Täuschung des leiblichen Lebens, ihren Sinn reingewaschen vom Stachel des Bösen durch die Gnade, durch aufrichtige Reue, durch Buße, durch Tränen, das Böse zu hassen, das Gute zu lieben, die Fälschung der Lehre zu hindern, der heiligsten Dreifaltigkeit Gaben darbringen durch den wahren Glauben, die also würdig werden, empfangen den Namen der Apostel der Verheißungen des Neuen Bundes und werden Erben des himmlischen Reiches. Auch diejenigen, welche zuerst das Wirken leisten gemäß der richtigen Predigt; denn diejenigen, deren Werke von ihrer Predigt Zeugnis geben, sind angenehm für die Zuhörer, um die falschen und trügerischen Regungen der Sinne zu unterdrücken. „Denn diejenigen, welche Christen sind,“ sagt der Apostel, „haben ihren Leib gekreuzigt samt Laster und Gelüsten.“ Und solche sind die Wohnung der Gottheit und Zeugen der Wahrheit allen Gläubigen.

Diejenigen aber, welche in Einfalt und Heiligkeit auserwählt werden, nachdem sie Geist und Körper von jeglichem Bösen gereinigt, vom Sichtbaren und Unsichtbaren, sind würdig der Berufung des Heiligen Geistes, mit Tugend geschmückt wie die heldenmütigen Märtyrer, durch makellose Reinheit die immerwährenden Regungen des Fleisches abzuweisen, die fleischlichen Leidenschaften zu unterdrücken und die geistigen zu wecken, die Reinheit und jegliche Gerechtigkeit durch das Verlangen darnach und unerschlafft in nützlichem Wissen und zur Erlösung des Nahen und Fernen. Diejenigen, welche mit solchen Sitten geschmückt sind, sind würdig der Salbung des Heiligen Geistes, Priester Gottes zu werden und das Volk dem Herrn darzustellen, indem sie eifern für die guten Werke und den Dienst der heiligen Dreifaltigkeit durch die Gnade der heiligen Taufe und teilhaft des Fleisches und Blutes Christi gemäß der Kindschaft; auszuziehen den alten Menschen und anzulegen den neuen, welcher nach dem Bilde Gottes ist, gerecht und heilig, frei vom Bösen. Diejenigen, welche um das Vergängliche sich nicht kümmern und das Ewige als Erbe erhalten wollen, werden das fleischliche Leben hassen, das geistige aber lieben, als Helden durch die Tugend; denn sie erhalten den Namen der Bekenner, Zeugen und Märtyrer, welche mit Seligkeit gekrönt werden.

Diejenigen, welche bekleidet sind mit der makellosen Reinheit der Jungfräulichkeit und mit der Einfalt des wohltätigen Willens, und nach der Gerechtigkeit der Gesetze und der Gebräuche der heiligen Väter, die sind es, welche eindringen in das Gemach des Lichtes und teilnehmen an dem Ruhme des unsterblichen Königs. Diejenigen aber, welche gefallen sind in die Versuchungen häßlicher und schlimmer Sünden durch die Täuschungen Satans, die sollen das lebendige Wort bedenken, das da heißt: „Kehret zurück zu mir von der Sünde, bekennet und tuet Buße; und ich kehre mich zu euch zur Erbarmung durch die Gnade, euch zu heilen, zu erlösen und zu beleben,“ damit der vom Herrn Bestärkte siege über die gewohnten Begierden und die Täuschungen des Bösen, was für Geist und Körper einen mühevollen Kampf bedeutet. Und geschmückt mit den Kämpfen der Tugend, werden sie den Fürsten der Sünde überwinden und beschämen als ein Unterpfand durch die Hoffnung und die verheißene Auferstehung, damit wir durch den Leib und das Blut des Herrn befreit werden von den Qualen und Erben des Reiches. „Ruhm, Ehre und Frieden demjenigen, der Gutes tut,“ sagt ja die Schrift, „aber Zorn, Bedrängnis und Qualen dem, der Böses tut.“ Siehst du, nachdem er so auserwählt und erforscht, läßt er nicht von der Barmherzigkeit, für seine Geschöpfe zu sorgen; sondern die Verirrten führt er zurück, die Gefallenen richtet er auf, die Gesunkenen erhebt er, die Gebrochenen befestigt er, die Kranken heilt er, die Schmutzigen reinigt er durch Tränen, die Zweifelnden befestigt er im Glauben, und alle erleuchtet er.

Wer nun wäre imstande, dem (guten) Wohltäter zu danken, der allseits bestrebt ist, seine Geschöpfe zu beleben? Die Drohungen facht er an wie Feuer über die Gottlosen und Sünder, über die Unreinen und Befleckten, damit sie ablassen vom Bösen und dem Zorn entgehen, der kommen soll. Und die Verheißungen verbreitet er wie das Licht, damit sie aufgeweckt und gleichsam vom Schlafe aufgerüttelt, zum Guten gelangen und vom Schöpfer die lebendigen Güter erben. Diejenigen aber, welche sich nicht bekehren und nicht Buße tun, denen sind Qualen bereitet vom Herrn, jedem einzelnen. Denn wie er gütig genannt wird, weil er für seine Geschöpfe sorgt, barmherzig, weil er Gnaden spendet, langmütig, weil er nachsichtig ist, heilig, weil er heilig macht, Licht, weil er erleuchtet, so wird er auch mit Recht gerechter Richter genannt, der nach seinen Gesetzen vergilt, nach guten und bösen Werken. Wessen Werke und Willen jemand hat, dessen Name und Ruhm erbt er oder Verachtung gemäß den Strafen der Bösen von dem gerechten Richter. Denn wie wir die irdischen Richter gerecht nennen, welche die Übeltäter, die Schmutzigen und Ungerechten dem Gefängnis, den Ketten, den Qualen und dem Tode überliefen, damit das Land Ruhe erlange, und sie selbst verherrlicht werden, so verstehen wir es auch vom Gerichte Gottes.

Niemand zweifle: wer weiß, daß von dem menschenliebenden Gott für die Sünder Strafen bereitet worden sind? Daran erinnert die Vernichtung, die durch die Sintflut entstand; alle Lebewesen gingen zugrunde, außer die in der Arche, welche von Gott gezeigt wurde. Wenn du jedoch dem nicht glaubst, dann gehe nach Sodom und Gomorrha zu den fünf Königsgeschlechtern und du wirst den Ausgang des Unheils schauen nach der Erzählung, wonach der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel regnen ließ und Menschen und Tiere verbrannte, die Vögel des Himmels und die Fische im Meere, die Steine und die Erde, das Wasser und die Wälder.

Und wenn du dies für zu entfernt hältst, dann denke an den Hunger zu verschiedenen Zeiten, das Schwert, die Gefangenschaft, vorzeitige Todesfälle, den Tod der Tiere, auch an die Hagelschläge, Schmerzen und verderbliche Krankheiten, an den Aufruhr des Vaters gegen den Sohn, an die Uneinigkeit der Kinder, an den Haß der Brüder und Freunde untereinander, an harte Schicksalsschläge und an den Tod; wegen der Sünde ist dies, sagen uns die göttlichen Schriften. Denn die Kenntnis der Wahrheit und Weisheit, das Streben nach den Künsten, je nach der Neigung, wird vom allmächtigen Vater und Schöpfer und vom erlösungbringenden Herrn, an alle Geschöpfe verteilt. Denn er ist die Quelle des Lebens, der Geber des Guten, der Lehrer und Schöpfer des Sichtbaren und Unsichtbaren. Und die Weisen unter den Menschen gingen von ihm hervor für die verschiedenen Künste und Erfindungen. Denn zuerst werden die Künste im Verstande ausgedacht und alsdann wird das Denken an die Dinge gelehrt für die Wahrnehmung. Durch wahre Unterweisung erhalten sie von den Gnaden des Spenders wie Beseleel und seine Genossen zur Erbauung des Zeltes. Denn der Heilige Geist gab ihnen die verschiedenen Arten der Künste ein. Denn zuerst wurden sie selbst erfahren in den Künsten durch die Gnade des Heiligen Geistes, sodann haben andere von ihnen gelernt bis auf diese Zeit.

Wer die Schlosserei gelernt hat oder die Goldschmiedekunst oder andere Künste, der kennt die Einrichtungen der Dinge und die Beschaffenheit der Hausgeräte und sorgt immer, daß er schöner mache die Waffen, Schmuckgegenstände oder andere Einrichtungen, die im Lande bekannt sind. So auch die Ärzte, die am Pulse die Schmerzen erkennen, und durch Heilmittel die Gesundheit schenken durch die Gnade Gottes. Aber auch die Kleidermacher, die Maurer, Erdarbeiter und die Köche, und was es sonst noch für Künste gibt für die Bedürfnisse der Menschen, haben sie nicht in Wahrheit von der Gnade Gottes den Sinn dafür? Des Lobes, der Ehre, des Lohnes sind diejenigen würdig, die ihn erhalten. Diejenigen aber, welche im Leichtsinn und Verachtung über die Kenntnis der Künste hinweggehen, machen sie nutzlos; alsdann wenden sie den Sinn ab von den Künsten in ihrem Leichtsinne, und es treten Häßlichkeit und Verderbnis zu Tage wie bei Toren. Und die Künste kommen dem Verstande der Weisen abhanden, die Arbeit wird schlecht und nutzlos, die Künstler werden mißachtet und beschämt und geraten in Schaden, Strafen und Qualen, verachtet von jedermann.

