Das Ross des Geliebten

Wo wir über Nacht zur Herberg waren, Hielten wir ein köstlich Mahl zu Abend, Sahen dort ein wunderschönes Mädchen; Perlentulpen kränzten ihre Schläfe. Ihr gab ich das Ross umherzuführen. Leise sprach sie also zu dem Rosse: O du Rothross mit der goldnen Mähne! Sage, hat dein Herr sich schon vermählet? Wiehernd drauf entgegnet ihr das Rothross: Nein, bei Gott, du wunderschönes Mädchen! Noch zur Stund ist nicht mein Herr vermählet, Sondern denkt im Herbst dich heimzuführen. Und das Mädchen redet zu dem Rosse: Wenn ich wüsste, dass es Wahrheit wäre, Wollte meine Spangen ich zerschmieden, Wollte gern an deinen Zaum sie schmieden, Wollt mit lauterm Silber ihn beschlagen Und mit meinem Halsband übergolden.

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