Herzog Stephan`s Verlobte

Jungfrau grüsst den Stern mit Brudernamen: Stern, der hinzieht, du in Gott mein Bruder! Wenn von Osten du nach Westen wandelnd Hinstreifst über die Herzegowina, Siehst du öfters wohl den Herzog Stephan? Stehn geöffnet seine weissen Höfe, Und im Hof die Rosse schon gesattelt? Schickt er sich, die Jungfrau heim zu holen? Leise giebt der Wanderstern zur Antwort: Wohl von Osten zieh ich hin nach Westen, Streife hin ob der Herzegowina, Habe selbst des Herzogs Hof gesehen. Seine weissen Höfe sind geöffnet Und die Rosse stehn im Hof gesattelt; Heim zu holen denkt er die Geliebte, Aber dich nicht, sondern eine andre. Dich verläumden drei verschmähte Freier: Einer spricht, du seyst von niederm Stamme, Böse Natter nennet dich der andre, Und der dritte träum`risch und verschlafen. Da verwünscht sie die erzürnte Jungfrau: Der da spricht, ich sey von niederm Stamme, Nie erleb`er Früchte von dem seinen! Der mich nennet eine böse Natter, Mögen Nattern dem um`s Herz sich winden, Und in seinem Haupthaar übersommern Und in seinem Busen überwintern! Der mich träum`risch nennet und verschlafen, Soll neun Jahre lang das Siechbett hüten Und kein Schlaf den Sehnenden erquicken!

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