So ist auch die Ordnung des Christentums und des Gottesdienstes zu beachten, damit es durch jegliche Weisheit und Kenntnis die Sitten und den Sinn zum Guten lenke durch die Lehre der geistigen Gesetze und nach dem Wohlgefallen des gütigen Willens des Schöpfers. Der Mensch soll Tag und Nacht an den Willen des Herrn denken, den Sinn und das Gefühl erinnern an die Furcht Gottes, damit der Verstand bereit sei, bei allen Bedürfnissen der guten Werke das Gute zu denken und zu tun unter der Leitung desjenigen, der das Himmlische verleiht und mit Fleiß erfüllt, sich die Gotteskenntnis zu erwerben. Zu jeder Zeit soll er auf den Willen des Herrn schauen, immer in seiner Liebe und Furcht stehen; denn er kann das Nichts zum Sein bringen, die Verachteten geachtet machen, die Sünden tilgen durch aufrichtiges Bekenntnis und Buße, und in Weisheit führen nach den Künsten der Gerechtigkeit. Immer soll er ein Leben führen, das dem allmächtigen Herrn wohlgefällig ist, unerschütterlich im Glauben und rein in den Sitten. In der zuversichtlichen Hoffnung auf das ewige Leben soll er dort alle Schätze sammeln, wo die Motten sie nicht verzehren und Rost sie nicht verdirbt und Diebe sie nicht entfernen aus der göttlichen Hut.

Und es ist schön, im Andenken der heiligen Liebe ungetrennt bei ihm zu bleiben in unbefleckter Reinheit. Aber auch dankbar zu sein gegen die Fernen und Nahen, in Bedrängnis und Ruhe immer bei der Wahrheit zu bleiben. Aus Herz und Sinn die falschen trügerischen Regungen der Täuschungen zu bannen, die kommen mit häßlichen Begierden des hinterlistigen Bösen und mit unbeugsamem Stolz. Durch Reue und Buße das Herz zu reinigen vom Stachel des Bösen, und einen guten Willen sich zu erwerben gegen alle Menschen. Und eifrig zu sein in der Beobachtung der Gebote, immer gefesselt von der Liebe zu Gott, und den Sinn darauf zu richten, damit wir sein Mitleid auf uns lenken in seiner lebendigen Fürsorge. Und aus Furcht vor ihm, sich zu hüten und sich zu bessern in inniger Liebe und im Glauben, und wachsam und bereit zu sein, und sich fernzuhalten von allem Irdischen, welches den heilsamen Nutzen hindert und verdirbt. Nichts Schädliches zu reden, was nicht würdig ist, sondern Wahres und Nützliches. Und nicht zu hören auf die Sage des Truges, sondern auf jene, die zum Göttlichen mahnt in den heiligen Schriften Gottes. Und nicht dahin zu schauen, wo nichts Würdiges ist, auf die Verschwender in leiblichen Vergnügungen. Und frei zu sein von Geiz, und eifervoll im Guten gegen alle, hilfreich den Schwachen an Geist und Körper. Und es ist nicht würdig, die Sekten aufzusuchen und bei ihnen zu verharren zum Verderben. Hüten soll man sich vor jeglicher Ungerechtigkeit, vor Zorn, vor dem Schlagen, vor dem Rauben, vor Beleidigung, vor dem Schwören, vor dem Lügen, vor der Rachsucht, vor der üblen Nachrede, vor Betrug, vor dem schädlichen Bösen, damit nicht der Herr zürne und diejenigen verderbe, die solche Sitten haben.

Diejenigen dagegen, welche Tugenden zeigen, werden Auszeichnungen, Ehre und Geschenke und die ewige Seligkeit vom Herrn erhalten. Denn alle Regungen, welche im Menschen sind, werden vom Willen bewegt zum Guten oder zum Bösen; denn für beides haben sie freien Willen, für das Gute und das Böse. Vielerlei ist der Same des Guten im Menschen, damit er durch die unsichtbare Liebe Gottes sichtbar zeige die Früchte des Guten und wachsend im Guten verherrlicht werde zum Ruhme der Heiligen und teilhaftig werde der Verheißungen des Lebens. Die schlechten und schlimmen Sitten aber, welche vom Samen des Bösen wie Unkraut entstehen, zeigen sich an den Unreinen, indem das Unsichtbare sichtbar wird. Sie nehmen den Samen des Guten nicht auf nach der Unterscheidung der Gesetze; deshalb werden sie zur Vergeltung vom Herrn das ewige Feuer erhalten mit den Würmern, die nie sterben, denn das Gute haben sie gehaßt und das Böse geliebt; denn es geschieht die Auswahl des Guten und des Bösen von Gott nach dem Rechte. Denn je nachdem sie ihren Sinn zum Guten oder zum Bösen wenden, wird ihnen auch vergolten werden.

Durch die Liebe Gottes wird die Heiligkeit gefestigt: die guten Gedanken, die Rechtgläubigkeit, die Guttätigkeit, die Gerechtigkeit, die Wahrheit, die Nächstenliebe, die Sanftmut, die Demut, der Gehorsam, die Arbeitsliebe, die Einfalt, und was sonst noch für Tugenden sind zu heilsamem Nutzen beobachtet im Sichtbaren und Unsichtbaren. Das Mitleid müssen wir lieben mit gutem Willen, die Barmherzigkeit mit süßen Gaben, die Langmut mit freudiger Bereitwilligkeit, unverdrossenem Eifer im Gebet, durch strenges Fasten. Dies müssen wir lieben, dies bewahren, in diesem eifrig sein allezeit und durch solche Sitten zeigen die Erprobung der Echtheit der Liebe zum himmlischen Vater, dem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geiste, der gleichmächtigen Herrlichkeit.

Und was diesem entgegengesetzt ist, müssen wir hassen, nämlich das Schlechte, die Begierden nach dem Bösen, die bösen Gedanken, die bösen Werke der Ungerechtigkeit, den Irrtum, die unreine Zügellosigkeit, die falschen Schwüre der trügerischen Hinterlist, liebeloses, widersetzliches Betragen, Zorn vom Ärger erregt, Frechheit in Beleidigungen, hartnäckigen Ungehorsam, Trägheit und Weichlichkeit, Ausgelassenheit und Possenreißerei, Schamlosigkeit und Zügellosigkeit, Rachsucht und Eifersucht, Völlerei und Trunkenheit, Ruhmsucht und Stolz mit allen Fehlern, entsetzlicher Schlechtigkeit und gleichgültiger Unreinigkeit, welche voll ist von Verächtlichkeit.

So sind die schlechten Sitten und der verderbliche Same des Unkrautes. Denn für sich von Natur aus ist das Schlechte nicht schlecht und das Gute nicht gut; sondern es liegt an der Absicht, gut oder schlecht zu werden; aus Liebe zu Gott das Gute lieben und das Böse hassen, heißt das Gute begründen. Das Gute hassen und das Böse lieben ist schlecht. Im Guten eifrig sein und gut werden ist gut; im Bösen eifrig sein ist schlecht, doch ist es derselbe Eifer. Nach dem Guten streben ist gut, nach dem Schlechten schlecht; doch ist es dasselbe Streben. So ist es auch zu verstehen mit dem Eifer und dem Streben bezüglich alles Bösen und Guten. Denn der gütige Herr aller hat das Gute in die Menschen eingesät und ihnen den freien Willen gelassen, Gutes oder Böses zu üben, je nachdem sie wollen; durch Tugend neigt er immer zur Bewährung der Frömmigkeit, durch Lüsternheit (immer) zum Bösen. Die Lenkerin der guten Sitten ist die Gottes- und Nächstenliebe; denn die Liebe denkt nichts Böses. Die Lenkerin der schlechten Sitten ist die Gottlosigkeit und die Selbstliebe; um nach den Worten des Apostels, fern zu sein von Gott und zu erfüllen den Willen des Fleisches und des Herzens und ein Kind des Zornes zu werden. Und wiederum sagt er: „Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Das ist der Wille Christi: Gerechtigkeit, Heiligkeit, Wahrheit. Abermals sagt er: „Weinend sage ich, (über sie) als Feinde des Kreuzes Christi, und das Ende Verderben; sie denken nur an das Irdische, reden und tun das Böse, voll von jeder Ungerechtigkeit und schlimmen Lastern.“ Diejenigen aber, welche anstatt Böses Gutes tun, die sind der Krone des Ruhmes und der Ehre wert mit den Heiligen.

