Prälat Dr. Robert Mäder – „Granit vom Felsen Petri“

Robert Mäder (1875-1945) war der erste Pfarrer an der damals neu gebauten Basler Heiliggeistkirche und Dekan des Standes Basel. In der Rheinstadt gründete er auch die St. Theresienschule, einen Buchverlag und eine Schwesterngemeinschaft, die Helferinnen vom Heiligen Geist. Er war ein wortgewaltiger Prediger und geistlicher Schriftsteller.

Obwohl Prälat Mäder sich ganz der katholischen Aktion hingab, hatte er etwas Prophetisches an sich und pflegte immer wieder zu betonen, seine Zeit sei noch nicht gekommen. Er schreibe für die kommende Zeit. Nach seinem Tod erschien im Jahre 1954 in seinem heute nicht mehr bestehenden Basler Verlag Nazareth ein Buch mit dem Titel „Granit vom Felsen Petri“, herausgegeben von P. Walther Diethelm. Es enthält kurze prägnante Sätze aus Mäders Predigten und Aufzeichnungen zu den verschiedensten Themen von Kirche und Welt. Vorangestellt ist ein Lebensbild, das man auch hier online findet.

Ich werde Euch hier als Anstoss in loser Folge ausgewählte Gedanken dieses Herolds Christi, wie er oft genannt wurde, vorstellen, entnommen aus Mäders vielen Schriften, Briefen, Artikeln und Predigten, zum Nach- und Weiterdenken.

 

Goldbergwerke

„Wir haben Klöster verloren. Das ist nicht das Schlimmste. Wir haben Kirchen verloren. Auch das ist nicht das Ärgste. Das Schlimmste ist, dass wir den Glauben an den Reichtum unserer Geschichte, den Reichtum unserer Wahrheit, unserer Kultur, unserer Poesie verloren haben, dass wir die eigenen Goldbergwerke verschütten lassen, dass wir uns selbst für Arme halten, dass uns der katholische Stolz fehlt, der nicht bettelt. – Also mehr geistige Unabhängigkeit! Mehr stehen auf eigenen Füssen! Mehr graben auf eigenem Boden! Mehr echter christlicher Stolz! Wir haben auch Gold, wir haben Brot. Wir sind reich genug.“

(„Granit…“, Seite 237)

Asperges

„Es ist Sonntag. Der Tag des Herrn, der Tag der Wiedergeburt und der Reinigung. Eine Art Tauftag. Etwas wie ein Weisser Sonntag. Mit weissem Kleid zogen einst die alten Christen vom Taufbrunnen, nachdem das heilige Wasser sie gereinigt. So sollten die Christen von heute nach dem sonntäglichen Asperges durch die moderne Welt wandeln.“

(„Granit…“, Seite 112)

Die fieberhafte moderne Arbeit

„Weil ich nur an einen Gott glaube, glaube ich nicht an die fieberhafte moderne Arbeit. Die fieberhafte moderne Arbeit ist ein Götze. sie glaubt, dass es vor allem auf sie ankommt. Sie ist ungeduldig. Sie ist nervös. Sie ist unersättlich. Sie lebt immer im Zukünftigen, seinen Sorgen und Gefahren und Begierden. Die Arbeit, die an Gott glaubt, ist ruhig. Sie weiss, dass es mehr auf Ihn als auf sie ankommt.“

(„Granit…“, Seite 126)

Atmosphäre

„Die Wahrheit muss der Welt in einer Atmosphäre der Liebe entgegentreten. Der Ungläubige will zuerst an die Liebe der Kirche glauben, bevor er an die Wahrheit der Kirche glaubt.“

(„Granit…“, Seite 200)

Eigentum

„Auf jedem Eigentum liegt ein religiöses Servitut, wie auf ihm eine soziale Belastung liegt. Etwas Gottesdienstliches wie etwas Volksdienstliches. Es gibt kein reines Privateigentum, das nur seines Besitzers wegen da wäre.“

(„Granit…“, Seite 204)

Glaube

„Ich glaube nicht an den Menschen, aber ich glaube an Gott. Weil ich nicht an den Menschen glaube, neige ich zum Pessimismus. Weil ich aber an Gott glaube, predige ich kühn allen Wetterzeichen zum Trotz den Optimismus.“

(Granit …, S. 37)

„Der höchste Ausdruck der kindlichen Gottseligkeit ist die katholische Liturgie. Die katholische Liturgie ist ernst und heiter zugleich. Sie hat nichts Finsteres und Trockenes. Alles atmet im Gegenteil Lieblichkeit und herzliche Vertrautheit. Die katholische Liturgie singt. Sie singt immer, weil sie immer glaubt und hofft und liebt. Sie muss singen, weil sie voll des Heiligen Geistes ist.“

(Granit …, S. 108 )

 

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4 Gedanken zu “Prälat Dr. Robert Mäder – „Granit vom Felsen Petri“

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