Wer sagt, er liebe Gott, seinen Bruder aber haßt, der ist wie einer, der findet und verliert, füllt und ausschüttet. Denn laßt uns zu jeder Zeit dem Guten folgen, und Widerstand leisten im Kampfe gegen das Böse. Wer Anlaß gibt zum Bösen, wird auch die Vergeltung des Bösen erhalten; so wird auch der, welcher Anlaß zum Guten gibt, Gutes erhalten vom allmächtigen Herrn und erben die ewige Glückseligkeit. Die, welche das Gute hindern und das Böse lieben, werden gequält im Feuer der Hölle mit den Teufeln als Verdammte. Und über beide spricht dort das untrügliche Wort Christi das Urteil: „Die Gerechten werden eingehen in das ewige Leben, die Sünder in die ewigen Qualen, welche dem Satan und seinen Engeln bereitet sind.“ Es ist gesagt vom Antichrist: „Der Mensch der Ungerechtigkeit, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, den mit dem Geiste seines Mundes als den Bösen tötet Christus.“ Dieselben Strafen für diejenigen, welche dasselbe tun, für die schlechten Sitten und die bösen Werke. Diese befiehlt der Prediger zu vernichten, die Glieder der Sünde, die Begierden nach jeglichem Bösen, wie er sagt: wer ein Mensch der Sünde ist, ein Sohn des Verderbens, ein Erbe der ewigen Qualen. Wer aber heilige, makellose Sitten besitzt, nach dem Gebote Gottes, der wird gerecht, heilig und wahrhaft genannt, in aller Tugend vollendet in Christus, Erbe zu werden des himmlischen Reiches und der unvergänglichen Güter.

Solche Mahnungen müssen wir immer gegenwärtig haben, und dürfen wir nie uns aus dem Geiste entschwinden lassen; wie ein Gegengift, welches die Schmerzen des Geistes und Körpers heilt, und Gesundheit schenkt den Feinden, welche die Sichtbaren und Unsichtbaren schädigen in der Rechtschaffenheit. Bemühe dich also, diese Mahnungen des Lebens zu lernen, zu hören und immer zu befolgen; denn sie verzehren die Gottlosigkeit, Ungerechtigkeit und Schlechtigkeit der Menschen, richten die in Sünden Gefallenen wieder auf und bewahren stets die Gerechten. Denn wer seine Früchte zur Zeit bringt, der ist wie ein Baum, welcher an Wasserbächen gepflanzt ist, (d. h.) in geistigen Ermahnungen, und alles, was er tut, wird ihm gelingen, sagt die Heilige Schrift. Und er wird hören von Christus: „Du guter und getreuer Knecht, weil du in Wenigem getreu warst, gehe ein in die Freude deines Herrn, welche dir bereitet worden ist gemäß deiner Arbeit.“ Wer Ohren hat zu hören, der höre die geistigen Ermahnungen durch die Gnade Gottes in Christus Jesus, unserm Herrn, dem Ehre sei in Ewigkeit! Amen.

Abhandlung über Geheimnisse, welche das Unsichtbare ins Sichtbare einführt.

Der Vater ist nicht von anderswoher gezeugt, der Sohn aber ist gezeugt vom Vater und nicht erschaffen; auch der Heilige Geist ist nicht erschaffen, sondern hervorgegangen. Ewig, eine Wesenheit mit dem Vater, zum Vater, und in dem Vater. Wie die Flamme und die Wärme vom Feuer; wie das Licht und die Hitze von der Sonne; wie das Wasser und der Bach von der Quelle; wie das Wort und der Geist vom Verstande. Bewegte Selbstheiten1, aber eine Übereinstimmung der Natur und nichts Fremdes jemals in den Selbstheiten.

Das sind die wahren Merkmale der heiligen Dreifaltigkeit: Anfanglose Substanz, belebendes Leben, allwissende Liebe und allmächtige Kraft, Vater, Sohn und Heiliger Geist, drei Personen, aber eine Natur und ein Wille; Schöpfer, Heilbringer und Erhalter. Gott war und ist. Er war ohne Anfang in seiner Herrlichkeit, ewig unermüdlich in der Fürsorge für die Geschöpfe. Wahrheit war und ist er; er war in seiner Unveränderlichkeit und ist die Erhaltung der Geschöpfe. Fehlerloses, allnützliches Wissen war und ist er in seiner Unendlichkeit zur Erleuchtung der Geschöpfe. Unerreichbarer Weisheit Regel war und ist er in seiner unaussprechlichen Fürsorge für alle Geschöpfe. Er war es durch lebenspendende, allweise, allnützliche Mahnungen im festen Glauben an sein Wesen und ist es durch ewige heilsame Gnaden, die er den Menschen beständig austeilt, damit sie sich ihm nahen und mit ihm vereinigen in lebendiger Liebe. Allmächtige Kraft war er in seinem Wesen und ist er, damit er stärke die Schwachen für die geistigen Kämpfe des Krieges im Seligkeit im Leben. Gnade der Barmherzigkeit war und Liebe Gottes war und ist er durch Entflammung des Guten, indem er sorgt für die Gerechten und sie beschützt und die Sünder zur Buße führt. Lichte und herrliche Heiligkeit war und ist er, indem er auszeichnet, verherrlicht und erneuert die Geschöpfe durch mannigfache Gnaden und die erleuchtende Taufe. Mitleidige Fürsorge war und ist er durch unsagbare Güte in der Sorge für die sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfe, damit sie gelangen in den Hafen des Guten, der gegebenen Verheißungen der Berufung zum Himmel, welcher voll ist von lebendiger Seligkeit im Leben. Gnade der Barmherzigkeit war und ist er in seiner unbeschreiblichen Güte und seinen überreichen Geschenken, indem er gibt und zeigt die Früchte der Menschenliebe und den Ruf zum Zutritt zur Gnade der Kindschaft. Langmütig und nachsichtig war und ist er durch seine Milde und seinen gütigen Willen, da er des Bösen uneingedenk sich zeigt und nicht alle hienieden straft, damit sie wieder von ihren Sünden aufleben. Die Güte der allerheiligsten Dreifaltigkeit war er in seiner Sorge für seine Geschöpfe, und ist er in mangelloser Fülle, die nie abnimmt, nicht gemessen und nicht beschränkt wird weder von Sichtbaren noch Unsichtbaren gegenüber dem Bitten und Drängen gemäß weiser Waltung. Damit seine Geschöpfe Heilsames und Nützliches erwerben, und er die Fremden unter den Vernünftigen und Verständigen hinführe zu den Gütern seines allweisen Wesens und zum Erbe des Lebens mit herrlichen Tugenden geschmückt im Himmelreiche.

In dieser Hoffnung müssen wir folgen und gehorchen denen, die Schüler der göttlichen Lehre geworden sind, welche gut ist, angenehm und vollkommen; damit der uns zum ewigen, unvergänglichen Leben gelangen läßt, der war, ist und bleibt in seiner Unendlichkeit, der in seiner Güte für alle Geschöpfe sorgt, der unvergänglich ist, unendlich und unbegrenzt, der über allen Geschöpfen steht, unerforschlich in Größe und Herrlichkeit, der Leben gibt und Ruhm und Licht durch heilvolle und belebende Seligkeit. Er vermag alles aus sich, der gerecht macht, erleuchtet und verherrlicht. Er ist Vater des eingeborenen Sohnes und Ausgang des Heiligen Geistes. Durch seinen gütigen Willen und seine allsegnende Liebe macht er die Menschen zu Erben der körperlosen Scharen und des Himmelreiches und der unendlichen Güter.

Die blendende Täuschung der Lüge, der Auflehnung, woher das Verderben, war anfangs nicht, solange nicht der Irrtum hervorgetreten war und zum Bösen verführte. Und jetzt hat sie keine Gewalt über die, welche das Böse hassen, welche die Predigt des Evangeliums hören und glauben, welche wiedergeboren werden aus dem Wasser und dem Geiste und nicht wieder zurückkehren zur Verkehrtheit und zu dem, wofür sie Buße tun müssen. Der Tod war nicht, so lange die Sünde nicht war; doch jetzt ist er besiegt durch die glorreiche Auferstehung Christi, und wird verachtet von den Heiligen Gottes. Die trügerische Täuschung, die hinterlistige Heuchelei und der Stolz waren anfangs nicht, solange Satan nicht verführte; doch jetzt ist er schwach und verschwindet, wenn die Wahrheit erscheint. Unglaube und böse Begierlichkeit war im Anfange nicht, solange der aufrührerische Widersacher Gottes nicht zu Fall gekommen war; und jetzt sind sie nicht, wo die Unterscheidung des Glaubens und der Gesetze und die Betätigung der Gottesliebe waltet. Ungehorsam und Widersetzlichkeit war zuerst nicht, solange der Satan und die Menschen sich Gott unterwarfen; doch jetzt sind sie nicht, da Christus für uns gehorsam wurde und uns dazu anleitete. Betrug und Hinterlist waren anfangs nicht, solange nicht die List des Bösen war; doch jetzt sind sie nicht mehr, da Christus, die Wahrheit, erschienen ist. Neid und Haß war nicht, solange nicht der Böse in Haß und Rache geriet; auch jetzt ist Haß und Neid nicht mehr, gemäß der Gnaden des gütigen und neidlosen Willens Christi gegen uns. Haß und Zorn war nicht, solange er nicht vom Bösen kam und von uns; auch jetzt ist er nicht mehr, gemäß der vielen Liebe des sanften und menschenliebenden Erlösers. Stolz und Selbstliebe war nicht, solange nicht der Böse stolz war und uns schuldig machte; auch jetzt sind sie nicht, seitdem der erschienen ist, der demütig ist und uns liebt, indem er sagt: „Lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen; und ihr werdet Ruhe finden.“ Ärger und Kränkung war anfangs nicht; auch jetzt nicht, seitdem das Mitleid der Barmherzigkeit zur Sorge bewogen wird. Die Unersättlichkeit der Völlerei und des Geizes war nicht, auch jetzt ist sie nicht bei den mäßigen Reinen und bei denen, welche das Irdische verachten. Unerträgliche Schändlichkeit war nicht, solange nicht die Makellosigkeit beseitigt war; seitdem aber die Heiligkeit der Reinheit der göttlichen Gnade erschien, wurde die Häßlichkeit des Lasters entfernt.

Alle Sünden und abscheulichen Laster, die sichtbaren wie unsichtbaren, waren anfangs nicht mit ihrem Helfer, dem Satan; erst später kamen sie vom Satan her, welcher uns in sie stürzte. Doch jetzt sind sie nicht mehr, seitdem das lebenbringende Lamm am Kreuze sich opferte, zur Sühne unserer Sünden und zur Versöhnung des Vaters mit seinen Geschöpfen. Auch durch die Wiedergeburt der Taufe werden sie getilgt und durch das heilbringende Geheimnis, welches denen Leben bringt, welche an die heilige Dreifaltigkeit glauben. Und die Gottlosen, die Stolzen und Hochmütigen hat er gestürzt, die Demütigen aber erhöht als Unterpfand in der Hoffnung. Getilgt wurden die eingedrungenen Sünden, und besiegt wurde der, welcher die Herrschaft über den Tod hatte, das ist der Satan, damit er belebe die nach seinem Willen von ihm Ergriffenen durch sichtbare Gnaden und durch seine Liebe zu den Menschen.

Viele von diesen erschienen auserwählt im Anfange als Zeugen seiner lebenbringenden Ankunft, welche Erneuerung bringen wird von Abel dem Gerechten an; denn den Namen Gerecht erhielt er wegen seines tadellosen Lebenswandels. Wie Enos durch die Hoffnung, Enoch durch das Wohlgefallen Gottes und durch die Versetzung, Noe durch vollkommene Gerechtigkeit, Abraham durch den Glauben, Isaak mit den Verheißungen des Sohnes Gottes, Israel der Seher des Kampfes der Tugend, Joseph durch die Keuschheit, Moses durch die Gesetzgebung, David durch gerechte und milde Regierung, so auch alle heiligen Propheten und die Machabäer und die drei Jünglinge im Feuerofen bis auf Johannes, welcher der Schein der Sonne der Gerechtigkeit war, welche durch ihr Licht alle Menschen, die auf die Welt kommen, erleuchtet durch Gotteserkenntnis, durch Weisheit, durch Gerechtigkeit: Christus, der Erlöser, welcher auf die Erde kam, um die Sünder zu erlösen, und erleuchtete die Herzen der Gläubigen durch den gütigen Willen unseres Schöpfers, damit wir Früchte bringen nach den Gesetzen der Gerechtigkeit, des Rechtes und des Wohlgefallens des allmächtigen Herrn, und durch reinen Wandel in der Hoffnung auf das Reich zum Ziele der himmlischen Berufung gelangen, damit wir vollkommen werden, wie auch unser Vater im Himmel vollkommen ist.

Durch die Sorge seiner Güte erfüllt er alle Geschöpfe, und führt den Sinn aller zur Mitwirkung mit (seinem) gütigen Willen. Vom Himmel rief er auf die Erde die Güte, die Umkehr zur Buße für die Sünder durch Kenntnis der Fehler, durch Reue über das, was sie getan haben, damit sie würdige Früchte der Buße bringen, was die Chöre der Engel erfreut nach dem Worte des Herrn. Wenn über einen Sünder, der umkehrt zur Buße, Freude ist bei den Engeln im Himmel, was soll man dann von den Gerechten sagen, von den Aposteln, von den Propheten, den Märtyrern, den Lehrern, den tugendhaften Jungfrauen, den keuschen Ehegatten, welche nicht die schlimmen Regungen haben, die der Seele schaden, den Stolz, den Zorn, den Neid, den Haß und die Völlerei, die die Frömmigkeit pflegen und die böse Gewohnheit ausrotten mit Eifer, aus heiliger Liebe zu dem, der uns geliebt?

Die Bosheit Satans war nicht, solange das Böse nicht wider das Gute sich erhob. Denn während sechs Tage, solange er nicht den Sinn der Gottlosigkeit besaß, wird vom Herrn bezeugt, daß alles, was Gott gemacht hat, sehr gut sei; denn wenn es von Natur aus schlecht wäre, hätte es der allmächtige Gott nicht als gut bezeugt. Auch im Evangelium sagt der Herr zu seinen Jüngern: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt und einer von euch ist ein Satan?“ Der gerechte Richter schalt ihn nicht, solange er sich nicht böse zeigte und von schlechtem Willen zum Bösen sich treiben ließ; alsdann erhielt er den Namen Satan, wurde entfernt aus dem heiligen Dienste, ausgeschlossen von der lebenden Liebe, und in der Verzweiflung stürzte er sich selbst in den Tod, wie die bösen Geister mit den Schweinen sich ins Meer stürzten, die bösen Geister, die da sagten: „Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Vor der Zeit kamst du, uns zu verderben, Heiliger Gottes“. Auch sie kennen die Zeit ihres und unseres Gerichtes, und die Vergeltung nach Verdienst für die Ungerechten und Ungehorsamen, die Unreinen und Befleckten. Denn Satan war er nicht, solange er nicht gottlos war; jetzt aber ist er machtlos nach dem Worte des Herrn: „Der Fürst dieser Welt ist gerichtet und wird hinausgeworfen werden.“ Denn Finsternis gab es nicht und gibt es nicht; es gibt wohl eine Dunkelheit der Elemente aber nicht eine (Dunkelheit der) Natur. Die Kohle ist schwärzer als das Dunkel und jede andere Schwärze, die es gibt; jedoch beim Aufgehen der Sonne und der Sterne bleibt diese Schwärze; die Finsternis aber verschwindet, wenn der Tag erscheint und widersteht nicht weiter. Auch der Tod war nicht, solange der Mensch nicht voll Sündenschuld war; jetzt aber ist er nicht mehr beim Erscheinen des Lebens und bei der Auferstehung von den Toten, beide haben Abschied genommen, Tod und Finsternis, als das Licht aufging und das Leben kam.

Und diese ganze Ordnung der Dinge und der Gesetze ist vom Herrn. Deswegen werden diejenigen, welche gut und nützlich sind, gekrönt nach der Güte der Tugend und werden mit der Krone auf dem Haupte eingehen in die Ruhe des Lichtes und des ewigen Lebens. Die aber träge sind und nachlässig und die Gebote Gottes verachten, werden gestraft werden in dem unauslöschlichen Feuer der Hölle, welche für sie bereitet ist. Denn ohne Tadel ist der Rechtspruch des gerechten Richters, vor dessen Wahrheit geschlossen stehen die beiden Seiten der Guten und Bösen, welcher die Hoffnung der Herrlichkeit ist und die Erwartung des Unglückes und der Qualen. Durch Beides ermahnt er: durch das Gute ermuntert er und durch die Furcht stachelt er an, damit niemand der ewigen Verheißungen verlustig gehe. Denn für beide Seiten sorgt er mit Liebe, für die Guten, damit sie nicht wanken in der Hoffnung des Lebens, für die Schlechten, damit sie in der Furcht des Herrn durch Buße zur vollkommenen Fülle der Gnade gelangen mit denen, welche mit Jubel die Herrlichkeit genießen. Damit die Gnaden des Herrn offenbar werden an denen, die (ihn) lieben, die dem Herrn dienen in Furcht und Liebe; damit sie aufgenommen werden vom Herrn unter die Ausgezeichneten und Verherrlichten, der Kindschaft gewürdigt, die ewigen Güter Christi genießen mit allen Heiligen. Denn die Güte der allmächtigen, allerheiligsten Dreifaltigkeit sorgt für die Geschöpfe durch ihre allwissende Liebe, durch ihre allsegensvollen Wohltaten, durch unveränderliche Wahrheit, welche zum Sichtbaren und Unsichtbaren führt, und nicht vernichten läßt, was in uns Gutes gepflegt wird für das Ewige. Denn sie ist unerschaffen und unvergänglich; sie ändert sich nicht, sondern sie ändert andere zum Guten. Das Leben der Geschöpfe (bewirkte sie) durch ihre wunderbaren Einrichtungen, das Nichtsein führt sie zum sichtbaren Sein. Die Verachteten macht sie herrlich durch ihre Ehre und ihren Schmuck unter Tüchtigkeit im Werke. Das Ungeeignete macht sie geeignet durch mancherlei Anordnungen zum Guten. Die in Zweifel Abgeirrten führt sie hinüber zum Vertrauen, und die Lüge, den Meineid und die Ränke des Bösen führt sie zur Wahrheit.

Das Gericht der göttlichen Ermahnungen hat er eingerichtet nach den heiligen Schriften zur Erleuchtung einer jeden Seele, damit sie mit lebendigem Eifer und mit vollkommenem Wissen am Guten teilnehme und das eindringende Unkraut des bösen Willens, der bösen Gewohnheiten und der bösen Werke ausrotte durch das Bekenntnis, und den zu Trägheit und Lauheit abgestandenen Sinn zur rechten Bahn lenke und zur Ausübung des Guten führe und sich hüte und klug werde. Die Widerspenstigkeit des Geistes und des Körpers sollen wir zur Unterwürfigkeit unter die geistlichen Regeln und Gewohnheiten bringen, ausrotten und ablegen die schlechte Gewohnheit in Furcht und Liebe. Alle Regungen sollen wir zu göttlichen erheben, und Tugenden üben zum Nutzen der Brüder mit großer Mühe und Anstrengung. Zeigen sollen wir die Bewährung der Freundschaft früh und spät, damit die gute Frucht sich zeige. Wie das Licht nicht zur Finsternis wird, sondern die Finsternis erleuchtet, das Leben nicht zum Tode wird, sondern die Toten lebendig macht im Herrn, so sollen wir das Schlechte meiden und das Gute vermehren durch die Gnade des Allmächtigen, damit wir erscheinen wie Leuchten in der Welt, indem wir das Wort des Lebens in uns haben und vielen Führer sind durch ein makelloses Leben.

Den Schmuck der Frömmigkeit sollen wir auch diese Zeit zeigen nach den Regeln der Gerechtigkeit, indem wir durch Mitwirkung mit dem gütigen Willen des Schöpfers uns reine, heilige und wahrhafte Sitten erwerben. Durch zuversichtlichen und mutigen Glauben sollen wir das Unwürdige ablegen und durch würdige Hilfe das Nützliche sammeln, und so auf Erden den Namen der Tüchtigkeit und des Ruhmes zurücklassen und in der Schatzkammer des Himmels die ewigen Güter, wo Herrlichkeit und unvergängliche Güter bereitet sind denen, die auf den Herrn hoffen.

Diejenigen, welche das Irdische verachtet haben, die (werden den Lohn finden) in belebender Liebe, in unaussprechlicher Glückseligkeit, herrschend in der Hoffnung auf den Herrn mit gebührender Freiheit, zum Ruhme des Höchsten, zur Überwindung des Feindes, zur Erhöhung der Auserwählten. Diejenigen, welche hienieden den Feind stets besiegt haben durch den Glauben, werden dort beglückt und genießen unvergängliche Freuden und unaussprechliche Güter, welche sind im Vater, im Sohn und im Heiligen Geist, dort ist jegliche Trauer ausgeschlossen, dort quellen hervor die verschiedenen Güter, welche sind und bleiben zum Genusse des ewigen Lebens für alle Heiligen Gottes gemäß der Seligkeit der heiligen Liebe zur Einladung zur Freude der Hochzeit. Diejenigen, welche nach dem Willen des himmlischen Vaters ihre Seele bereitet haben, welche auch geschmückt werden mit lichten Kronen zum Ruhme Gottes in unendlichen Freuden. Hier erhalten sie das Unterpfand der Hoffnung des Lebens, und dort werden sie eingereiht unter die Verdienstvollen zum Erbe des himmlischen Reiches. Hier sind sie frei von der Schmach der Verachtung, dort von den Drohungen des gerechten Gerichtes, von den Strafen der Buße und den Schäden der bitteren Qualen. Erquickt sind sie mit gerechtem Namen, bereichert sind sie mit heiligen und wahrhaften Gaben, verherrlicht in Glanz mit Ehre und Ruhm. Und so sind sie frei von den Drohungen und den Qualen der Hölle, weil sie an das Wort geglaubt haben, das vom Herrn über die Gottlosen und Sünder gesprochen wurde: „Weichet von mir, ihr Verfluchte, in das ewige Feuer, wo Heulen und Zähneknirschen ist, welches dem Satan und seinem Anhang bereitet ist.“ Zu den Getreuen aber sagt er: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters in das Reich, weil ihr in wenigem getreu wart, will ich euch über vieles setzen; gehet ein in die Freude des Herrn,“ in das ewige Leben mit den heiligen Engeln zum König der Herrlichkeit, der gesagt hat: „Wo ich bin, dort soll auch mein Jünger sein“; der mit lebendiger Freude erfreut, die ihn lieben nach ihren Werken.

Durch ihre Mühen sind sie erhöht worden vom Herrn zum Erbe der unaussprechlichen, unerreichbaren, allgewinnenden Liebe, zum Erbe des unsterblichen und beispiellos unvergleichlichen und unermeßlichen Lichtes. Aufgewacht von den irdischen Dingen und von den sinnlichen Vergnügungen beherzigen sie mit Sorgfalt und Achtsamkeit die weisen Einrichtungen auf Erden, betrachten Tag und Nacht mit unaufhörlichen Bitten zum Herrn das wunderbare, lichte Land mit heißer Liebe und in dem Gedanken an die verheißene Kindschaft, verlangen mit Sehnsucht nach seinen Gütern und unterwerfen ihm den Willen der fleischlichen Regungen. Stärke erhalten sie vom Herrn durch heilige Hilfe, damit sie makellos seien, sich freihalten von fleischlichen Begierden und unter dem Schutzmantel heilig und makellos bleiben in der Beobachtung der geistigen Gesetze, bestärkt und behütet im Willen des Herrn. Und durch heilige Erkenntnis auferweckt zu den Verheißungen der himmlischen Berufung erhalten sie als Unterpfand der Liebe den Trost frei durch heilige Regungen. Und durch die Flammen der Liebe entfacht zum süßen Leben des lebendigmachenden Wortes, durch den Empfang des heiligen Geheimnisses, im Gedächtnis des Unaussprechlichen, schauen sie das Land der versprochenen Verheißungen. Wie es bei den Bienen zu beobachten ist, welche von den Blumen das Passende in die Zellen tragen und daraus die Süßigkeit bereiten, welche jeden bitteren und herben Geschmack versüßt, so sollen wir lebendigmachende Mahnungen hören und daraus das Nützliche entnehmen in Weisheit, damit wir jegliches Gute verstehen zur Bereitung des Glaubens und der wahrhaft reinen Sitten, und in süßer Hoffnung den untrüglichen Weg betreten, der zum ewigen Leben führt, und so gelangen in die Wohnungen des Lebens, zur Pforte der Erlösung. In heißem Verlangen und heftigem Durst werden wir kosten die Sorge der erfreulichen Süßigkeit des Gütigen und dadurch immer genießen die unaussprechlichen Güter mit weiser Vernunft in Christus, und um in heiliger Liebe zur Erneuerung sich zu nahen. Wir erhalten das Unterpfand des Lebens und bleiben in dessen Besitz ohne Mangel, zur unaussprechlichen und unendlichen Seligkeit gelangt, in Freude über die Beraubung irdischer Genüsse, welche den Geist irreführen und die Sinnlichkeit erregen, die der Schmach und Verachtung würdig sind in Strafen.

Auf Erden müssen wir das Himmlische beachten und erwägen mit Erwerbung des Wohlgefallens Gottes. Wir müssen den Sinn auf den richten, der über dem Himmlischen ist und dem, was darin ist, der Ursprung unseres Lebens und unserer Erlösung ist, der uns zu Mitarbeitern seines gütigen Willens gemacht hat, um die Verlorenen wieder zu finden, die Guten zu bewahren, damit wir zum Guten führen, die uns fern Stehenden uns nähern, die Fremden beherbergen und in liebevoller Fürsorge alle zur Erlösung führen und zum Leben, die uns ferne und nahe stehen; bereithalten den Willen zum Dienste der Brüder und zu allen Bedürfnissen des Guten; ablegen die Begierden nach dem Bösen und allen schädlichen Trug, in reinem Herzen und in makellosen Sitten und in rechtem Glauben in allem voranschreiten im Herrn, ihn lieben von ganzem Herzen und uns von seinem heiligen Dienste nicht trennen und durch seine Lehre alle Sinne erleuchten, wie die Erde von den Strahlen der Sonne erleuchtet wird. So sind wir in sein Gedächtnis eingeschlossen, und bestärkt von seiner fürsorgenden Liebe und seiner Lehre werden wir Genossen der Heiligen, indem wir zum Guten ermahnen, da die Gnade des Gütigen uns hilfreich zur Seite steht, den allmächtigen Gott, den Geber des Guten und indem wir in allem danken, preisen und rühmen ihn, der uns gewürdigt hat, Mitarbeiter seines gütigen Willens zu werden, und danken ihm für alles.

Wir wollen also in der Verfolgung wie im Frieden unsere Freundschaft gegen den Herrn zeigen, und er schenkt uns seine unerschöpflichen Gnaden; denn er will, daß alle leben und Erben werden des Ruhmes und der Größe, welche ist in Jesus Christus, unserm Herrn. Und wir, die wir durch ihn erlöst wurden, sollen jeder durch seine Mühen und Tugenden, gereinigt von den bösen Begierden, und vielen zur Ursache der Erlösung geworden, in wahrhaftem Wandel von der Erde hinübergehen in die himmlische Ruhe, in das liebliche Reich, um immer mit Christus zu sein und seine seligen Güter zu genießen. Und wie mit den Gliedern die Gestalt sich erhebt, so ruht auch der Glaube auf dem guten Werke, und durch den Glauben wird die Hoffnung fest, und durch die Hoffnung die Bewährung. Und so sollen wir zur göttlichen Liebe mahnen, die Gnade des Heiligen Geistes empfangen, zu den Himmlischen kommen und Erben des unsterblichen Lebens werden, in den Wohnungen der Heiligen, zur lebendigmachenden Liebe, blühend in herrlichem Glanze, im Unaussprechlichen, Ewigen, um immer zu preisen die heiligste Dreifaltigkeit in alle Ewigkeit! Amen.

Von der Vorsehung für die menschliche Natur durch Gottes Fürsorge.

Groß ist das Geheimnis der Gottesverehrung durch den wahren Glauben an den Vater und an den Sohn und an den Heiligen Geist; und durch tugendhafte Werke sich gerecht und heilig zeigen, erleuchtet mehr als die Sonne, die geistigen Augen der Glaubenden und vertreibt die Finsternis der Sünden und führt zur Gerechtigkeit und Heiligkeit, sich fernzuhalten von verderblichen Sitten und böser Gesinnung und auf dem Weg der Gerechten zu wandeln, der zum ewigen Leben führt; und mit gutem Willen dem wohltätigen Willen des Schöpfers zu folgen, der aus nichts zum Sein hob, aus Unwürdigkeit zur Ehre mit zwei Teilen, einem schwachen und einem starken den Leib und die Seele, damit der schwache mit Mühen arbeite und zur Kraft des Schöpfers seine Zuflucht nehme, daß er nicht der wohltätigen Hilfe verlustig gehe, welche zur Tugend führt durch gerechte und heilige Mühen. Und er empfängt den Namen der Tüchtigkeit und wird gekrönt mit Lob und Erhebung, und er erfreut sich reicher Fürsorge mit der Hoffnung des ewigen Lebens. Allein der starke geistige Teil scheidet durch den wahren Glauben und durch die untrügerische sichere Wissenschaft der heiligen Dreifaltigkeit den falschen Trug des Irrtums aus und befreit aus der Sklaverei der Sünde, derentwillen der Tod eingedrungen ist, und, befreit von den Sünden, wird er Erbe des Lebens in Christus werden mit dem schwachen Leib, und es zeigt sich die Vertrautheit in den Mühen der Geduld der Hoffnung. Und mit dem starken Teil zeigt sich die Gnade des Herrn nach dem Worte des Apostels, welcher den Herrn bat um die Hinwegnahme der Schwäche, der sich abmühte und plagte und litt unter mannigfachen Leiden und Bedrängnissen. Da hört er den Herrn, der spricht: „Es genügt dir meine Gnade, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen“. Deshalb übernimmt er mit Freuden alle Leiden der Bedrängnisse, damit die Schwachheit durch die Kraft vollkommen werde. Denn auch die Arbeiter finden durch die vielfachen Bemühungen in der Arbeit die Ehre, und der Herr ehrt durch nutzreiche Geschenke.

Deswegen hat er aus vier Stoffen die Geschöpfe gemacht und in Ordnung zusammengefügt das Sichtbare und das Unsichtbare und dann den Leib gebildet aus Trockenem und Feuchtem, aus Warmem und Kaltem. Aus diesen vier Stoffen wurden sie gemacht zur Geburt und Ernährung, damit die Fürsorge der Schöpfung offenbar werde, der Himmel mit dem Taue durch das Herabsteigen der Wolken und mit der Wärme durch die Lichtgestirne und die Mischungen der Luft, welche die Pflanzen und Kräuter ernährt und jede lebendige Seele und die Vögel des Himmels; die Erde mit dem Wasser und die schwimmenden Wesen und alle anderen Kriechtiere werden von der Fürsorge Gottes erhalten. Denn zuerst setzte er den vernünftigen Geist in den Leib und einigte sie, und dann bereitete er die Heilmittel für ihre Bedürfnisse, damit er die Vorsehung seiner Liebe zeige, die aus reicher Güte hervorgeht. Das kräftige Heilmittel der vernünftigen und geistigen Seele zeigte er in den Gnaden des Heiligen Geistes, die Mahnungen der Lehre aus dem Unterricht der geistigen Gesetze.

Solche geistige Nahrung (soll man) genießen und vertraut (sein) mit der allmächtigen Herrschaft und der Fürsorge des Schöpfers, der aus Himmel, Erde, Wasser und Luft das Leben aller zusammenfügte. Und durch solche Mittel lehrt er uns und gewöhnt uns an die große Hoffnung auf die versprochenen Verheißungen der unsterblichen Erbschaft der Gotteskindschaft. Er gab schon hier als Unterpfand (dafür) die Freiheit durch die Gnaden der Taufe und durch den Leib und das Blut Christi, damit sie im schwachen Leibe sich in den verschiedenen Tugenden übten, die Bewährung der Geduld erwiesen nach dem Wohlgefallen Gottes und mit Furcht und heiliger Liebe den Willen Gottes täten, „Denn wenn er der Herr ist, so heißt es, wo ist die Furcht vor ihm“ und wenn er der Vater ist, so soll sein Wille geschehen wie im Himmel, also auch auf Erden. Und das wird zustandegebracht durch die aufgestellten Gesetze und die getroffenen Anordnungen, ein auserwählter Streiter zu werden in den besseren Ordnungen der Tugend und Macht, und daß er als Sieger sich zeigend gekrönt werde von Christus dem Schöpfer.

Durch diese Fürsorge machte er offenbar die allreichlichen Gnaden seiner Güte. Denn für die vertrauten Diener ist er Mitwirker im guten Wandel. Und gemäß der Fürsorge seiner Liebe machte er die Bedrängnis der Bewährung vergänglich, die Ruhe aber ohne Ende. Allein auch der Herr der Herrlichkeit selbst, welcher der Schöpfer aller Gewalten und Kräfte ist und ihr Spender, da er seine unsichtbare Liebe dem Menschengeschlechte zeigen wollte, indem er leidensfähig und wundenvoll und voll Mühsal wäre, in demselben Geiste einig mit Gott, dem Worte, verband sich, verständig und vernünftig, mit dem Leibe nach dem Wort des Evangeliums: „Das Wort“, so sagt es, „ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir sahen dessen Herrlichkeit als die Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes beim Vater voll Gnade und Wahrheit.“

Denn durch seine wahren Gnaden und seine freiwillige Erniedrigung, indem er alle Leiden des Leibes und der Seele mit Ausnahme der Sünde trug, damit er den Gerechten den Weg der Erlösung zeige und die Fürsorge seiner großen Liebe, die Heilsgaben der Vorsehung, wie er mit Gnade die Menschenkinder heilt im Sichtbaren und Unsichtbaren, heilte er die Kranken, verzieh die Sünden, trieb die Teufel aus und erweckte die Toten. Er öffnete die Pforten des Lebens und befreite die Seelen durch die Leiden und seinen Tod. Er vollendete alle Gerechtigkeit zur Herrlichkeit und zum Glanze unserer menschlichen Natur, und er wurde der Lehrer aller Geschöpfe. Denn wenn wir zu Nachfolgern seiner Tugend geworden sind, werden wir auch Teilnehmer an seiner Herrlichkeit sein, welche den auf Christus Hoffenden aufbewahrt bleibt.

Und deswegen ist der Leib schwach, weil er von der Erde seine Nahrung hat, von Kraut und Pflanzen und von beseelten, wie auch allen unvernünftigen Lebewesen. Denn dem Noa wurde der Befehl gegeben, das Fleisch der beseelten Lebewesen zu essen und Wein zu trinken wegen der Traurigkeit zur Aufheiterung. Diese trug er als Trauer über die allum sich erstreckende Verheerung der Erde. Denn vom Leben und der Ernährung, welche im Paradiese war, sind wir abgeirrt infolge der Sünden, und sind vielen Schwächen verfallen. Und deswegen bringen aus irgendeinem Anlaß Kälte und Hitze und Krankheiten des Leibes den Tod. Aber auch aus dem Übermaß an Speise und Trank entstehen Leiden und Tod; in ähnlicher Weise auch vom Mangel, vom Hunger und Durst. Aber auch giftige Insekten und die Schärfe von Wurzeln und Kräutern können Qualen und Tod bringen, gefühllos machen und den Geist verwirren.

Und deshalb ist der Leib schwach, daß wir nicht, wenn wir uns Bild Gottes (nennen) hören, in Stolz uns überheben und durch die Überhebung hinabstürzen in die Tiefen des Verderbens gerade wie der Feind Gottes, der über den Wolken seinen Thron aufzustellen versprach und dem Höchsten gleich zu sein; aber alsbald stürzte er in den Abgrund mit dem ganzen Heer der Abtrünnigen, wie es der Prophet erklärt hat, im Angesicht des Herrn. Und indem Christus diesen Leib der Niedrigkeit annahm, hat er ihn durch die Demut gestürzt und die Demütigen erhöht und dessen Hochmut beschämt. Denn so groß allein ist das Gift seiner Bosheit als das Gift der Insekten und als der Schaden der Bitterkeit der Pflanzen-Wurzeln. Die Ärzte sagen, daß es Wurzeln gibt, welche die Teufel am Menschen austreiben; das ist so zu verstehen: Gottes Wirksamkeit offenbart in der schwachen Materie dessen Schwäche, und daß die vermeintliche Kraft des Gegners bei den Heiligen ohne Kraft ist. Diese haben auch die Weisung vom Herrn, ihn niederzutreten, wie es allen Gläubigen völlig klar ist. Und es werden zurückweichen und sich schämen, die seinen Willen tun und welche ihre Hoffnung auf seine Hoffnung setzen7.

Aber diejenigen, welche Lobspender, Anbeter und Verehrer der allmächtigen Kraft der allerheiligsten Dreifaltigkeit sind, werden mit diesem schwachen Leibe die Bewährung der Tugend heiligmäßig vollenden und die Ordnungen der Welt mit aller Wahrheit durchschreiten; und Zeiten, Tage und Jahre gehen dahin, und er bemüht sich vorwärts und die Sprossen der Tugend folgen in reinen und gerechten Sitten; geschult in der Heiligkeit und befestigt mit allen Tugenden, gehen sie aus dieser Welt hinüber in das Land der Lebendigen, wo die Stimme des Todes nicht mehr zu hören ist, zu den süßen und ewigen Freuden. Sie werden durch die göttliche Kraft wieder erneuert zu den unbegrenzten und unendlichen Freuden. Sie leuchten wie Sonnen in unzugänglichem Lichte und in lebendiger heiliger Liebe brennen und flammen sie vom Feuer der allerheiligsten Dreifaltigkeit in unendlichen Seligkeiten und freuen sich in den unendlichen und unaussprechbaren Gütern in Christus Jesus, unserm Herrn, mit welchem dem allmächtigen Vater und dem Heiligen Geiste, dem Gnadenspender, Verherrlichung, Macht und Ehre sei, jetzt und immer und in Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen.

Darlegung über die Natur der menschlichen Seelen.

Gemäß seiner großen Liebe zu den Menschen trägt Gott mit seiner vielseitigen Vorsehung für seine Geschöpfe Sorge, wie es seiner Güte ziemt. Die unsterblichen Heerscharen der Engel hat er als vernunftbegabte und denkende Wesen und als seine Diener erschaffen, auf daß sie die allmächtige Herrschergewalt verherrlichen und mit freiem Willen (ihm) dienen, in dem was auf die Menschen Bezug hat. Denn sie sind dienende Geister, welche zum Dienste des Wortes Gottes ausgesandt werden. Denn alle Geschöpfe sind durch ihn bereitet und (von ihm) umfaßt, und sie sind Diener und Knechte der großen Herrlichkeit der Gottheit; durch sie ladet er die Menschen ein und beruft sie in sein Reich und in seine Herrlichkeit.

Das Geschlecht der Menschen aber wird von der Empfängnis erneuert und gewinnt das Sein und wächst und tritt nach dem Maß der Tage durch die Geburt ans Licht und wächst durch Nahrung und Zunahme und gelangt zur Unterscheidung und zur Belehrung und zur Gotteserkenntnis und zur Beherzigung der wahren Gerechtigkeit und zur Ordnung des Rechtes nach den geistigen Gesetzen. Erkennen sollen sie den Schöpfer und die Wohltaten seiner heiligen Liebe gegen die Geschöpfe. Durch die Erkenntnis seiner Eingebung erlangt der Mensch den Gehorsam gegen die Gesetze und wählt das Gute vor dem Bösen, sich fernzuhalten von den schlechten Dingen und die Gerechtigkeit in Werken durch den Herrn zu ergreifen. Und so wird er sich in der Entscheidung für die Tugend bewähren gemäß den geistigen Gesetzen nach der reichlichen Fürsorge der Barmherzigkeit Gottes. Mit vieler Geduld und gekräftigt durch die Liebe in lebendiger Hoffnung eilt er zum Ziele der Berufung von oben, der Gnaden der überreichen, guttätigen allerheiligsten Dreifaltigkeit. Vollenden werden sie den Wandel der Erdenpilger gemäß der Bestimmung der Vorauserkenntnis Gottes auf Erden, der eine in der Kindheit, der andere im Knabenalter, der andere in den Jünglingsjahren, der andere im Greisenalter. So wird auch das von der Fürsorge Gottes bestimmt, daß sie den Tag ihres Endes nicht kennen und erschlafft von der Gerechtigkeit abirren, sondern wachsam und bereit (seien) zum Werk der Heiligung alle Tage ihres Lebens.

Und diejenigen, welche in den Kinderjahren und im Knabenalter ein Ende nehmen, werden den Versuchungen der weltlichen Sorgen entrissen und (dienen) denen (als Anregung) zur Vorsicht, welche die Geschäfte der Welt betreiben zur Bewahrung der Gerechtigkeit und aller Tugenden; vollendet im Glauben und in der Liebe und in unentweihter und unbefleckter Hoffnung gehen sie in das unsterbliche Leben hinüber zum unvergänglichen Erbe der Gerechten. Denn die Seelen, welche den irdischen Leib verlassen haben, gelangen zum Leben nach eines jeden Würdigkeit; und dort freuen sich die Seelen der Tugendhaften nach den versprochenen Verheißungen der Seligkeit, welche für die in der Hoffnung (treuen) Heiligen in Unaussprechlichkeit aufbewahrt sind (1 Kor. 2, 9 f.) denen, welche nach dem Willen Gottes auf dieser Welt gemäß der Predigt des Evangeliums gewandelt sind.

Selig werden vom Herrn die Armen im Geiste gepriesen2, welche wegen der Verheißungen der (künftigen) Größe im Geiste um des Himmelreiches willen arm geworden sind, das im Herrn Jesus Christus begründet ist. Seliggepriesen werden die von Herzen Demütigen, denn sie finden Ruhe von der Erde im Himmel, wo unendliche Erhabenheit ist, welche die Demütigen in Jesus Christus empfangen. Seliggepriesen werden die Sanftmütigen, welche Erben im Land der Lebendigen sind, aus dem Schmerzen und Traurigkeit und Seufzer infolge der unaussprechbaren Hoffnung auf Christus Jesus entschwunden sind. Selig werden weiter gepriesen die Trauernden, (die trauern) wegen der Liebe zu Gott, welche aus der Demut des Herzens anmutvolle Tränenquellen in Weisheit hervorbrechen läßt, welche Trost haben in Christus Jesus. Seliggepriesen werden auch die reinen Herzens, welche befreit sind und gereinigt von unlauteren Begierden, denn diese werden Gott anschauen. Seliggepriesen werden dazu die Friedensstifter, denn diese gleichen dem Sohne Gottes, der im Himmel und auf der Erde Friede machte für Fernen und die Nahen. Ähnlich ist es mit diesen.

Mit allen Seligkeiten erfreuen sich und ergötzen sich die Seelen der Gerechten in der Ruhe in Christus bis zur gemeinsamen Auferstehung, wo unser Herr in der Herrlichkeit des Vaters kommen wird und die in Christus Verstorbenen auferstehen werden ohne Verweslichkeit, und die Gerechtigkeit der Seelen der Tugendhaften der heiligsten Dreifaltigkeit entgegengeht. Denn der Glaube führt zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes. Was bedarf es noch der Worte für das, was er sieht und für die Hoffnung, die zum Erbe der Güter führt, die er ersehnt hat und denen er zustimmte, denn was hofft er noch auf das oder schaut er nach dem, was er (schon) ererbt hat? So wird die Geduld und die Enthaltsamkeit, die Langmut und die Sanftmut, der Gehorsam und die Rechtschaffenheit, die Reinheit und die Wahrheit mit allen Seligkeiten verherrlicht und gekrönt und sie führen die Erben in den Besitz des Reiches ein. Denn wozu bedarf es da, wo die Vollendung ist, noch der Erprobung der Tugend? Denn eingetreten ist er in den Genuß unermeßlicher Güter und erfreut sich in heiliger Liebe der endlosen Seligkeiten der allerheiligsten Dreifaltigkeit, welche unaussprechlich, unendlich und unbeschreibbar ist.

Die bösen, unreinen und von der Wahrheit abgefallenen und der Ungerechtigkeit gefolgten Menschen kommen ebenso ans gleiche Ende. Dann treten ihre gottlosen Werke mit bitterem Angedenken hervor wegen ihrer grundschlechten Begierden unter schrecklichen Drohungen über die Gottlosen und Ungehorsamen, die unreinen und bemakelten und alle anderen Arten von Sündern. Wehe über Wehe sind über sie fest verhängt von den göttlichen Schriften, und von dem strengen Richter Strafen. Denn ihre Herzen wurden betört vom Erkennen und nicht hörten sie auf die Stimme des Herrn, und seinen Geboten folgten sie nicht. Und deshalb steht der Zorn Gottes gerüstet über den Frevlern und Sündern, welche die Wahrheit Gottes an sich selbst vermehrt haben, denen schon zuvor gedroht worden war.

Und alle diese Drohungen gegen die Sünder halten tief in Traurigkeit die Seelen der Sünder in den Wohnungen, worin sie gemäß der Sünden eines jeden verteilt und abgesondert sind in traurige Orte. Und da sie in Erscheinungen in geistigen (Vorstellungen) die gerechte Vergeltung durch das Gericht das unauslöschliche Feuer und die äußere Finsternis, das Weinen der Augen, das Knirschen der Zähne gewahren, sind infolge dieser Schrecknisse die Seelen der Sünder voll Trauer und Betrübnis bis zur gemeinsamen Auferstehung, welche durch Christus ist.

Wenn aber jemand sagen wollte, daß dies vor der Offenbarung des Gerichtes und der Vergeltung ist, wie steht es dann (wiederum) mit der Aussage des Apostels: daß die Ersten ohne uns die Vollendung nicht gewinnen? Und wiederum sagt (ja) der Prophet: Hoffet nicht auf die Fürsten, auf Menschenkinder, denn es weicht von ihnen der Geist und sie kehren wieder zum Staub zurück, und an diesem Tage werden alle ihre Pläne zunichte.

Und wenn die Seelen der Gerechten nicht ohne ihre Leiber froh gemacht würden, weshalb hätte dann der Herr zum voraus die Verheißungen gegeben? Doch sicher, damit er die Seelen der Heiligen erfreue. Zum voraus auch erhob er die Drohungen über die Frevler und Sünder, sicherlich um sie zu erschrecken, damit sie sich in Trauer betrüben. Man muß das nach dem Vorbild eines Königs verstehen, der den Tapferen und Siegreichen Geschenke verspricht; diese wissen dabei bestimmt, daß sie zur gelegenen Zeit die Geschenke erhalten, sie freuen sich innig bis sie den Ruhm und den Kranz des Glückes empfangen. In gleicher Weise harren die Seelen der Sünder, denen für ihre Sünden der Tod angedroht ist, wie die zum Tode Verurteilten der Könige auf ihre Qualen und den Tod mit vieler Trauer und Zaghaftigkeit bis zur Zeit, wo sie nach Gebühr die Vergeltung, die unsterblichen Strafen und Qualen, übernehmen müssen und die Züchtigung, die an Leib und Seele (vollzogen wird), empfangen. Allein, was der Apostel sagt, das sagen ebenso auch wir, daß (nämlich) ein jeder seinen Lohn erhalten wird bei der gemeinsamen Auferstehung, den er selbst erwirkt hat, sei es gut oder bös. Und nicht auf Fürsten hoffen, sagt der Prophet; denn es werden von der Erde entrissen die durch ihre Macht Aufgeblähten, und ausgelöscht wird der anmaßende Wille. Aber auf Gott zu vertrauen, mahnt er, der unsterblich ist und Herrscher über Tod und Leben in Ewigkeit.

Es gibt manche, welche behaupten, daß das Kind im Mutterleib ohne Gefühl und lebendig, schweigend und ohne Regung für Reden und Hören, für Gehen und Wirken ist. So denken sie die Seelen schweigend und ruhig. Sie werden das wissen, daß der Mensch aus der Empfängnis hervorgeht und ein Kind wird durch die Bildung gemäß der Gestalt, und daß das Kind Zunahme erfährt durch die Geburt und in der Ernährung der Kindheit, des Wachstums des Leibes und des Verstandes im Mutterleib. Und nach der Geburt verbündet die Fürsorge Gottes, wie er es weiß, Leib und Seele zusammen, und er kommt zur Reife des Körpers und Geistes und nimmt dann wieder ab und erreicht den Tod gemäß der Bestimmung Gottes.

Und dies geschieht deshalb, daß nach der Zunahme des Alters ein jeder die Bewährung der Tugend leiste zur Vollendung Christi, unseres gemeinsamen Hauptes. Und durch Glaube, Liebe und Furcht sollen sie wandeln auf dem Pfad der Gerechten wie unser Führer und Vollender der Tugend Jesus Christus. Und mit seiner vielfältigen Gnade sorgt er für die Geschöpfe auf Erden. Und die Wohnungen der Entschlafenen drüben, — das sind die Seelen im Zustand der Erkenntnis und unaussprechlicher Herrlichkeit durch die englischen Lobgesänge, denn die göttlichen Schriften bezeichnen als lebendig und unsterblich die Seelen der Menschen. Daraus ist zu erschließen, daß sie nicht ohne Bewußtsein sind, sondern Herrlichkeit empfangen und dem Schöpfer geben. Aber wenn du es nach dem Bild des Leibes verstehst, wie er im Mutterleibe ist, so kommt er auch nach diesem zum Wissen des Verstandes und des Leibes und durchlebt die Umwandlung.

Allein die unsterbliche, mit Vernunft und Verstand begabte Seele ist, wenn sie aus dem Körper ausscheidet, in noch größerem Wissen der Weisheit, um den Herrn der Herrlichkeit zu verstehen und zu erkennen. Denn zuvor hält der Leib, wie eine Wolke die geistige Schau verhüllt, obwohl er durch die Hoffnung auch für gute Werke sich bemühte vermittelst der geistigen Gesetze. Mit ihr vollzog er die Auswahl zwischen Gut und Bös, das Böse verschmähend, das Gute erwählend durch die Ermahnung und die Weisheit des Herrn mit dankbarer Liebe. Denn es ist nicht recht, die Seelen der Menschen sterblich oder bewußtlos zu nennen, sondern (es geziemt sich,) wie der Prophet Ezechiel in einem Augenblick die Auferstehung der Toten zuerst der Gebeine und der Nerven und mit allen vereinigten Gefüge des Leibes (geschehen vorzustellen) und hernach die Seelen aus ihren Wohnorten im Heiligen Geist zu rufen wie mit dem Sturmwind. — Denn du sendest deinen Geist aus und schaffst sie und erneuert (sie) — und (wie) die Erweckungen von den Toten von seiten des Herrn, die im Evangelium erzählt werden. Denn von des Geistes Rückkehr in den Leib sind diese Zeugnisse, nämlich daß, der Mund redet, die Augen sehen, die Ohren hören, die Nase riecht, die Hände tasten, die Füße gehen, das Herz sich bewegt durch die geistigen Dinge und sie rühmen Gott durch den Lebensspender, den Geist, der alle Sinne bewegt durch den Herrn. Und wenn die Seele vom Leib losgetrennt wird, wird er als gestorben bezeichnet. Und es lösen sich alle zusammengehaltenen Gefüge seiner Glieder auf. Ähnlicherweise sind Zeugnisse seiner Seele das Bewegen, das Verstehen, das Erkennen, das Erinnern; denn Geber dieses für den Leib, und Lehrer und Beleber sind die Seelen nach dem Willen Gottes. Wenn (der Geist) also in den Sinnen die Ursache des Lebens ist, woher ist hernach das Leben der Seele, die das Leben durch Gott hat?

Und so ist es zu verstehen: alle Bewegungen sind des Geistes, und die Seelen geben dem Leibe das Leben, gemäß der Vorsorge Gottes. Und wie die Leiber als Zeugnis die Verwirklichung der Anlagen der Natur besitzen, so besitzen die Seelen das Zeugnis der Anlagen ihrer Natur. Und die Seele wird lebendig genannt in den sinnesempfindungsfähigen, leidensfähigen und sterblichen Leibern, von denen sie durch den Ruf des Schöpfers von oben zu den bereitgestellten Wohnungen der Leiblosen getrennt wird. Denn der Leib kehrt zur Erde zurück und ruht unbeseelt, und die reine und gute Seele findet Erquickung durch die Verheißungen und Hoffnungen unter den Engeln in der Herrlichkeit des Allmächtigen, gleichsam als Unterpfand die Seligkeiten des Himmelreiches empfangend. Denn auch der Geist, heißt es, bezeugt unserem Geiste, daß wir Kinder Gottes sind und Miterben Christi, erhoben aus der Knechtschaft der Sünde zur Herrlichkeit des Sohnes Gottes.

Denn für alle Gläubigen sind die Wohltaten seiner Liebe gegen seine Geschöpfe erkennbar geworden durch die erleuchtende Taufe und durch das heilbringende Geheimnis, durch seinen Leib und sein Blut, welches am Kreuz geopfert wurde und durch welches er die Sünden der Welt hinwegnahm (für diejenigen), welche durch den Glauben unserem Erlöser sich genaht haben. Und wann er wiederum kommen wird in Herrlichkeit, die Menschenkinder zu erneuern, und er die Toten auferwecken wird, dann wird er mit neuem lichten Schmuck die gerechten Lebenden und die für die Ewigkeit entschlafenen Heiligen im Herrn zieren und sie einführen in sein Erbe in die Freuden des unsterblichen Lebens, das die Glaubenden, im Herrn Hoffenden erwartet. Und Er selbst wird, sagt der Apostel, alles in allem sein durch seine lebendige reine Liebe und seine belebende Fürsorge. Er wird jene (d. h. die Guten) der Herrlichkeit der Gottheit teilhaft machen, d. h. die im rechten Glauben Erstarkten und aus dem irdischen Leben nach reinem und unbeflecktem Gebrauch Geschiedenen; und sie gewinnen das unvergängliche Leben in Christus, das ewige, herrliche im süßen Glanz des Eingeborenen. Er krönt und verherrlicht (sie) mit allen Seligkeiten im Willen des Vaters und des Heiligen Geistes in Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen.

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